Polizeiinspektion Gifhorn

POL-GF: Polizei warnt vor Sex-Erpressern/ Mehrere Fälle im Landkreis Gifhorn

Landkreis Gifhorn (ots) - Landkreis Gifhorn 17.02.2016

Mehrere Fälle des aktuellen Deliktfelds "Sextortion" vermeldet die Polizei im Landkreis Gifhorn. In den vergangenen Wochen wurden mehrere Internet-Nutzer, insbesondere Männer, zu Sex-Chats überredet und anschließend mit dem intimen Bildmaterial erpresst. Bei diesem Phänomen handelt es sich um eine Betrugsmasche, bei der zumeist männliche Internetnutzer von vermeintlich attraktiven, unbekannten Frauen in Videochats dazu anmiert werden, nackt zu posieren oder sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Dieses Videomaterial wird ohne Wissen des Nutzers aufgezeichnet mit dem Ziel, das Opfer zu erpressen, indem die Betrüger mit der Veröffentlichung der Aufnahmen drohen.

Es beginnt scheinbar harmlos: Nutzer werden in sozialen Netzwerken, wie z.B. Facebook oder WhatsApp, von attraktiven Unbekannten angeflirtet. Nach einem kurzen Chat folgt bald die Einladung, in einen Video-Chat wie z.B. Skype zu wechseln. Dort angekommen, beginnt das mysteriöse Gegenüber in der Regel sofort, sich auszuziehen und lasziv zu posieren. Die ahnungslosen User werden aufgefordert, sich ebenfalls nackt zu zeigen und/oder sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Kommen diese der Aufforderung nach, folgt bald die Ernüchterung: Die Chatpartnerin nimmt kurz nach dem Chat wieder Kontakt auf und teilt dem Opfer mit, dass das delikate Video mitgeschnitten wurde bzw. Screenshots angefertigt wurden. Nun verlangen die Betrüger Geldzahlungen und drohen, andernfalls die Aufnahmen zu veröffentlichen. In der Regel drohen die Erpresser, die delikaten Videos oder Nacktfotos in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen oder direkt an die Freunde der Betroffenen zu schicken. Häufig werden Mitschnitte aus dem Video-Chat auch auf YouTube hochgeladen - vorerst als "privates" Video. Im Titel und in der Videobeschreibung fügen die Betrüger so viele Informationen über das Opfer ein wie nur möglich. Wird der private Link an das Opfer geschickt, erhöht das natürlich den Druck.

Um gar nicht in die Opferrolle zu kommen, ist eine gesunde Portion an Misstrauen nicht verkehrt. Einige Umstände, die auf einen Sextortion-Betrugsversuch hindeuten: Die Betrüger geben sich in den Fake-Accounts in der Regel als junge, außergewöhnlich attraktive Personen aus. Außer gut in Szene gesetzten Fotos finden sich kaum persönliche Informationen im Profil. Häufig sind die Betrüger Mitglied in vielen einschlägigen Gruppen rund um die Themen Flirten, Dating, Erotik, Partnersuche und Ähnliches. Seien Sie grundsätzlich skeptisch, wenn wildfremde Personen Sie in Facebook oder anderen sozialen Netzwerken anschreiben bzw. mit Ihnen zu flirten beginnen. Besondere Vorsicht ist dann geboten, wenn Ihr Chatpartner nach kurzer Zeit auf alternative Kanäle, wie z.B. Skype oder WhatsApp, wechseln möchte. Spätestens, wenn sich Ihr Gegenüber vor der Webcam entkleidet und/oder Sie zu sexuellen Handlungen an auffordert, sollten die Alarmglocken schrillen und der Chat beendet werden.

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