Polizei Wolfsburg

POL-WOB: Mord in Reislingen wird in Fahndungssendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" vorgestellt / Mordkommission bittet erneut um Unterstützung und richtet die Möglichkeit für anonyme Hinweise ein

Wolfsburg (ots) - Wolfsburg, 31.01.14

Nach dem Mord an der 47 Jahre alten Wolfsburgerin Sabine Bittner in einem Einfamilienhaus im Wolfsburger Ortsteil Reislingen am 29. November 2012 bittet die Mordkommission der Polizei Wolfsburg in der Fahndungssendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" am 5. Februar im ZDF erneut um Hinweise zu dem Kapitalverbrechen. Gleichzeitig haben die Ermittler in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Niedersachsen aus Hannover die Möglichkeit geschaffen, auch online im Internet Hinweise anonym abzusenden. "Dieses Hinweisgebersystem kurz BKMS-System kommt deutschlandweit bei einem Kapitaldelikt erst zum zweiten Mal zum Einsatz", erläutert der Leiter der Mordkommission Hans-Jürgen Blötz. "Wir erhoffen uns mit dieser Möglichkeit weitere neue wertvolle Hinweise zur Aufklärung des Mordfalls".

Dieses neuartige anonyme Postkastenprinzip lässt Rückschlüsse auf Absenderinformationen nicht zu und wird bislang in erster Linie nur im Bereich der Korruptionsbekämpfung genutzt. Der Hinweisgeber hat entweder die Möglichkeit zu einer einmaligen Kontaktaufnahme oder mit Hilfe dieses Systems auch mit den Ermittlern der Mordkommission unter weiterer Wahrung der Anonymität zu kommunizieren, verdeutlicht der MOKO-Leiter die Vorzüge des Verfahrens. Gezielte Nachfragen seien möglich, ohne das die Identität dabei erforderlich noch von Bedeutung sei. Es besteht somit keinerlei Möglichkeit der Rückverfolgung.

In Zusammenarbeit mit der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" wurde der bisherige Stand der Ermittlungen in dem Mordfall filmisch rekonstruiert. Mit der erneuten Öffentlichkeitsfahndung verfolgen die Beamten das Ziel, mit Hilfe des Moderators Rudi Cerne weitere Zuschauerhinweise zu erhalten und somit neue Anhaltspunkte zur Aufklärung des Falles zu bekommen. Zeugen können sich noch während der Sendung oder am dem Abend der Ausstrahlung bis 24.00 Uhr direkt an die Polizei Wolfsburg unter Telefon 0 53 61 - 46 46 46 0 wenden.

Den bisherigen Ermittlungen nach wurde die 47-Jährige an diesem Donnerstagvormittag des 29. Novembers zwischen 10.00 Uhr und 10.50 Uhr durch Schüsse ermordet. Die berufstätige Ehefrau und Mutter zweier Kinder hatte sich frei genommen, weil sie für ihre Familie eine Möbellieferung erwartete. An dem Morgen war die 47-Jährige zunächst in einem Fitness-Studio, danach erledigte sie Einkäufe und fuhr nach Hause, wo sie gegen Mittag erschossen aufgefunden wurde. Von Anfang an konzentrierten sich die Ermittler darauf, im sozialen Umfeld der Getöteten in alle Richtungen zu ermitteln. Es wurden in der Folge zirka 2.000 Zeugen und Anwohner vernommen, mehr als 450 Fahndungsplakate wurden im Stadtgebiet und in angrenzenden Landkreisen aufgehängt. Ein Täter konnte bislang nicht ermittelt werden.

Die Mordkommission Reislingen ist derzeit der Auffassung, dass die Tötung der 47-Jährigen nicht in Zusammenhang mit einem Einbruch zur Tageszeit oder einem Raubdelikt steht. Der Täter dürfte vielmehr mit hoher Wahrscheinlichkeit gezielt sein Opfer zu Hause aufgesucht haben. Mit der Tötung seines Opfers erreichte der Täter sein Ziel, an Wertgegenständen oder Bargeld zeigte er kein Interesse. Daher vermuten die Beamten, dass die Tötung nicht zufällig erfolgte und der Täter sein Wissen vom Opfer direkt oder aus dem engeren sozialen Umfeld erhielt.

Über die Internetseiten der Polizeidirektion Braunschweig (www.polizei-braunschweig.de) sind im Bereich Fahndung weitere Informationen wie z.B. Fotos zum Fall aufrufbar. Ein anonymer Hinweisgeber gelangt von dieser Homepage oder direkt unter https://www.bkms-system.net/soko-reislingen auf das BKMS-System, um mit der Mordkommission in den Dialog zu treten. Die Ermittler der Mordkommission fragen: Wer hat das Opfer am 29. November 2012 gesehen? Wer hielt sich an diesem Donnerstag in Reislingen im Bereich Fanny-Lewald-Ring auf und wer kann Angaben zu Personen oder Fahrzeugen machen, die sich dort aufgehalten haben? Die Polizeibehörde hat für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 20.000 Euro ausgelobt. "Wenn Sie einen Hinweis für uns haben, eine Beobachtung mitteilen oder eine Information an die Polizei weitergeben wollen, scheuen Sie sich nicht das Hinweisgebersystem zu nutzen", so Moko-Leiter Hans-Jürgen Blötz.

Rechtlicher Zusatz: Über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtsweges entschieden. Die Belohnung ist ausschließlich für an der Straftat nicht beteiligte Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.

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