Polizeiinspektion Celle

POL-CE: Celle - "Junge Fahrer"

Celle (ots) -

Celle - "Junge Fahrer"

"Die Altersgruppe der jungen Fahrer (18 - 24 Jahre) bleibt 
Hauptrisikogruppe unter den Verkehrsteilnehmern" sagt Joachim Ehlers,
Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Celle.

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes gehört ungefähr jeder 
fünfte Verkehrstote dieser Altersgruppe an - bei einem 
Bevölkerungsanteil von nur 8,1%. Damit besteht für diese Altersgruppe
der 18 bis 24-jährigen das höchste Verkehrsunfallrisiko. Dies zeigt 
sich auch in den Unfallzahlen für den Landkreis Celle im Jahr  2013. 
Von insgesamt 16 Unfalltoten gehörten 5 dieser Altersgruppe an. 
Typische Discounfälle gehörten allerdings nicht dazu.

"Die Unfallursachen sind charakteristisch für diese Altersgruppe.  
Selbstüberschätzung und Imponiergehabe gehen einher mit fehlender 
Fahrpraxis. Hinzu kommt, dass in dieser Altersgruppe eine besondere 
Häufigkeit von Alkohol- und Drogenfahrten festgestellt wird, so der 
Verkehrssicherheitsberater der Polizei. 
"Viele dieser jungen Menschen  machen sich gar keine Gedanken, was 
auf sie zukommen kann, wenn sie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss 
ein Fahrzeug führen." erklärt Ehlers.
Um die Anzahl der Verkehrstoten in dieser Altersgruppe zu reduzieren,
hat die Polizeiinspektion Celle ein spezielles  Maßnahmenkonzept 
entwickelt: Die Polizei geht in die Schulen hinein und klärt die 
Schüler und Schülerinnen der höheren Klassenstufen über die 
altersspezifischen Risiken wie z.B. Alkohol-/ Drogenkonsum in 
Verbindung mit dem Straßenverkehr auf.   

Dabei werde bewusst nicht der moralische Zeigefinger erhoben, sondern
die jungen Führerscheininhaber und angehenden Führerscheininhaber mit
der Realität konfrontiert. "Informationen über die Konsequenzen einer
Fahrt unter Alkohol-/Drogeneinfluss stehen im Vordergrund, wie 
Unfallfolgen, Verlust der Fahrerlaubnis, des Versicherungsschutzes 
und Verlust des Arbeits-Ausbildungsplatzes. 

Noch stärker als bisher wird eine Verknüpfung von präventiven und 
repressiven Maßnahmen vorgenommen, um die Nachhaltigkeit der 
Prävention deutlich zu erhöhen. Die Polizeiinspektion Celle hat vor 
diesem Hintergrund weitere Beamte in der Drogenerkennung im 
Straßenverkehr ausgebildet, so dass hier ein verstärkter 
Kontrolldruck aufgebaut wird. 

Erweitert wird das Konzept um den Ansatz der Zivilcourage. Es geht 
darum, ebenso die Mitfahrerinnen und Mitfahrer anzusprechen, um ihre 
Verantwortung aufzuzeigen. Die zentrale Frage lautet: Was können 
Mitfahrer tun, um Alkohol- und Drogenfahrten zu verhindern. Es ist  
schon viel erreicht, wenn wir die jungen Leute zum Nachdenken über 
ihr eigenes Verhalten anregen. In vielen Fällen gelingt das, so 
Ehlers.

Zeitgleich werden in den Fahrschulen die angehenden 
Führerscheinneulinge   von Studenten über die Gefahren von Alkohol 
und Drogen am Steuer aufgeklärt. Die Studenten wurden unter anderem 
von der Polizei auf ihre Tätigkeit vorbereitet.   
. 
Allerdings muss man auch deutlich sagen, dass es immer wieder junge 
Menschen gibt, die die Gefahren ignorieren und ihren egoistischen 
"Spaßfaktor" in den Vordergrund stellen. Präventionsmaßnahmen haben 
hier wenig Erfolg. Hier helfen nur konsequente Kontrollen und 
Sanktionen wie Entzug der Fahrerlaubnis. Gerade in dieser 
Altersgruppe wird der Verlust des Führerscheins als besonders 
empfindliche Strafe empfunden.  
 

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