Polizei Paderborn

POL-PB: Frau verliert viel Geld bei vermeintlicher Erbschaft

Kreis Paderborn (ots) - (uk) Die Betrugsmasche, auf die eine Frau aus dem Kreis Paderborn hereingefallen ist und dabei viel Geld verloren hat, ist alt und hat viele Gesichter. Im aktuellen Fall war die 59-jährige einem angeblichen Rechtsanwalt aus Spanien "auf den Leim gegangen", der ihr die Teilhabe an einer millionenschweren Erbschaft versprach. Am Ende hat nur die Frau gezahlt, nämlich für vermeintliche Gebühren, Zollkosten oder die angebliche Beschaffung von Dokumenten.

Angefangen hatte alles im Sommer des vergangenen Jahres. Die Betrogene hatte über ein soziales Netzwerk von dem angeblichen Rechtsanwalt aus Spanien eine Nachricht erhalten. Der fremde Advokat schrieb ihr, dass einer seiner Mandanten gestorben sei und ein beträchtliches Erbe hinterlassen habe. Der Millionenbetrag würde jedoch an den Staat fallen, wenn kein rechtmäßiger Erbe gefunden werde.

Da bei der Frau und dem Verstorbenen eine Namensgleichheit vorliegen würde, schlug er vor, dass sie das Erbe antreten solle. In seiner Funktion als Anwalt würde er die Formalitäten dazu regeln. Das Erbe würde man sich teilen.

In den folgenden Monaten kam es zu mehreren hundert Mailkontakten, einigen Telefonaten und der Zusendung eines Zertifikats, bei dem es sich um eine spanische Versicherungspolice handeln sollte.

Während dieser Zeit verlangte der "Rechtsanwalt" für seine Dienstleistungen immer wieder diverse Geldbeträge. Die "Gebühren" wurden von der Geschädigten über das weltweit operierende Finanzdienstleistungsunternehmen "Western Union" oder über "MoneyGram", ein US-amerikanisches Finanzunternehmen, per Bargeldverfügungen nach Spanien angewiesen. Dabei wurde sie zwischenzeitlich sogar von einem weiteren Unbekannten angerufen, der vorgab Geschäftsführer der "Bank of Spain" zu sein.

Erst Ende des letzten Jahres kamen der Frau erste Zweifel. Nachdem immer wieder neue Geldforderungen mit immer höheren Beträgen an sie gestellt wurden, ahnte sie, dass die vermeintliche Erbschaft nichts anderes ist, als ein groß angelegter Schwindel. Daraufhin wandte sie sich am vergangenen Dienstag (21.01.14) an die Polizei in Paderborn. Die Beamten bestätigten ihren Verdacht und ermitteln nun wegen Betruges.

Diese Masche der Betrüger ist den Ermittlungsbehörden in Deutschland schon seit 25 Jahren bekannt. Zu Beginn wurden die Opfer mit Briefen oder Faxen angeschrieben. Seit Mitte der 90er werden den Empfängern meistens per Mail große Summen versprochen, wenn sie bei diversen "Dienstleistungen" behilflich sind. Die Geschichten, die dabei erzählt werden, sind zumeist recht abenteuerlich; finden aber dennoch immer wieder Abnehmer. Manchmal geht es um Diktatorenwitwen aus Afrika, um verschwundene Bestechungsgelder oder wie im aktuellen Fall um Erbschaften. Auf Grund bestimmter Umstände suchen die Absender "Vertrauenspersonen" auf deren Konto man das Geld transferieren kann. Dem freundlichen Helfer wird dann in aller Regel eine großzügige Geldsumme als Gegenleistung für die Mithilfe in Aussicht gestellt. Die Betrüger gehen dabei sehr geschickt und phantasiereich vor. Mit immer wieder neuen Geschichten und der Zusendung von "offiziellen" Dokumenten werden die Opfer beruhigt. Irgendwann kommt dann immer der Punkt an dem die Opfer aufgefordert werden, vor der Überweisung der versprochenen Geldsumme, irgendeine Art von Gebühren, Steuern oder Bezahlung für Dienstleistungen zu leisten. Diese Forderungen werden in der Folgezeit immer weiter erhöht und gehen soweit bis dass der Betrogene merkt, dass er sein Geld an Gauner verloren hat.

Die Polizei rät sich niemals auf solche Angebote einzulassen. Im Internet finden sich zahlreiche Abhandlungen über die Betrugsvorgänge, die belegen wie mannigfaltig, gut organisiert und skrupellos die Betrüger vorgehen.

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