Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (1596) Festnahme von zwei Afrikanern in Hamburg nach versuchtem Betrug

      Erlangen (ots) - Am 15.08.2001 erstattete ein 28-jähriger
Mann bei der Kriminalpolizei Erlangen Anzeige. Er hatte von
einer Person, welche sich als Doktor und Mitarbeiter im
nigerianischen Gesundheitsministerium ausgab, eine e-Mail
erhalten, mit welcher er gebeten wurde, bei der Transaktion
eines Bargeldbetrages in Höhe von 25,5 Mio. US-Dollar von
Nigeria nach Deutschland mitzuwirken. Er sollte das Geld in
einem Koffer in Empfang nehmen und es in Deutschland auf
Bankkonten anlegen.
    Für die Mitwirkung an der Geldtransaktion wurde eine
Provision in Höhe von 20 % des eingeführten Geldes versprochen.
    Nachdem der 28-Jährige seine Bereitschaft zur Mitwirkung
bekundet hatte, versuchten die Täter den Mann zur Übernahme des
Geldkoffers nach Hamburg zu locken. Durch gefälschte Schreiben
angeblicher Transportfirmen aus Nigeria und Hamburg wurde
versucht, vorzugaukeln, dass der Koffer mit dem Geld nach
Hamburg gebracht werde und auch bereits dort eingetroffen sei.

    In dem letzten Schreiben wurde der eigentliche Zweck der ganzen Sache deutlich. Zur Auslösung des Geldkoffers sollte im Voraus eine so genannte //Clearing Charge// in Höhe von 7.500 US-Dollar geleistet werden.

    Den sofort in die Ermittlungen eingebundenen Kollegen der Hamburger Kriminalpolizei war bereits ein zweiter, gleichgelagerter Fall zur Kenntnis gelangt. Bei einer vereinbarten Geldübergabe in einem Hamburger Hotel konnten zwei Tatverdächtige festgenommen werden.

    Es handelte sich um zwei in der Umgebung von Hamburg ansässige afrikanische Asylbewerber im Alter von 23 und 17 Jahren. Bei Durchsuchungen wurden Unterlagen gefunden, aus welchen zu schließen ist, dass offensichtlich zahlreiche andere Personen die so genannte //Clearing Charge// gezahlt haben. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand kam es den Tätern ausschließlich auf die Vorauszahlungen an, die angekündigte Geldtransaktion war nur vorgetäuscht.

    Bei der Vorgehensweise handelt es sich um eine seit Jahren bekannte Arbeitsweise von afrikanischen, oftmals organisierten Tätergruppen. Auch im hiesigen Raum werden regelmäßig Personen, d.h. in aller Regel Firmen, in der geschilderten Art und Weise angegangen.

    Die Kriminalpolizei rät, keinesfalls auf derartige Offerten, die regelmäßig in englischer Sprache eingehen, zu antworten oder gar weitere, personengebundene Daten (z.B. Kontoverbindung o.ä.) preiszugeben. In Zweifelsfällen wenden Sie sich an ihre Kriminalberatungsstelle.

ots-Originaltext: Pressestelle Polizeipräsidium Mittelfranken

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