Polizei Hamburg

POL-HH: 131106-4. Verdacht der Luftverschmutzung durch Seeschiff - Wasserschutzpolizei ermittelt

Hamburg (ots) - Zeit: 05.11.2013, 11:00 Uhr, Ort: Hamburger Hafen, Kamerunkai, Schuppen 62

Wasserschutzpolizeibeamte haben auf dem unter der Flagge Antiguas fahrenden Seeschiff "BBC AMAZON" (Länge 133 m, Breite 23 m, BRZ 12.936) eine Schiffskontrolle durchgeführt.

Nach der Überprüfung der Schiffspapiere und der Papiere über die Tank- und Rohrleitungssysteme im Maschinenraum lagen den Wasserschutzpolizeibeamten Hinweise vor, dass der verantwortliche Leitende Ingenieur (46) die Dieselgeneratoren und die Hilfskesselanlage nicht rechtzeitig von einem hoch-schwefligen (max. 1 Prozent Schwefelgehalt) auf einen niedrig-schwefligen Kraftstoff (max. 0,1 Prozent) umgestellt hatten. Weitere Ermittlungen im Maschinenraum erhärteten den Verdacht, dass die Dieselgeneratoren mit Schweröl betrieben wurden, das nach dem aktuellen Bunkerlieferschein ein Schwefelgehalt von 0,98 Prozent enthielt. Die Beamten zogen Proben zur Beweissicherung.

Die sichergestellten Proben werden im Labor des Bundesamtes für Seeschiffahrt und Hydrographie analysiert.

Seit 01. Januar 2010 dürfen Schiffe in europäischen Häfen, die länger als zwei Stunden am Liegeplatz festgemacht haben, keine Kraftstoffe mit einem Schwefelgehalt von über 0,1 Prozent mehr verwenden. Ausnahmen sind nur durch das Abschalten aller Motoren und Kesselanlagen oder durch eine andersartige Energieversorgung, z. B. durch Landstrom, möglich. Falls kein schwefelarmer Treibstoff an Bord ist, muss er unverzüglich beschafft und verwendet werden. Damit soll die Luftverschmutzung in Häfen verringert werden, die bei der Verfeuerung schwefelreicher Schiffskraftstoffe entsteht.

Wegen des Verstoßes gegen die Schwefel-Richtlinie wurden gegen den russischen Kapitän (36) und den Leitenden Ingenieur (46) Sicherheitsleistungen in Höhe von insgesamt 3.757 Euro festgelegt.

Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern an.

Sch.

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