Polizeidirektion Lüneburg

POL-LG: ++ Ausstellungseröffnung "Ordnung und Vernichtung - Die Polizei im NS-Staat; Teilnehmer der Veranstaltung empfinden tiefe Betroffenheit ++

links: Polizeipräsident der Polizeidirektion Lüneburg Friedrich Niehörster mitte: Kurator und Polizeihistoriker Dr. Götting; rechts: Landrat Manfred Nahrstedt

Lüneburg (ots) - Am 05.03.2014 eröffnete die Polizeidirektion Lüneburg die Ausstellung "Ordnung und Vernichtung - Die Polizei im NS-Staat" gemeinsam mit 90 Ehrengästen. In der Begrüßungsrede bedankte sich der Polizeipräsidenten Friedrich Niehörster bei den anwesenden hochrangigen Vertretern aus der lokalen Politik, Verwaltung und Justiz, unter anderem Hiltrud Lotze (MdB), Miriam Staudte (MdL), dem Landrat Manfred Nahrstedt, dem stellvertretenden Direktor des Amtsgerichtes Lüneburg Wolfgang Schäfer und dem Leitenden Oberstaatsanwalt Gerhard Berger, für den Mut, sich der düsteren Vergangenheit gemeinsam zu stellen. "Mir ist bewusst, dass wir Sie am heutigen Tag zu einem schwärzesten und grausamsten Teil der Geschichte der Deutschen Polizei eingeladen haben. Aber es wird Zeit sich der Vergangenheit zu stellen", so Polizeipräsident Friedrich Niehörster. Anschließend führte der Kurator der Ausstellung, Dr. Dirk Götting, einprägend und lebendig in das Thema "Die Polizei im NS-Staat" ein. Im Rahmen des Vortrages verdeutlichte er die Bedingungen und Entwicklungen des Kaiserreiches und der Weimarer Republik, die die Entstehung des NS-Staates ermöglichten. Hierbei konzentrierte er sich insbesondere auf die Zeit um 1932/1933, die maßgeblich für geschichtliche Prägung war. Das Ausmaß der Verstrickung der Polizei im Nationalsozialismus führte bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu einer erschreckenden Erkenntnis. "Es gibt zwei wichtige Lehren, die man aus der Vergangenheit ziehen kann. Zum einen muss jeder Einzelne dazu beitragen, dass es einen funktionierenden demokratischen Staat gibt und zum anderen muss es eine Polizeikultur geben, die nicht zur Sprachlosigkeit führt. Innerhalb der Polizei muss jeder Einzelne sich seiner Verantwortung bewusst sein und Bedenken äußern dürfen", so Dr. Götting.

Spätestens während der anschließenden Führung durch die Ausstellung wurde die Dimension über die Beteiligung der Polizei tief verinnerlicht und es herrschte fühlbare Betroffenheit bei den Gästen. "Der Nationalsozialismus ist geprägt von dem völligen Verlust von Humanität", so Dr. Götting.

Die Polizeidirektion Lüneburg präsentiert in der Zeit vom 06.03. bis 26.03.2014 die Wanderausstellung "Ordnung und Vernichtung - Die Polizei im NS-Staat" im Behördenzentrum Auf der Hude.

Die Ausstellung befasst sich anschaulich und umfassend mit der Einbindung und Entwicklung der Polizei im nationalsozialistischen Staat. Die Voraussetzungen und strukturellen Bedingungen, die dazu führten, dass Polizeiangehörige das NS-Regime hinnahmen, sich aktiv daran beteiligten und selbst sogar zu Mördern wurden, werden dargestellt. Mit Hilfe der Ausstellung gelingt es, das Thema "Polizei im Nationalsozialismus" übersichtlich und sehr ausdrucksvoll in die Öffentlichkeit zu tragen. So können sich zum einen Polizeibeamtinnen und -beamte mit der dunklen Vergangenheit ihres Berufsstandes im Nationalsozialismus auseinandersetzen. Zum anderen kann sich die Polizei auch der Diskussion mit der Öffentlichkeit über ihr heutiges Selbstverständnis in der Demokratie stellen.

Bei der Ausstellung handelt es sich um eine niedersächsische Version auf Grundlage der Expositionen der deutschen Hochschule der Polizei Münster. Diese wurde im Auftrag der Innenministerkonferenz des Bundes und der Länder erstellt und durch das Polizeimuseum Niedersachsen, unter Projektleitung von Dr. Dirk Götting, um landestypische Besonderheiten erweitert.

Ab dem 06.03.2014 werden nach vorheriger Anmeldung Führungen für Besuchergruppen angeboten. Mit Hilfe eines eigens entwickelten, interaktiven Konzeptes können Schulklassen (ab 9. Klasse) einen Einblick in die Thematik bekommen. "Wir möchten Schülerinnen und Schüler nicht mit reinen Tafeltexten langweilen, sondern vielmehr das Interesse durch aktives Mitarbeiten an der Entdeckung der Geschichte wecken," so Eleonore Tatge vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen.

Anmeldungen richten Sie bitte an: Frau Petra Netz, erreichbar unter der Rufnummer 04131/29-1052 oder unter der E-Mailadresse: pressestelle@pd-lg.polizei.niedersachsen.de

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Lüneburg
Janina Stolt
Auf der Hude 2
21339 Lüneburg
Telefon: 04131/29-1051
E-Mail: janina.stolt@polizei.niedersachsen.de
http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdlg/pd_lueneburg/

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