Polizeipräsidium Frankfurt am Main

POL-F: Pressepapier Gewalt-Sehen-Helfe

    Frankfurt (ots) - Präventionsrat Stadt Frankfurt am Main Vorsitzende: Die Oberbürgermeisterin Petra Roth

Leiter der Geschäftsstelle:
MD Frank Goldberg
Vertreter: Frank Weiser
Sandgasse 4
60311 Frankfurt
Tel.: 069/212-31476 oder 212-35443
Fax: 069/212-31440
                        

            
      13. März 2000

P r e s s e p a p i e r

Auftaktveranstaltung

zur Fortsetzung der Kampagne

«Gewalt - Sehen - Helfen»

des Präventionsrates der Stadt Frankfurt am Main

    Mit Blick auf den hohen Bekanntheitsgrad und den Erfolg der im Jahre 1997 initiierten Aktion gegen die «Wegschaumentalität» wurde von Oberbürgermeisterin Petra Roth und Polizeipräsident Harald Weiss-Bollandt im Namen des Präventionsrates der Stadt Frankfurt am Main die Fortsetzung der Kampagne «Gewalt - Sehen - Helfen» auch im Jahre 2000 als sinnvoll und notwendig angesehen.     Das Wirken des Präventionsrates der Stadt Frankfurt am Main wird zwischenzeitlich als richtungsweisend angesehen; die Übernahme der Konzeption durch andere Großstädte bestätigt dies.

    Anläßlich des Starts zur neuen Runde am 13. März 2000 stellten Oberbürgermeisterin Petra Roth und Polizeipräsident Harald Weiss-Bollandt die aktuelle Plakatserie vor und kündigten weitere Aktionen und Schwerpunktmaßnahmen der Kampagne an.

    Nach den Ausführungen von Frau Roth sollen die neuen Graphiken nach dem Motto «gewußt wie» nicht nur wie bisher auf die Problematik des Wegschauens aufmerksam machen, sondern gezielt Handlungsweisen in Krisensituationen vermitteln. Dabei wird auf den hohen Wiedererkennungswert der bereits zuvor auf Plakaten und in Kinospots dargestellten Motive mit ihrer typischen graphischen Gestaltung gesetzt. Entsprechende Werbeflächen werden - wie schon in der Vergangenheit - durch die Deutsche Städtemedien in den Frankfurter Stadtteilen zur Verfügung gestellt.

    Wesentliche Schwerpunkte der fortgeführten Kampagne werden sein:

1. Thematisierung vor allem an Schulen

    - Auf Anregung von Stadträtin Jutta Ebeling stellen sich Frankfurter Schulzeitungsredaktionen einem Wettbewerb, indem sie über die Kampagne «Gewalt - Sehen - Helfen» berichten. Für die drei besten Artikel werden Geldprämien in Höhe von 500,-- DM, 200,-- DM und 100,-- DM ausgelobt.

    - Ein weiteres Ziel ist die Motivation der Schulen, mit geeigneten Mitteln, stärker als bisher, die Philosophie der Kampagne «Gewalt - Sehen - Helfen» in den Schulalltag einzubinden und entsprechende Projektwochen durchzuführen.

    - Erneut wird auch im laufenden Jahr der mit 5.000,-- DM dotierte Friedenspreis für Frankfurter Schulen ausgeschrieben. Der Frankfurter Lehranstalt, die am konsequentesten den Weg eines friedlichen Zusammenlebens gegangen ist und dabei Zivilcourage und Gewaltprävention aktiv betrieben hat, wird der Preis im Jahre 2001 verliehen werden.

    - Als neuer Baustein ist ein Wettbewerb an Frankfurter Schulen geplant, bei dem die Inhalte der Kampagne musikalisch umgesetzt werden sollen. Mediale Kooperationspartner, die die besten Beiträge in ihren Programmen ausstrahlen, sind willkommen.

    - Durch die Verteilung von 2.000 «SOS-Telefonkarten» an Schüler ab der dritten Klasse wird die Absicht verfolgt, Kindern und Jugendlichen in Notsituationen eine Möglichkeit an die Hand zu geben, umgehende beispielsweise Eltern, Schule oder Polizei zu verständigen. Die Telefonkarten sind mit 6,-- DM Gebühreneinheiten versehen und enthalten wichtige Notrufnummern.     Die Wirksamkeit dieses Pilotprojekts soll in einer parallel durchgeführten Fragebogenaktion von Schülern, Eltern und Lehrern bewertet werden.

