Polizei Paderborn

POL-PB: Libori 2016 - Polizei erhöht Präsenz

Das Libori-Sicherheitskonzept ist beim Sicherheitsgespräch am Donnerstagvormittag optimiert worden. v.l. Polizeidirektor Michael Müller, Marktmeister Rudi Totzeck und Polizeihauptkommissar Norbert Münster mit den aktuellen Plänen an der Liboriwache.

Paderborn (ots) - (mb) In der Liboriwoche erwartet Paderborn wieder über eine Million Gäste in der Stadt. Das Volksfest gilt als eins der sichersten und friedlichsten in Deutschland. Die Kriminalitätsrate im turbulenten Treiben auf dem Liboriberg, dem Pottmarkt und in der gesamten Innenstadt ist äußerst gering. In diesem Jahr rückt das Thema Sicherheit aufgrund europaweiter Gewalttaten noch stärker in den Fokus der verantwortlichen Behörden und Institutionen. Als Leiter der Kreispolizeibehörde hat Landrat Manfred Müller die Gefährdungslage zur Liborikirmes aktuell bewerten lassen und eine zusätzliche Sicherheitsbesprechung mit den Beteiligten des bestehenden Sicherheitskonzepts am Donnerstag initiiert.

Müller: "Die Terroranschläge in Frankreich und Belgien und jetzt die Attentate in Nizza und Würzburg haben uns veranlasst, das bestehende gemeinsame Sicherheitskonzept erneut zu prüfen und wo irgend möglich zu optimieren. Mit allen beteiligten Institutionen stehen wir in intensiven Kontakt und sind damit in Paderborn gut aufgestellt. 100prozentige Sicherheit kann aber niemand garantieren. Uns liegen zurzeit keine Erkenntnisse über eine erhöhte Anschlagsgefahr vor. Unsere Planungen hatten schon vor den letzten Anschlägen eine erhöhte Polizeistärke vorgesehen. Jetzt werden wir zusätzlich Beamtinnen und Beamte der Bereitschaftspolizei einsetzen, um unsere Präsenz auf dem Liboriberg und in der Stadt deutlich zu erhöhen."

Schwerpunkte der erweiterten Polizeipräsenz werden die großen Zufahrten zu den Festbereichen sein. Müller: "Wir wollen niemanden beunruhigen aber dafür sorgen, dass alle ein sicheres Fest feiern können."

Der Landrat appelliert auch an die Zivilcourage: "Die Besucher können die Arbeit der Polizei aktiv unterstützen, indem sie Verdächtiges zeitnah über den Polizeiruf 110 melden. Polizisten sind sofort am Einsatzort und greifen konsequent ein. Zur Courage gehört auch, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen."

Die täglich von 13 Uhr bis 24 Uhr besetzte Liboriwache am Rosentor dient als Zentrale für die Polizeistreifen und die Mitarbeiter des B.O.S.S. (Büro für Ordnung Schutz und Sicherheit). Hier starten die gemeinsamen Streifen über den Liboriberg, an denen sich auch die britische Militärpolizei beteiligt. Von 18:00 Uhr bis in die frühen Morgenstunden wird eine mobile Wache an der Ecke Rathausplatz/Jühenplatz eingerichtet. Sämtliche Anliegen, die Festbesucher an die Polizei oder das Ordnungsamt haben, können in den Liboriwachen entgegen genommen werden. Eltern sollten ihren Kindern den Standort der Liboriwache beim Kirmesbesuch als jederzeit erreichbaren Hilfepunkt zeigen. In der Liboriwache und an den Kassen der Kinderfahrgeschäfte gibt es das neongelbe Libori-Kinder-Armband. Auf dem "Kinderfinder" können Name und Mobiltelefonnummer notiert werden. Sollte das Kind verloren gehen und es jemand finden, ist sofort klar wie man in Kontakt treten kann. Zwölf vermisste Kinder konnten im letzten Jahr in der Liboriwache wieder in die Arme ihrer Eltern entlassen werden.

Auf Notfallplakaten an Ständen und Fahrgeschäften sind Standnummern angebracht, die von Hilfesuchenden zur Lokalisierung und Weitergabe an die Einsatzkräfte genutzt werden können. So sind auch Fremde in der Lage, ihren Aufenthaltsort ohne genaue Ortskenntnisse genau anzugeben. Die Nummern sind in den Einsatzplänen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst hinterlegt.

