Polizei Lahn-Dill

POL-LDK: Phishingmasche erreicht den Lahn-Dill-Kreis
Angeblicher Microsoft-Mitarbeiter wollte Zugang zum PC

Dillenburg (ots) -

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Lahn-Dill-Kreis: Viren und Trojaner sind gängige Begriffe im täglichen Umgang mit dem Internet. Die meisten Internetnutzer kennen die Gefahren, die von dieser Art Schadsoftware ausgeht. Zum Schutz vor diesen Angriffen folgen die meisten den Empfehlungen der Experten und halten ihr Betriebssystem und die Antivirensoftware auf den aktuellsten Stand. Derzeit versuchen Betrüger auf dem direkten Weg Zugang zu den Rechnern ihrer Opfer erlangen.

So auch gestern Abend (30.01.2014) in einem Haushalt in Herborn. Überraschend bekam eine Frau einen Anruf der Firma "Microsoft". Der Anrufer gab sich ihr gegenüber als Mitarbeiter des Online-Support aus und erläuterte in englischer Sprache, dass ihr Computer offensichtlich von einer Schadsoftware befallen sei und der Absturz des Rechners drohe. Er bot gegen Bezahlung an, das Problem per Fernwartung zu lösen und den Rechner gegen weitere Cyper-Angriffe zu schützen. Die Frau ließ sich jedoch nicht auf das Angebot ein. Sie machte das einzig Richtige und beendete das Gespräch. Hätte sie sich auf den Betrüger eingelassen, wären die Folgen fatal gewesen.

Bei ihrer Masche nutzen die Betrüger sogenannte "Remote-Desktop-Tools". Das sind Computerprogramme, die der Fernwartungen von Computern dienen oder Online Meetings ermöglichen. Mit diesen Programmen, wie zum Beispiel "Remote Desktop Connection" von Microsoft oder der "TeamViewer", stellen Teilnehmer über das Internet Verbindung zu anderen Computern her und übernehmen deren Steuerung. Der Anrufer leitet sein Opfer zum Download solcher Programme, hilft bei der Installation sowie dem Start der Software und öffnet seinerseits ein solches Programm. Um ihm den Fernzugriff per Internetverbindung auf den Computer zu gestatten, lässt sich der Gauner das Passwort der Fernwartungssoftware am Telefon durchgeben und schon hat er unbegrenzten Zugriff auf den fremden Rechner. Jetzt kann er in Echtzeit sämtliche Daten einsehen, Schad- oder Spionagesoftware installieren und Kunden- und Bankdaten des Opfers ausspähen.

Die Experten für Internetprävention im Hessischen Landeskriminalamt in Wiesbaden empfehlen misstrauisch zu sein, wenn ohne erkennbaren Anlass ein Anrufer dazu auffordert, den Zugriff auf seinen eigenen Computer zu gestatten. Dabei ist es egal, ob es sich um einen angeblichen Mitarbeiter der Firma Microsoft oder eine andere beliebige Person handelt. Geben Sie niemals sensible Daten am Telefon preis und suchen Sie keine dubiosen Internetseiten zur Installation unbekannter Programme auf. Sollten Sie trotzdem in diesem Zusammenhang einmal angerufen werden, reagieren Sie wie die Frau aus Herborn: legen sie einfach auf!

Guido Rehr, Pressesprecher

ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

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