Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (136) Schnelle Festnahme nach bewaffnetem Supermarkt-Überfall mit Geiselnahme

    Nürnberg (ots) - Die Nürnberger Polizei konnte gestern Abend einen schnellen Fahndungserfolg verbuchen. Bereits kurz nach der Tat wurde ein 24- jähriger Supermarkt-Räuber festgenommen, der unter Vorhalt eines Messers an den Hals eines Kunden 500 Euro erpresst hatte. Er flüchtete mit einem Pkw, der von seinem 21-jährigen Freund gesteuert wurde. Hierbei inszenierten beide eine Geiselnahme, indem sie vorgaben, der Fahrer müsse unter Vorhalt des Messers an seinen Hals den Anweisungen des Beifahrers Folge leisten.

    Am 31.01.2005, gegen 19.40 Uhr, hatte der 24-Jährige den Discounter am Nordring in Nürnberg betreten. Einem an der Kasse stehenden Kunden hielt er sein mitgebrachtes Küchenmesser an den Hals und verlangte von der Kassiererin die Herausgabe von Geld. Ihm wurden schließlich ca. 500 Euro ausgehändigt. Mit seiner Beute rannte der mit einem hochgeschobenen Schal maskierte Räuber etwa 150 m weit zu einem dort mit laufenden Motor stehenden Nissan Micra und setzte sich auf den Beifahrersitz. Danach fuhr der Pkw Richtung Nordstadt davon.

    Der überfallene Kunde und weitere Personen waren dem Täter gefolgt und hatten sogar noch das mit Schnee bedeckte Kennzeichen freiwischen können. So war es möglich, das Kennzeichen abzulesen. Ein Ehepaar, das ebenfalls den Überfall mitbekommen hatte, verfolgte mit seinem Pkw das Fluchtfahrzeug und gab ständig über Handy an die Polizei Standortmeldungen weiter. Deshalb konnte das Fahrzeug bereits wenig später im Bereich Kilianstraße von einer Polizeistreife aufgenommen und verfolgt werden. Auf dem Nordwestring sollte der Pkw gestoppt werden, doch gab der Beifahrer zweifelsfrei zu erkennen, dass er den Fahrer in den Hals stechen wolle, wenn er nicht weiterfahren könne. An der Kreuzung Maximilianstraße / Fürther Straße hatte sich an der dortigen Ampel bei Rot ein Stau gebildet, weshalb der Nissan halten musste. Nach Abgabe von einem Warnschuss in die Luft und einem Schuss in Richtung des rechten Vorderreifens gelang es den eingesetzten Beamten, den am Beifahrersitz sitzenden Räuber das Messer abzunehmen und ihn unter Zuhilfenahme von Pfefferspray festzunehmen. Er leistete hierbei keinen Widerstand. Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt.

    Bei seiner noch in der Nacht durchgeführten Vernehmung durch die Kriminalpolizei gab der 24-jährige Nürnberger den Überfall im Supermarkt bald zu, schilderte aber zunächst, dass sein 21-jähriger Freund von der Tat nichts gewusst habe und er ihn tatsächlich als Geisel genommen hätte. Erst später gestand er, dass von Anfang an der Freund den Fluchtwagen steuern sollte und der Gedanke der Geiselnahme erst inszeniert wurde, als die Polizei die Verfolgung aufnahm. Auch der 21-jährige Fahrer wollte zunächst von der Tat nichts gewusst haben, legte aber schließlich ebenfalls ein Geständnis ab. Der 24-Jährige gab darüber hinaus auf Vorhalt zu, bereits am 20.12.2004 einen Supermarkt in der Johannisstraße mit gleicher Begehungsweise verübt zu haben. Die Tat am 14.01.2005 im selben Supermarkt bestreitet er, obwohl gewisse Indizien auch hier für seine Täterschaft sprechen. Damals hatte er eine Kundin, die ihr Baby im Kinderwagen dabei hatte, ebenfalls mit einem Messer am Hals bedroht und so die Herausgabe von 1.000 Euro erpresst. In diesem Zusammenhang sucht die Polizei immer noch den Zeugen, der den Täter nach der Tat am 14.01.2005 gegen 19.00 Uhr in die Lobsingerstraße laufen sah. Dieser Mann möge sich bitte unbedingt mit dem Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer (0911) 211-3333 in Verbindung setzen.

    Gegen die beiden festgenommenen Tatverdächtigen wurde Anzeige wegen schwerer räuberischer Erpressung und erpresserischem Menschenraub mit Geiselnahme erstattet. Von der Staatsanwaltschaft Nürnberg wurde Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gestellt. Beide werden heute dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Nürnberg zur Klärung der Haftfrage überstellt.

ots-Originaltext: Polizeipräsidium Mittelfranken

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