Polizeiinspektion Lüneburg

POL-LG: ++ Festnahme eines "russischen Schockanrufers" nach Presseveröffentlichung ++ Taxifahrerin erinnert sich an Fahrgast ++ Amtsgericht Lüneburg erlässt Haftbefehl ++

Plakat russische Schockanrufer

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Lüneburg (ots) - ++ Festnahme eines "russischen Schockanrufers" nach Presseveröffentlichung ++ Taxifahrerin erinnert sich an Fahrgast ++ Amtsgericht Lüneburg erlässt Haftbefehl ++

Lüneburg/Uelzen

Einen litauischen "Läufer" konnten Ermittler des Fachkommissariates Betrugsdelikte nach intensiver Ermittlungen und dem Hinweis einer Taxifahrerin bereits Mitte Februar nach einem Schockanruf in russischer Sprache zum Nachteil einer Seniorin in Lüneburg vorläufig festnehmen.

In den frühen Abendstunden des 13.02.14 gaukelte ein angeblicher Anwalt einer 76-Jährigen aus Lüneburg in russischer Sprache am Telefon vor, dass "der Neffe der Seniorin heute ein kleines Mädchen angefahren habe und er umgehend 15.000 Euro bräuchte, um den Neffen vor dem Gefängnis zu bewahren". Die Seniorin wandte sich in der Folge an ihre "richtige" Nichte; diese sich an die Polizei, so dass eine Geldübergabe verhindert werden konnte. Im Bereich der möglichen Geldübergabe in der Adolf-Reichwein-Straße beobachtete die Nichte dann gegen 19:00 Uhr den vermeintlichen Täter/Geldabholer, der in der Folge flüchtete (siehe auch Pressemitteilung v. 14.02.14).

In diesem Zusammenhang bat die Polizei Zeugen bzw. insbesondere Taxifahrer, die gegen 19:00 Uhr eine entsprechend verdächtige Person im Bereich Kaltenmoor gesehen bzw. dorthin transportiert haben, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Aufgrund der Berichterstattung in den örtlichen Medien erinnerte sich eine Lüneburger Taxifahrerin den vermeintlichen Geldabholer gefahren zu haben. Im Rahmen von intensiven Recherchen konnten die Ermittler den 19-jährigen Geldabholer, einen litauischen Staatsbürger, noch am 17.02.14 im Umfeld eines Hotels in der Lüneburger Innenstadt festnehmen. Der junge Mann, der als "Läufer"/Geldabholer fungierte, legte in der Folge ein Geständnis ab. Das Amtsgericht Lüneburger erließ auf Antrag der Staatsanwalt Lüneburg am 18.02.14 Haftbefehl gegen den Litauer.

Die weiteren Ermittlungen zu den Hintermännern sowie weiterer Taten in der Region, u.a. in Lüneburg und Uelzen dauern an.

Bereits Wochen zuvor gelang den Lüneburger Ermittlern ebenfalls die Festnahme eines Litauischen "Läufers" der im südlichen Landkreis Lüneburg mehrere tausend Euro mit dem gleichen modus operandi von einer älteren Mitbürgerin abgeholt hatte. Auch dieser 30-jährige Täter konnte Mitte Januar festgenommen, dem Haftrichter vorgeführt und letztendlich in Haft gebracht werden. Dieser Täter schweigt zu den Vorwürfen.

Beide Fälle weisen internationale Verbindungen und Bezüge auf.

Deshalb rät die Lüneburger Polizei die Bürger auf folgende Dinge zu achten:

Präventionshinweise/Tipps der Polizei:

Der so genannte Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für Opfer oft existenzielle Folgen haben kann. Sie können dadurch hohe Geldbeträge verlieren oder sogar um Ihre Lebensersparnisse gebracht werden.

Mit den Worten "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist ältere und allein lebende Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt.

Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben. Nicht selten ruft der Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer den Weg nicht mehr zu Fuß bewältigen kann. Auf diese Weise haben Enkeltrick-Betrüger in der Vergangenheit bereits Beträge im fünfstelligen Eurobereich erbeutet.

Schockanrufe

Die Variante der sogenannten Schockanrufe wenden Betrüger vor allem bei älteren Menschen aus den ehemaligen Sowjetstaaten an. Sie melden sich, sehr häufig in russischer Sprache, per Telefon bei ihren Opfern und behaupten, dass ein Enkel oder ein anderer naher Verwandter in einen Verkehrsunfall oder in ein Strafverfahren verwickelt sei und sich deshalb in polizeilichem Gewahrsam befinde. Die Betrüger erklären, dass gegen eine Zahlung von der Strafverfolgung abgesehen und der Verwandte aus der Haft entlassen wird. Das Geld werde eine Person im Auftrag des Gerichts oder einer Behörde in ziviler Kleidung kurzfristig abholen.

Tipps Ihrer Polizei gegen den Enkeltrick:

Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.

Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.

Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

++ Info-Plakat/Bild unter www.polizeipresse.de ++

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Lüneburg
Pressestelle
Kai Richter
Telefon: 04131/29-2324 o. Mobil 01520 9348855
E-Mail: kai.richter@polizei.niedersachsen.de
http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdlg/lueneburg/

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