Polizeidirektion Oldenburg

POL-OLD: +++ Kontrolle von Lebendtiertransporten +++ Beanstandungsquote bei 72 Prozent +++

POL-OLD: +++ Kontrolle von Lebendtiertransporten +++ Beanstandungsquote bei 72 Prozent +++
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Oldenburg (ots) -

Am gestrigen Donnerstag, dem 06.11.2014, führten in der Zeit von 
06:00 bis 16:00 Uhr speziell ausgebildete Polizeibeamte der 
Regionalen Kontrollgruppe der Polizeidirektion Oldenburg 
fachspezifische Verkehrskontrollen mit der Zielrichtung "Tier- und 
Lebensmitteltransporte" durch. 

Themen wie z.B. Vogelgrippe, Schweinepest und der Dioxinskandal 2011 
machen deutlich, dass der Einhaltung der tiertransport- und 
lebensmittel-, transportrechtlichen Vorschriften ein hohes Maß an 
Bedeutung zukommt.

Die Verkehrskontrollen erstreckten sich neben den Autobahnen und 
Bundesstraßen auch auf bekannte Zufahrtsstraßen zu den 
Schlachtbetrieben im Bereich der Polizeidirektion. Dabei 
unterstützten Mitarbeiter der ortsansässigen Veterinärbehörden die 
Einsatzkräfte.

Insgesamt kontrollierten die Beamten 64 Beförderungseinheiten, 
bei denen 46 Verstöße zu beanstanden waren. Dies entspricht einer 
Beanstandungsquote von 72 Prozent. 

Im Bereich der tierrechtlichen Bestimmungen stellten die Kontrolleure
u.a. fehlerhaft ausgefüllte Desinfektions- und Kontrollbücher, 
Missachtung der Stellflächengröße sowie Überladungen fest.


Besonderheiten:

Im Bereich der Polizeiinspektion Diepholz wurde ein 53-jähriger 
Fahrer eines niederländischen Lastzuges beladen mit ca. 6800 Hühnern 
kontrolliert. Er wollte in die Niederlande zu einem Schlachthof 
fahren. In der Kontrolle wurde festgestellt, dass die Hühner mit 
nassem Gefieder verladen wurden und zudem eine Plane gegen den kühlen
Fahrtwind nicht zugezogen worden war. Dies verursacht unnötig Leiden 
bei den Tieren und führte dazu, dass in Zusammenarbeit mit den 
Veterinären vor Ort ein Verfahren gegen den Fahrer und Verlader 
eingeleitet wurde. Die Fahrt konnte erst nach beheben der Mängel 
fortgesetzt werden.

Ebenfalls im Landkreis Diepholz kontrollierten die Beamten einen 
30-jährigen Fahrer eines 12-Tonners, beladen mit 11 Bullen. Er wollte
die Tiere zu einem Schlachthof nach Bakum bringen und hatte es 
offensichtlich mit dem Gewicht nicht ganz genau genommen. So wurde 
eine Überladung um fast zwei Tonnen festgestellt. Zudem blieb den 
Tieren zu wenig Stellfläche auf dem Lkw und es erfolgte keine 
Trennung der Bullen in Gruppen. Dies ist bei einer größeren Anzahl 
transportierter Tiere erforderlich, um zu vermeiden, dass bei einem 
Bremsmanöver die vorderen Tiere eingequetscht werden. Den Fahrer und 
Unternehmer erwartet jeweils ein empfindliches Bußgeld.

Im Bereich Cloppenburg wurde ein Lastzug beladen mit Mastschweinen 
vor einem Schlachthof kontrolliert. Zum Erstaunen der Beamten und des
Veterinäramtes war das Fahrzeug bereits gestern dort, konnte aber 
aufgrund eines Betriebsunfalls die Tiere nicht abliefern. Doch 
anstatt sich eine Abladestelle zu suchen, beließ der 
Transportunternehmer die Tiere die Nacht über auf dem Fahrzeug. Die 
Schweine waren dadurch 20 Stunden ohne Wasserversorgung und mussten 
in ihrem Kot und Urin stehen. In Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt 
Cloppenburg wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Neben Lebendtiertransporten wurden auch Transporte mit tierischen 
Nebenprodukten kontrolliert. Im Bereich Vechta erwischte es einen 
39-jährigen Fahrer eines Sattelzuges mit Hühnertrockenkot. Bei der 
Wägung des Fahrzeuges wurde eine massive Überladung von 4000 kg 
festgestellt. Bei der Überprüfung seiner Lenkzeiten wurde zudem 
ermittelt, dass der Brummifahrer viel zu lange am Steuer gesessen 
hatte. Abschließend hatte er sein Gefährt auch noch mit einer um 
20km/h zu hohen Geschwindigkeit geführt. Ihn erwartet ein 
empfindliches Bußgeld und die Weiterfahrt wurde ihm noch vor Ort 
untersagt.

 

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