Polizeidirektion Flensburg

POL-FL: "Häusliche Gewalt - Du bist nicht alleine"

    Flensburg (ots) - KIK Flensburg und Polizeidirektion Flensburg informieren über Häusliche Gewalt in der Stadt Flensburg

    (KIK = Kooperations- und Interventionskonzept des Landes Schleswig-Holstein gegen Häusliche Gewalt)

    Ort/Zeit: Flensburg, Neustadt 30, Raum 306 Donnerstag, 13.03.08, 14.00 Uhr

    Besonderes Medieninteresse riefen in den letzten Monaten spektakuläre Tötungsdelikte hervor, bei denen eine Frau von ihrem Lebenspartner oder ihrem ehemaligen Partner getötet wurde.

    Diese Fälle haben eines gemeinsam:

    Der grausamen Eskalation ging eine Vorgeschichte voraus, während der verschiedene Personen des Umfeldes, aber auch Behörden, Gerichte und Polizei mit den Beteiligten Berührung hatten. Im Nachhinein wird dann verschiedentlich gefragt, welche Handlungsmöglichkeiten es gegeben hat, um das Unfassbare verhindern zu können. Gab es überhaupt die Gelegenheit dazu?

    Eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen hat 2004 ergeben, dass jede vierte Frau körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch aktuelle oder frühere Partner erlebt oder erlebt hat. Wir müssen also davon ausgehen, dass es eine immense Anzahl von Beziehungen gibt, in denen Frauen geschlagen, gedemütigt, beleidigt, vergewaltigt, isoliert oder verfolgt werden. Das öffentliche Interesse konzentriert sich dabei auf die brutalsten und besonders schockierenden Fälle, die nur die Spitze eines Eisberges darstellen.

    In den Landkreisen und kreisfreien Städten wurden daher bereits vor mehreren Jahren  Kooperationskreise ins Leben gerufen, in denen staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen zusammenarbeiten, die mit Opfern und Tätern Häuslicher Gewalt konfrontiert sind.

    Gemeinsames Ziel ist es, die Opfer besser zu schützen und ein klares Nein gegen Gewalt in der Familie auszusprechen.

    An Hand der Einsatzdaten im Bereich Häuslicher Gewalt für die Stadt Flensburg im Jahr 2007 möchten wir das Hellfeld beleuchten und darstellen, welche Möglichkeiten für die Intervention bestehen.

    Die Bezüge zu anderen derzeit diskutierten negativen gesellschaftlichen Erscheinungsformen, z.B. Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen, sind offensichtlich.

    Neben der Darstellung der Aktivitäten verschiedener Institutionen geht es dabei  insbesondere auch darum, Opfer zu motivieren, sich Hilfe bei der Suche nach einem Ausweg aus ihrer Lage zu suchen, bevor es zu einem Polizeieinsatz kommt.

    Eine der Möglichkeiten, den Opfern im Rahmen der Nachsorge wieder beim Aufbau eines positiven Sicherheitsgefühls zu helfen, besteht in der Teilnahme an einem Selbstbehauptungskurs der Polizei. Zielgruppe dieser Kurse sind Frauen jeden Alters und jeder sozialen Gruppe. Es hat sich herausgestellt, dass es sich dabei nicht nur um Frauen handelt, die sich präventiv besser auf bedrohliche Situationen vorbereiten wollen.

    Über die Verbindung zu Hilfsorganisationen, aber auch durch die Kontakte zu Polizeidienststellen, kommen häufig Frauen zu den Kursen, die bereits Gewalterfahrungen machen mussten. Dieser Gruppe kann die Teilnahme wieder mehr Selbstsicherheit vermitteln und ihnen dadurch wieder Mut zur Teilnahme am öffentlichen Leben geben.

    Seit 1996 haben über 1000 Frauen aus Flensburg und Umgebung an den Kursen teilgenommen, darunter auch  Opfer Häuslicher Gewalt und   Opfer von Stalkinghandlungen.

    Die Kurse werden durch Spenden finanziert, die über den Kriminalpräventiven Verein der Stadt Flensburg zur Verfügung gestellt worden sind.

    In diesem Jahr hat sich die Fa. Orion bereit erklärt, mit einer Spende von 2000 Euro die Finanzierung der Kurse zu sichern.

    Im Rahmen der Veranstaltung ist beabsichtigt, dass der Vorsitzende des Kriminalpräventiven Rates der Stadt Flensburg, Herr 2.Bürgermeister Jochen Barckmann, symbolisch die Spende der Fa. Orion entgegennimmt.

    Die Vertreter der Presse erhalten eine Presseinfomappe.

    Um Anmeldung unter Tel.: 0461/484 4201, Jürgen Zimmer, oder Tel.: 0461/484 2140, Ulrik Damitz, wird gebeten.

    Für Fragen stehen wir ihn gern zur Verfügung.


ots Originaltext: Polizeidirektion Flensburg
Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=6313

Rückfragen bitte an:

2. Polizeirevier Flensburg
Norderhofenden 1
24937 Flensburg
Jürgen Zimmer
Telefon: 0461-484 4201



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