Polizei Hamburg

POL-HH: 130604-3. Verdacht der Luftverschmutzung durch Seeschiff - Wasserschutzpolizei ermittelt

Hamburg (ots) - Zeit: 03.06.2013, 11:35 Uhr Ort: Hamburger Hafen, Liegeplatz Rethe Kruse

Wasserschutzpolizeibeamte haben auf dem unter italienischer Flagge fahrenden Tankschiff "Korsaro" (Länge 170 m, Breite 26 m, BRZ 17.644) eine Schiffskontrolle durchgeführt.

Nach der Überprüfung der Schiffspapiere und der Papiere über die Tank- und Rohrleitungssysteme im Maschinenraum lagen den Wasserschutzpolizeibeamten Hinweise vor, dass der verantwortliche Leitende Ingenieur (55) sowie der 2. und 3. Wachingenieur die Dieselgeneratoren und die Hilfskesselanlage nicht rechtzeitig von einem hoch-schwefligen (max. 1 Prozent Schwefelgehalt) auf einen niedrig-schwefligen Kraftstoff (max. 0,1 Prozent) umgestellt hatten.

Weitere Ermittlungen im Maschinenraum erhärteten den Verdacht, dass die Dieselgeneratoren mit einem Kraftstoff betrieben wurden, der ein Schwefelgehalt von über 0,1 Prozent enthielt. Außerdem stellten die Beamten fest, dass der Dieselkraftstofftagestank erheblich mit Schweröl kontaminiert war.

Die Beamten zogen Proben zur Beweissicherung. Schon optisch zeigte die Kraftstoffprobe typische Eigenschaften eines Schweröl-/Dieselölgemischs mit einem deutlich höheren Anteil von Schweröl. Die sichergestellten Proben werden im Labor des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie analysiert.

Seit 01. Januar 2010 dürfen Schiffe in europäischen Häfen, die länger als zwei Stunden am Liegeplatz festgemacht haben, keine Kraftstoffe mit einem Schwefelgehalt von über 0,1 Prozent mehr verwenden. Ausnahmen sind nur durch das Abschalten aller Motoren und Kesselanlagen oder durch eine andersartige Energieversorgung, z. B. durch Landstrom, möglich. Falls kein schwefelarmer Treibstoff an Bord ist, muss er unverzüglich beschafft und verwendet werden. Damit soll die Luftverschmutzung in Häfen verringert werden, die bei der Verfeuerung schwefelreicher Schiffskraftstoffe entsteht.

Wegen des Verstoßes gegen die Schwefel-Richtlinie wurden gegen den 55-jährigen italienischen Leitenden Ingenieur, gegen den 2. und 3. Wachingenieur Sicherheitsleistungen von insgesamt 10.630,50 Euro festgelegt.

Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern an.

Sch.

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