Die Polizei agiert nicht nur in Uniform. Verdeckt arbeitende Zivilstreifen haben die Möglichkeit, das Kirmestreiben unerkannt zu beobachten, frühzeitig Gefährdungen und Straftaten zu erkennen und schnell zu reagieren, wenn es zu Ausschreitungen oder kriminellen Akten kommen sollte. Dabei können alle Festbesucher durch Zivilcourage mithelfen und die Polizei alarmieren, bevor Situationen eskalieren, und sich nach Straftaten als Zeugen zur Verfügung stellen.

Alkoholkontrollen

Während der gesamten Liboriwoche erhöht die Polizei ihre Verkehrskontrollen hinsichtlich Alkoholkonsums. Autofahrer müssen - zur eigenen Sicherheit - damit rechnen, auch tagsüber in eine Polizeikontrolle zu geraten und möglicherweise mit "Restalkohol" nach einer durchzechten Nacht aufzufallen. Schon bei 0,3 Promille kann der Führerschein entzogen werden, wenn Anzeichen von Fahruntauglichkeit vorliegen oder man an einem Verkehrsunfall beteiligt ist. Auch Radfahrer müssen sich auf Alkoholkontrollen einstellen. Ab 1,6 Promille steht deren Führerschein auf dem Spiel. Im Falle eines Unfalls kann auch bei Radfahrern schon ein Glas Bier zu viel sein. Die Polizei empfiehlt: "Wer ausgelassen feiern will, sollte das vielfältige Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs nutzen."

Jugendschutz

Gegen den Alkoholmissbrauch richten sich Jugendschutzmaßnahmen von Polizei und Stadt. Schon vor der Kirmes werden die Gewerbetreibenden auf die Jugendschutzaktion "Stopp! Wir verkaufen keinen Alkohol an Kinder und Jugendliche" aufmerksam gemacht. Während der Festtage sind mehrere Jugendschutzkontrollen von Polizei, Ordnungsamt und Jugendamt geplant. Kontrolliert wird nicht nur auf dem Festgelände, sondern auch in den abseits gelegenen Anlagen, die gerne von Jugendlichen als Treffpunkte genutzt werden. Falls Minderjährige mit Alkohol erwischt werden, werden die Eltern konsequent informiert - der Alkohol meistens sofort entsorgt.

Taschendiebe

Einige Empfehlungen legt die Paderborner Polizei den Liborigästen ans Herz, denn Taschendiebe nutzen die günstige Gelegenheit, in der geselligen Stimmung und im Kirmestrubel zuzugreifen. Das zeigte die letzte Liborikirmes, bei der die Anzahl der Fälle von 9 im Jahr 2014 auf 24 Taschendiebstähle stieg. Die Tricks der häufig im Team auftretenden Diebe sind raffiniert: Während die einen ausgesuchte Opfer anrempeln, ansprechen oder mit sonstigen Manövern ablenken, konzentrieren sich Komplizen auf die Beute. Sie greifen besonders gerne in umgehängte Handtaschen. In den letzten Wochen gaben sich Taschendiebe oft als Spendensammler für gemeinnützige Einrichtungen aus, die frei erfunden waren. Hilfsbereite und arglose Opfer waren so ihr Spendengeld los und bemerkten meistens erst später, dass ihr gesamtes Portmonee gestohlen war.

Deswegen empfiehlt die Polizei:

   -	Achten Sie gerade im Kirmestrubel auf Taschendiebe. Tragen Sie 
Geld, Papiere und andere Werte  stets in verschlossenen Innentaschen 
Ihrer Kleidung, im Brustbeutel oder in der Gürtelinnentasche. 
   -	Bleiben Sie wachsam, wenn Sie jemand anrempelt, um das Wechseln 
von Geld bittet oder Spenden bittet, unter Vorhalten eins Stadtplans 
nach dem Weg fragt, "versehentlich" bekleckert oder unmotiviert 
umarmt. 
   -	Lassen Sie Ihre Tasche an Kinderwagen, an Kirmesständen, in 
Restaurants, im Kaufhaus oder bei der Anprobe in Umkleidekabinen 
niemals unbeaufsichtigt. 
   -	Lassen Sie sich beim Geldabheben keinesfalls ablenken. 

Sollten Ihnen verdächtige Personen auffallen, informieren Sie umgehend die Polizei.

Foto:

Das Libori-Sicherheitskonzept ist beim Sicherheitsgespräch am Donnerstagvormittag optimiert worden. v.l. Polizeidirektor Michael Müller, Marktmeister Rudi Totzeck und Polizeihauptkommissar Norbert Münster mit den aktuellen Plänen an der Liboriwache. (Foto: mb)

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