Polizei Hamburg

POL-HH: 130927-7. Verdacht der Luftverschmutzung und der Verschmutzung des Meeres durch Schiffsmüll - Wasserschutzpolizei ermittelt

Hamburg (ots) - Zeit: 26.09.2013, 10:00 Uhr Ort: Hamburger Hafen, Neuhöfer Kanal

Wasserschutzpolizeibeamte haben auf dem unter der Flagge Bahamas fahrenden Seeschiff "RENA" (Länge 219 m, Breite 32 m, BRZ 43.846) eine Schiffskontrolle durchgeführt.

Nach der Überprüfung der Schiffspapiere und der Papiere über die Tank- und Rohrleitungssysteme im Maschinenraum lagen den Wasserschutzpolizeibeamten Hinweise vor, dass der verantwortliche Leitende Ingenieur (52) die Dieselgeneratoren und die Hilfskesselanlage nicht mit einem niedrig-schwefligen Kraftstoff (max. 0,1 Prozent) betrieben hat. Weitere Ermittlungen ergaben, dass das Schiff zuletzt im September 2011 niedrig-schwefligen Kraftstoff an Bord hatte.

Die Beamten zogen Proben zur Beweissicherung. Die sichergestellten Proben werden im Labor des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie analysiert.

Seit 01. Januar 2010 dürfen Schiffe in europäischen Häfen, die länger als zwei Stunden am Liegeplatz festgemacht haben, keine Kraftstoffe mit einem Schwefelgehalt von über 0,1 Prozent mehr verwenden. Ausnahmen sind nur durch das Abschalten aller Motoren und Kesselanlagen oder durch eine andersartige Energieversorgung, z. B. durch Landstrom, möglich. Falls kein schwefelarmer Treibstoff an Bord ist, muss er unverzüglich beschafft und verwendet werden. Damit soll die Luftverschmutzung in Häfen verringert werden, die bei der Verfeuerung schwefelreicher Schiffskraftstoffe entsteht.

Während der umfangreichen Schiffskontrolle stellte die Wasserschutzpolizei zudem mehrere Verstöße gegen die MARPOL-Verordnung (Internationales, weltweit geltendes Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt) Anlage V (Schiffsmüll) fest.

Der an Bord befindliche Müllbehandlungsplan war fehlerhaft und beinhaltete noch alte Einleitbedingungen. In dessen Folge hat die Besatzung auch Abfälle zu dicht unter Land und in Sondergebieten in die See entsorgt. Die Verstöße werden über das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie an den Flaggenstaat gemeldet.

Wegen des Verstoßes gegen die Schwefel-Richtlinie wurde gegen den 52-jährigen griechischen Leitenden Ingenieur eine Sicherheitsleistung in Höhe von 3.543,50 Euro festgelegt.

Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern an.

Sch.

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