Polizeidirektion Oldenburg

POL-OLD: +++ Kontrolle von Lebendtiertransporten +++ Beanstandungsquote bei 66 Prozent +++

POL-OLD: +++ Kontrolle von Lebendtiertransporten +++ Beanstandungsquote bei 66 Prozent +++
Archivbild

Oldenburg (ots) -

39 Polizeibeamte der Regionalen Kontrollgruppe der Polizeidirektion 
Oldenburg führten am gestrigen Tage eine fachspezifische Kontrolle 
von Lebendtiertransporten durch. 

Themen wie z.B. Vogelgrippe, Schweinepest und der Dioxinskandal 2011 
machen deutlich, dass der Einhaltung der tiertransport- und 
lebensmitteltransportrechtlichen Vorschriften ein hohes Maß an 
Bedeutung zukommt.

Die Verkehrskontrollen erstreckten sich sowohl über Bundesstraßen als
auch auf den Autobahnen in der gesamten Polizeidirektion. In 
Teilbereichen unterstützten die Einsatzkräfte Mitarbeiter der 
ortsansässigen Veterinärbehörden.

Insgesamt kontrollierten die Beamten 104 Beförderungseinheiten, 
bei denen 69 Verstöße zu beanstanden waren. Dies entspricht einer 
Beanstandungsquote von 66 Prozent. Zehn Fahrern musste noch vor
Ort die Weiterfahrt untersagt werden.

Im Bereich der tierrechtlichen Bestimmungen stellten die Kontrolleure
u.a. fehlerhaft ausgefüllte Desinfektions- und Kontrollbücher, 
Missachtung der Stellflächengröße sowie Überladungen fest.


Besonderheiten:

Ein 48-jähriger Fahrzeugführer eines Viehtransporters aus Molbergen 
beförderte auf einem Lkw mit Anhänger insgesamt 192 Schlachtschweine 
zu einem Schlachthof nach Essen/Oldenburg. 
Eine Wägung ergab, dass der Zug mit 45.460 kg um 13,65 Prozent 
überladen war. Zudem wurde die Mindeststellfläche für Mastschweine 
nicht eingehalten und alle vier Reinigungsstutzen am Fahrzeug waren 
geöffnet, so dass ungehindert tierische Abgänge auf die Straße 
gelangen konnten. 
Da der Fahrer auch die Desinfektionskontrollbücher nicht ausgefüllt 
hatte und keinen Nachweis über seine Fahrtzeiten führte, erwartet ihn
nun ein empfindliches Bußgeld. Gegen das Transportunternehmen 
leiteten die Beamten ein Vermögensabschöpfungsverfahren ein, so dass 
die widerrechtlich erwirtschafteten Vermögensvorteile voraussichtlich
eingezogen werden.

Im Landkreis Vechta geriet ein Fahrer eines Viehtransporters in die 
Kontrolle, der seine Weiterfahrt an Ort und Stelle unterbrechen 
musste. Die Gründe lagen in den nicht ausgefüllten 
Desinfektionskontrollbüchern sowie an dem Zustand des Anhängers. 
Dieser war extrem verschmutzt und nicht desinfiziert, obwohl der 
Transport gerade erst das Gelände eines Schlachthofes verlassen 
hatte. Die Kontrolleure untersagten dem Fahrer folglich die 
Weiterfahrt, ordneten eine gründliche Reinigung an und leiteten ein 
Bußgeldverfahren ein.

Einen 53-jähriger Fahrer eines Kälbertransportes aus Bayern erwartete
nach der Kontrolle ebenfalls ein Bußgeldverfahren. Die Beamten 
kontrollierten den Transport in Garrel (LK Cloppenburg) und stellten 
fest, dass der Fahrer länger als neun Stunden am Steuer gesessen 
hatte. Dabei vergaß dieser, dass Kälber nach Ablauf dieses 
Stundenzeitraumes abgeladen und getränkt werden müssen. Auch hatte er
sich nicht an die Lenk- und Ruhezeiten gehalten. 

Übertrieben hatte es weiterhin ein Fahrer eines Tiertransportes: Er 
beförderte Mastschweine von Bakum nach Emstek. Laut den Papieren, die
er den Beamten vor Ort aushändigte, hatte der Transport 176 Schweine 
geladen. Eine Wägung ergab daraufhin ein Gesamtgewicht von 46000 kg.
Der Fahrer räumte ein, dass er tatsächlich 200 Schweine geladen 
hatte. Ihn erwartet nun ein erhöhtes Bußgeld, da er vorsätzlich 
handelte.

Ein baden-württembergisches Unternehmen transportierte 149 Kälber in 
einem Sattelzug vom Bodensee nach Vechta. Das Hubdach des Anhängers 
war hochgefahren worden, damit die Tiere ausreichend Stehhöhe hatten.
Damit war allerdings die zulässige Höhe des Fahrzeugs deutlich 
über-schritten, so dass die Anzahl der Tiere gar nicht transportiert 
werden durften. Der 50-jährige Fahrer räumte weiterhin ein, dass für 
die Tiere kein Wasser vorhanden sei. Dies ist allerdings bei 
Beförderungen, die länger als acht Stunden dauern, Pflicht. Er war 
mit seinem Beifahrer bereits seit mehr als elf Stunden praktisch "non
stop" unterwegs.
Fahrer und Unternehmer erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren
mit dem Ziel, die zu Unrecht erlangten Einnahmen von etwa 2.000 Euro 
abzuschöpfen. 

Bei einer Kontrolle eines Tiertransportes in der Gemeinde Lembruch 
hielten die Beamten einen 29-jährigen Fahrer eines PKW mit Anhänger 
an. Der Fahrer war erheblich zu schnell unterwegs, was ihm ein 
deftiges Bußgeld sowie ein Fahrverbot einbringen wird. 
In seinem Anhänger transportierte der Fahrer eine Kuh, die sich am 
Vortag im heimischen Stall erheblich verletzt hatte und zu einem 
Schlachter in den Landkreis Osnabrück gebracht werden sollte.
Der zum Kontrollort gerufene Veterinär des Landkreises Diepholz 
ordnete jedoch an, dass das Tier durch eine Tierärztin von seinen 
Leiden erlöst wird. Es wurde sofort eingeschläfert.
Den Fahrer sowie den Besitzer der Kuh erwarten Strafverfahren wegen 
Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Derart verletzte Tiere zu 
transportieren ist aufgrund der erheblichen Leiden, die ihnen 
zugefügt werden, strikt verboten.

 

Rückfragen bitte an:

Janina Schäfer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Polizeidirektion Oldenburg
Theodor-Tantzen-Platz 8
26122 Oldenburg
Tel.: 0441/799-1042
E-Mail: pressestelle@pd-ol.polizei.niedersachsen.de
Homepage: www.polizei-oldenburg.de

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