Polizei Hamburg

POL-HH: 130822-3. Angebliche Kindesentführung - Filmaufnahmen lösen Großeinsatz aus

Hamburg (ots) - Zeit: 21.08.2013, gegen 11:30 Uhr Ort: Hmb.-Neustadt, Neuer Wall

Unbekannte veröffentlichten im Internet ein Video, auf dem eine mögliche Kindesentführung zu sehen war. Weil es sich bei dem vermeintlichen Tatort unverkennbar um die Hamburger Innenstadt handelte, erhielt der Führungs- und Lagedienst der Hamburger Polizei gestern Abend einen Hinweis auf das Video. Ein angeblicher Amateurfilmer will zufällig gefilmt haben, wie ein Kind in einem schwarzen VW-Bus entführt wird.

Das Raubdezernat übernahm die Ermittlungen. Die Landesreserve der Bereitschaftspolizei wurde mit Sonderrechten zum vermeintlichen Tatort gesandt, um durch Anwohner- und Zeugenbefragungen Hinweise auf die vermeintliche Tat zu erlangen. Im Zuge der Befragungen meldete sich ein Wachmann, der die vermeintliche Tat beobachtet hatte. Er habe eine Frau rufen hören "Entführung, mein Sohn!" und danach sei ein schwarzer VW-Bus in Richtung Jungfernstieg geflüchtet. Er habe den Bus mit seinem Segway verfolgt. Am U-Bahnhof Jungfernstieg, Ausgang Reesendamm, sei er dann auf zwei Männer und den Jungen aufmerksam geworden. Auf den Sachverhalt angesprochen habe man ihm mitgeteilt, dass es sich hier um unangemeldete Filmaufnahmen gehandelt habe. Der Junge sei völlig entspannt gewesen, sodass er die Hinzuziehung der Polizei nicht für erforderlich gehalten habe. Da zu der fraglichen Zeit auch kein Notruf bei der Polizei eingegangen war, erscheinen diese Angaben glaubhaft.

Videomaterial von dem angeblichen Tatort und aus der Hochbahnüberwachung wurde gesichert. Außerdem laufen Ermittlungen hinsichtlich des Absenders der Videoaufnahmen. Gegen den unbekannten Amateurfilmer und seine Darsteller wird wegen Vortäuschung einer Straftat ermittelt.

An diesem Einsatz waren mehr als 20 Polizeibeamte und 10 Streifenwagen beteiligt. In solchen Fällen wird dem Verursacher der Polizeieinsatz in Rechnung gestellt.

Sw.

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