Polizeidirektion Flensburg

POL-FL: Flensburg
Schleswig - Rauschmittelkontrollaktion : Ausbildung mit Torkeltests und Blutproben

Flensburg & Schleswig (ots) - Von Mittwoch bis Freitag fand für 16 Lehrgangsteilnehmer eine Fortbildungsveranstaltung der besonderen Art von der Landespolizeischule (PD AFB) hier im Direktionsbereich statt.

Die Polizeibeamten des Einzeldienstes sollten dabei an drei Tagen für die Erkennung von Medikamenten- und Rauschmitteleinfluss sensibilisiert werden.

Nach theoretischer Unterweisung am Mittwoch durch den Lehrgangsleiter der PD AFB, Bernd Penter, kamen Donnerstag und Freitag Praxistrainer aus dem ganzen Land nach Flensburg, um gemeinsam mit den Lehrgansteilnehmern auf der Straße auszubilden. Die bereits erfahrenen Trainer standen den Kollegen dabei nicht nur beratend zur Seite sondern zeigten anschaulich, wie derartige Kontrollen durchgeführt werden.

Zur Erkennung von Rauschmittel- oder Medikamenteneinfluss gehört einfach mehr als die Alkoholfahne oder die Flasche Bier in der Mittelkonsole. Es kommt auf eine gezielte Gesprächsführung an, die sensible Wahrnehmung von drogentypischen individuellen Auffälligkeiten, einen geschickten und einfühlsamen Umgang mit dem Probanden und vieles mehr, um nicht in Vorurteile zu verfallen.

Erhärtet sich der Verdacht, werden zusätzlich Drogenschnelltests zur Entlastung eingesetzt und so genannte Torkeltests standardisiert angeboten. Diese sind aus den Medien bekannt : Linielaufen, Finger-Nase-Test, Pupillenreaktionstests usw.

In Standkontrollen und über mobile Streifen konnten die Lehrgangsteilnehmer an den zwei Praxistagen Donnerstag & Freitag jeweils nachmittags insgesamt 17 Verfahren wegen Drogen- und Alkoholeinfluss im Straßenverkehr einleiten und damit Erfahrungen sammeln.

Bei 16 Verkehrsteilnehmern wurden wegen Rauschmitteleinflusses entsprechende Blutproben entnommen, nur einer war stark alkoholisiert. Die Drogenschnelltests verliefen positiv auf Cannabiseinfluss, Kokain und Opiate.

So fiel ein Proband - direkt aus dem Auto steigend - den Beamten in die Arme und hatte einen kurzfristigen Kreislaufzusammenbruch. Ein anderer 55jähriger hatte die Kontrolle bereits erwartet : "Alle haben schon Post vom Drogenscreening bekommen, nur ich nicht !" Er beschwerte sich zugleich darüber, "dass man in Deutschland noch nicht mal einen Joint rauchen" dürfe und erwog, "auszuwandern". Ein weiterer erklärte den Polizisten, dass der "allabendliche Joint" für den positiven Drogenschnelltest verantwortlich sei. Einen konnten die Fahnder im dichten Feierabendverkehr nur erwischen, weil er plötzlich eine Panne hatte.

Die Überprüfung der Fahrtüchtigkeit bleibt bei Verkehrskontrollen wesentlicher Schwerpunkt zur Bekämpfung der Hauptunfallursache ADM (Alkohol-Drogen-Medilkamente). Auch bei der Unfallaufnahme wird dieser Schwerpunkt zunehmend berücksichtigt.

Drogeneinfluß riecht nicht so leicht wie Alkohol, aber er lässt sich detektieren.

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Flensburg
Pressestelle
Norderhofenden 1
24937 Flensburg
Matthias Glamann
Telefon: 0461/484-2010
Fax: 0431/9886442010
E-Mail: pressestelle.flensburg@polizei.landsh.de

Original-Content von: Polizeidirektion Flensburg, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Polizeidirektion Flensburg

Das könnte Sie auch interessieren: