Polizei Hamburg

POL-HH: 130529-3. Verdacht der Luftverschmutzung durch Seeschiff - Wasserschutzpolizei ermittelt

Hamburg (ots) - Zeit: 28.05.2013, 11:35 Uhr Ort: Hamburger Hafen, Neuhöfer Kanal

Wasserschutzpolizeibeamte haben auf dem unter der Flagge Bahamas fahrenden Seeschiff "Wicko" (Länge 190 m, Breite 23 m, BRZ 20.603) eine Schiffskontrolle durchgeführt.

Nach der Überprüfung der Schiffspapiere und der Papiere über die Tank- und Rohrleitungssysteme im Maschinenraum lagen den Wasserschutzpolizeibeamten Hinweise vor, dass der verantwortliche Leitende Ingenieur sowie der 2. Wachingenieur die Dieselgeneratoren nicht rechtzeitig von einem hoch-schwefligen (max. 1 Prozent Schwefelgehalt) auf einen niedrig-schwefligen Kraftstoff (max. 0,1 Prozent) umgestellt hatten.

Weitere Ermittlungen im Maschinenraum erhärteten den Verdacht, dass die Dieselgeneratoren mit einem Kraftstoff betrieben wurden, der ein Schwefelgehalt von über 0,1 Prozent enthielt.

Die Beamten zogen Proben zur Beweissicherung. Schon optisch zeigte die Kraftstoffprobe typische Eigenschaften eines Schweröl-/Dieselölgemischs mit einem deutlich höheren Anteil von Schweröl. Die sichergestellten Proben wurden im Labor des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie analysiert. Die Analyse ergab einen Schwefelgehalt von 0,21 Prozent. Damit wurde der Grenzwert um über 100 Prozent überschritten.

Seit 01. Januar 2010 dürfen Schiffe in europäischen Häfen, die länger als zwei Stunden am Liegeplatz festgemacht haben, keine Kraftstoffe mit einem Schwefelgehalt von über 0,1 Prozent mehr verwenden. Ausnahmen sind nur durch das Abschalten aller Motoren und Kesselanlagen oder durch eine andersartige Energieversorgung, z. B. durch Landstrom, möglich. Falls kein schwefelarmer Treibstoff an Bord ist, muss er unverzüglich beschafft und verwendet werden. Damit soll die Luftverschmutzung in Häfen verringert werden, die bei der Verfeuerung schwefelreicher Schiffskraftstoffe entsteht.

Wegen des Verstoßes gegen die Schwefel-Richtlinie wurde gegen den 59-jährigen polnischen Leitenden Ingenieur und den 2. Wachingenieur (53) jeweils eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1.838,50 Euro festgelegt.

Die Wasserschutzpolizeibeamten ordneten an, das Rohrleitungssystem zu reinigen.

Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern an.

Sch.

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