Polizei Paderborn

POL-PB: Verkehrssicherheitstraining der Polizei für Menschen mit Behinderung

Das hätte auch einem Fahrgast passieren können. Bei einer Gefahrbremsung "flog" der Wasserkanister von der letzten Bank bis fast zum Busfahrer. Edgar Schlüter (r.) und Michael Eickhoff (2.v.r.) demonstrieren die Gefahren äußerst anschaulich.

"Busfahren aber sicher" (ots) - Paderborn. Täglich nutzen über 44.000 Fahrgäste die Busse der PaderSprinter. Um pünktlich zur Arbeit zu kommen, sind sie für viele Menschen ein unverzichtbares Transportmittel geworden. Die meisten Fahrgäste wissen, wie "Bus fahren" funktioniert: Fahrplan studieren, an der Haltestelle warten, nicht drängeln und schließlich in den Bus mit der richtigen Nummer einsteigen. Menschen mit geistiger Behinderung müssen sich jedoch besonders auf diese Bus-Situationen vorbereiten. Damit das alles gelingt, hat die Polizei am Dienstag (25.03.2014) ein spezielles Verkehrssicherheitstraining in Kooperation mit dem PaderSprinter für die Beschäftigten der Caritas Schlosswerkstätten durchgeführt.

"Oberstes Ziel des Trainings ist es, Unfälle zu vermeiden. Wir stärken die Kompetenzen der Teilnehmer, um Gefahrensituationen richtig einzuschätzen", sagt Michael Eickhoff, Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizeibehörde Paderborn. "Da greifen wir dann schon einmal zu ungewöhnlichen Mitteln, um die Gefahren realitätsnah zu demonstrieren." Gerade hat im fast vollbesetzten Bus der Höhepunkt des praktischen Teils der Schulung stattgefunden. Alle Fahrgäste sind noch aufgeregt, denn bei der Gefahrenbremsung bei 30 km/h schleuderte ein 20-Liter-Wasserkanister, der zuvor im hinteren Teil des Busses deponiert wurde, mit Karacho in den Fahrerbereich. "Heute ist es der Kanister, morgen kann es ein Fahrgast sein", bemerkt der 51-jährige Polizeioberkommissar.

Neben der Gefahrenbremsung standen das Verhalten an der Bushaltestelle, das Einsteigen und das Verlassen des Busses auf dem Programm. Anschaulich vermittelte Eickhoff den Teilnehmern, dass es ratsam ist, nicht zu nah am Bordstein zu stehen. Der vordere rechte Überhang des Busses ragt 50 bis 60 cm über die Bordsteinkante hinaus. Wartende Fahrgäste können dadurch gefährdet werden. Der so genannte "tote Winkel", das ist der Bereich außerhalb des Busses, den der Busfahrer auch mit Hilfe von Spiegeln nicht einsehen kann, stellt einen weiteren Gefahrenpunkt dar, den der Polizist beschrieb. Im Inneren des Busses erklärte Eickhoff wie wichtig das Hinsetzen bzw. Festhalten ist und was die unterschiedlichen Piktogramme bedeuten. Auch der Umgang mit dem Nothammer sowie der mögliche Ausstieg über die Dachluke und die Notausgänge wurden erläutert.

"Dank des Engagements der Polizei haben wir dieses Mal für das Training unserer Werkstattbeschäftigten einen Bus des PaderSprinter auf dem Gelände des Busunternehmens nutzen dürfen", so Anke Heimann vom Begleitenden Dienst der Caritas Schlosswerkstätten. "So können wir in aller Ruhe und in unserem Tempo trainieren. In der Vergangenheit haben wir im laufenden Verkehr geübt, was mit Schwierigkeiten verbunden war." Am Dienstag holte Busfahrer und Personaltrainer des PaderSprinter, Edgar Schlüter, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Busschule mit einem Bus an den Schlosswerkstätten ab und brachte die Gruppe nach dem Training auf dem Betriebshof an der Barkhauser Straße sicher wieder zurück.

Von den 850 Werkstattbeschäftigten der Schlosswerkstätten und Werkstätten St. Nikolaus kommt morgens der überwiegende Teil mit dem Fahrdienst zur Arbeit. "Durch das Busfahrtraining können sich für die Teilnehmer neue berufliche Türen öffnen. Sie haben flexiblere Möglichkeiten ein Praktikum in Firmen außerhalb der Werkstatt auszuprobieren", berichtet Heimann aus Erfahrung. Für das Verkehrssicherheitstraining wurden daher die Teilnehmer ausgesucht, die mit Hilfe der Schulung den selbstständigen Fahrweg zur Arbeit bewältigen können. "Wenn die Menschen durch das Training mehr Mobilität und somit Selbstständigkeit im Leben erreichen, können sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Genau das ist unser Auftrag", so Heimann. Die Polizei Paderborn und die Schlosswerkstätten kooperieren schon seit mehreren Jahren in Sachen Verkehrssicherheitstraining zusammen. In der Vergangenheit wurden auch Fahrsicherheitstrainings mit dem Fahrrad und für Fußgänger erfolgreich für Menschen mit Behinderung durchgeführt.

Foto 1: Vorsicht an der Bushaltestelle! Polizeioberkommissar Michael Eickhoff mahnt: "Nicht zu nah am Bordstein stehen, denn der einfahrende Bus schwenkt über die Bordsteinkante hinaus."

Foto: 2: Das hätte auch einem Fahrgast passieren können. Bei einer Gefahrbremsung "flog" der Wasserkanister von der letzten Bank bis fast zum Busfahrer. Edgar Schlüter (r.) und Michael Eickhoff (2.v.r.) demonstrieren die Gefahren äußerst anschaulich.

Text: Birgit Kopera (Caritas)/ Michael Biermann

Fotos: Michael Biermann

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