Polizei Paderborn

POL-PB: Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt!

POL-PB: Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt!
Die ersten Unfallflucht-Schilder wurden Ende des Jahres auf den Parkplätzen am Liboriberg installiert. Weitere Parkplätze und auch Parkhäuser werden in Kürze ebenfalls "beschildert". v.l. Polizeihauptkommissar Jürgen Hegemann, Hans-Georg Stolte und Ralf Lindner vom Straßen- und Brückenbauamt, Polizeioberrat Friedrich Husemann

Paderborn (ots) - (mb) Es ist mehr als ärgerlich: Ich komme nach einem Einkauf zum Parkplatz zurück und entdecke eine Beule und eine lange Schramme am Kotflügel meines Autos. Keiner weit und breit, der den Schaden verursacht hat. In der Autowerkstatt sagt man mir, dass die Reparatur knapp 1.000 Euro kostet. So, oder ähnlich, ergeht es zahlreichen Autobesitzern im Kreis Paderborn. Nicht nur Autos werden angefahren, auch Zäune, Mauern, Schilder und anderes mehr wird beschädigt, ohne dass der Verursacher sich zu erkennen gibt. Rund 1.500 Verkehrsunfälle mit Fahrerflucht bearbeitet die Polizei durchschnittlich im Jahr.

"Das ist nicht nur ärgerlich. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist eine Straftat", stellt Polizeioberrat Friedrich Husemann klar. Der Leiter der Paderborner Verkehrsdirektion will das Thema Verkehrsunfallflucht mehr in den Fokus der Öffentlichkeit bringen. Husemann: "Wir verzeichnen in den letzten Jahren einen leichten Anstieg der so genannten Fahrerfluchten in unserer Statistik. Vor vier Jahren hatten wir noch rund hundert Fälle weniger."

Etwa ein Drittel der Unfallfluchten werden auf öffentlichen Parkplätzen begangen. Gerade die großen Parkplätze und Parkhäuser sind mit diesen Verkehrsstraftaten belastet. Deswegen setzt die Polizei hier mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit an. "Wir haben Ende letzten Jahres in Abstimmung mit den Parkplatzbetreibern begonnen, Schilder aufzustellen, um die Strafbarkeit der Fahrerflucht deutlich zu machen", erklärt Husemann. Das soll einerseits Unfallfahrer davon abhalten, straffällig zu werden indem sie sich nach einem Unfall einfach vom Unfallort entfernen - andererseits solle auch anderen Autofahrern signalisiert werden, dass Fahrerflucht unter Strafe steht und diese Straftaten sehr oft mit Hilfe von Zeugen geklärt werden können. Sie selbst könnten Opfer sein und wären froh, wenn sich ein Zeuge das Kennzeichen des Unfallfahrers gemerkt hätte. Husemann: "Scheuen Sie sich nicht, sofort die Polizei zu verständigen, wenn sie Zeuge eines Verkehrsunfalls werden und der Verursacher das Weite sucht. Je schneller wir mit den Ermittlungen starten können, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, den Unfallfahrer zu identifizieren."

Dass sich Fahrerflucht nicht lohnt, wird in der Polizeistatistik erkennbar. Bei Unfällen mit Sachschäden wird nahezu jede zweite Verkehrsunfallflucht von der Polizei geklärt. Bei den jährlich rund 70 bis 80 Verkehrsunfällen mit Personenschaden und Fahrerflucht im Kreis Paderborn werden sogar zwei Drittel der Unfallfahrer ermittelt. "Dann stehen hohe Geldstrafen und je nach Schadenshöhe sogar die Entziehung der Fahrerlaubnis an", so Husemann.

Um das zu vermeiden, müssen Unfallbeteiligte am Unfallort auf den Besitzer des beschädigten Autos warten. Die Länge der Wartezeit hängt dabei im Wesentlichen von der Höhe des Schadens und der Unfallörtlichkeit ab. Husemann: "Fünf oder zehn Minuten sind immer zu wenig. Bei hohen Fremdschäden beispielsweise sollte die Wartezeit mindestens eine Stunde betragen." Am besten ist es in solchen Fällen, die Polizei anzurufen, um sich nicht dem Verdacht der Verkehrsunfallflucht auszusetzen. Für die Schadensregulierung der Fremdschäden steht die eigene Autoversicherung gerade. Die dadurch entstehenden Kosten sind deutlich geringer, als die zu erwartende Strafe. Das gilt umso mehr auch vor dem Hintergrund, dass man unter Umständen seinen Führerschein für mehrere Monate abgeben muss. Foto zum Download beigefügt.

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