Polizei Lahn-Dill

POL-LDK: Drohungen, Einschüchterungen und Schläge
28-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft

Dillenburg (ots) -

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Dillenburg: Am 24.01.2014 endete für einen jungen Mann aus dem Lahn-Dill-Kreis ein unglaubliches Martyrium. Über mehrere Monate war er der physischen und psychischen Gewalt eines 28-Jährigen ausgesetzt. Die Geldzahlungen, die der Täter damit erzwang, brachten das Opfer an den Rand des finanziellen Ruins. Alles das, was der junge Mann über Monate über sich ergehen ließ und in seinen Vernehmungen schilderte, überstieg selbst die Vorstellungskraft erfahrener Ermittler der Dillenburger Kriminalpolizei. Nachdem sich das Opfer der Polizei offenbart hatte, setzte ein Haftrichter dem ganzen ein Ende und schickte den Peiniger wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft.

Die Leidensgeschichte begann Mitte September letzten Jahres. Ursprünglich sollte der spätere Täter Drogen gegen Geld besorgen. Nachdem er das Geld erhalten hatte, hielt er den 23-Jährigen hin. Offensichtlich erkannte der Täter sehr früh, dass sein Opfer nicht in der Lage war sich durchzusetzen. Er forderte immer weitere Geldbeträge und drohte ihm das Leben zur Hölle zu machen. Auch seine Familie würde es zu spüren bekommen, sollte er den Forderungen nicht nachkommen. So wechselten drei- oder sogar vierstellige Beträge den Besitzer. Nachdem sein Peiniger seine eigene Wohnung verlor, nistete er sich bei dem 23-Jährigen ein und zeigte sich ihm gegenüber immer aggressiver und brutaler. Zu diesem Zeitpunkt schlug und trat er sein Opfer nahezu täglich und bedrohte es mit dem Leben. Es sei ein leichtes für ihn, so der Tyrann, ihn einfach so verschwinden zu lassen. Die richtigen Leute dafür würde er kennen. Bei seinen Schlägen und Tritten ging er so "behutsam" vor, dass er Körperstellen, die frei sichtbar waren, ausließ. Immer höher wurden die Summen, die er forderte und drohte ihm mit dem Tode oder sich an seiner Familie und Freunden zu rächen. Augenscheinlich finanzierte der Täter so sein komplettes Leben. Sein Opfer musste Fernseher und Kleidung für ihn kaufen und finanzierte seine Spiel- und Drogensucht. Der Täter schreckte auch nicht davor zurück, den Arbeitgeber des jungen Mannes anzurufen, um den Druck weiter zu erhöhen.

Da er den Geldforderungen bald nicht mehr nachkommen konnte, erweiterte er zunächst bei der Hausbank den Dispokredit und bat gleichzeitig Familienmitglieder um Geld. Zudem beantragte er mehrere Kleinkredite. Letztlich hinterlegte er einen Sparvertrag als Sicherheit für einen Kredit. Insgesamt übergab der 23-Jährige mehr als 20.000 Euro.

Psychisch und finanziell am Ende, erstattete er Anzeige bei der Polizei. Während er in seiner Vernehmung die Details der letzten Monate schilderte, stand das Opfer noch deutlich unter dem Eindruck der zurückliegenden Geschehnisse und erklärte mehrfach, dass er große Angst vor der Rache des Täters habe.

Sein Peiniger, ein 28-Jähriger aus dem Lahn-Dill-Kreis, ist der Polizei kein Unbekannter. Er ist in den vergangenen Jahren bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten in Erscheinung getreten. Am 28.01.2014 klickten die Handschellen. Kollegen der Kriminalpolizei nahmen ihn in der elterlichen Wohnung fest. Ein Haftrichter ordnete Untersuchungshaft an. Ihn erwarten Verfahren wegen Erpressung, räuberischer Erpressung und Körperverletzung sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Guido Rehr, Pressesprecher

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