2. Einbindung der Kampagne in die Präventionsarbeit der Polizei

    - Für interessierte Bürgerinnen und Bürger führen das Institut für Sozialarbeit, die Volkshochschule und das Polizeipräsidium Frankfurt am Main ihre Informations- und Seminarreihen auch zukünftig durch.

    - Die bewährten Informationsveranstaltungen sollen unter Einbindung der Ausländerbeauftragten der Frankfurter Polizei verstärkt an die Zielgruppe der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger herangetragen werden.

    - Unter dem Motto «cool sein, cool bleiben» haben die Jugendkoordinatoren der Frankfurter Polizei bisher mehrere tausend Kinder und Jugendliche in Kooperation mit dem Schuldezernat über die Zielsetzung der Aktion «Gewalt - Sehen - Helfen» informiert. Die Herausgabe einer Informationsbroschüre in Gestalt eines Comic-Heftes ist ein weiterer Versuch, Fragen der Gewaltprävention altersgerecht «zu verpacken». Für diese Absicht konnte mit Hans Peter Murmann ein namhafter Künstler gewonnen werden, dessen Comic-Figuren sich großer Beliebtheit erfreuen.

    3. Unterstützung der Kampagne durch die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF)

    Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main unterstützt auch in diesem Jahr die Präventionskampagne durch den Aushang der neuen Plakate in ihren Verkehrsmitteln und Stationen. Sie leistet hierdurch einen wesentlichen Beitrag zum Verbreitungsgrad der Zielsetzung.

    Mit einer Vielzahl von Maßnahmen hat die Verkehrsgesellschaft in den vergangenen Jahren den Sicherheitsstandard deutlich erhöht und Möglichkeiten geschaffen, die es erleichtern, im Notfall Hilfe zu rufen. Besonders zu nennen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsdienstes, die regelmäßig in Stationen und Zügen nach dem Rechten sehen.

4. Durchführung einer zentralen Präventionsveranstaltung

    Am 22. September 2000 findet im Frankfurter Römer eine zentrale Präventionsveranstaltung in Kooperation mit dem Landespräventionsrat statt. Dabei wird auch die Kampagne «Gewalt - Sehen - Helfen» mit ihren unterschiedlichsten Projekten und Initiativen nicht nur einem Fachpublikum, sondern auch der allgemeinen Öffentlichkeit vorgestellt.

    Für Oberbürgermeisterin Petra Roth und Polizeipräsident Harald Weiss-Bollandt bleibt die Kampagne «Gewalt - Sehen - Helfen» ein wesentlicher Beitrag zu mehr Gemeinschaftssinn, Mitverantwortung und Hilfsbereitschaft zur Verhinderung von Kriminalität.     Einig sind sie sich in der Bewertung, daß der Erfolg der Aktion gegen die «Unkultur des Wegschauens» auch maßgeblich von der Unterstützung durch die Medien abhängt. Sie bitten deshalb um eine weiterhin umfassende Berichterstattung zu dieser Thematik, um das notwendige Hilfeverhalten im öffentlichen Bewußtsein noch stärker zu verankern.

Anlage zum Pressepapier

«Gewalt - Sehen - Helfen» - Aktionen und Veranstaltungen 1999

1. Halbjahr

    - Wissenschaftliche Dokumentation der Kampagne durch Frau Sandra Koch

- Auftaktveranstaltung auf der Zeil am 8. Mai 1999

    - Präsentation der Kampagne anläßlich der Betriebsversammlungen bei der Commerzbank am 11. Mai 1999 und bei der Dresdner Bank am 2. Juni 1999

    - Werbung für die Kampagne bei dem Aktionstag Gegen Gewalt und Aggressionen des Ev. Stadtjugendpfarramtes am 5. Juni 1999

    - Teilnahme am Unisportfest und Werbung für die Kampagne am 15.Juni 1999

    - Großflächenplakatierungen mit dem Plakat der Kampagne ..Wenn wir ...

    - Druck von 75.000 Flyern in Kooperation mit der Frankfurt Holding Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH und Verteilung von 50.000 Flyern durch die Holding

    - Plakatierung mit dem Plakat der Kampagne «Wenn wir ... » im Rahmen der Europawahl vom 12. April bis 16. Juli 1999

2. Halbjahr

    - Aufkleberaktion «Notruf 110 hier» mit Logo der Kampagne. Aufkleberübergabe an den Vorsitzenden des Einzelhandels-Verbandes Frankfurt am Main, Hochtaunus, Main-Taunus, Herrn Albrecht, durch Polizeipräsident Hoffmann und Stadtrat Schwarz am 8. Juli 1999

    - Verteilung von 15.000 Stundenplänen mit dem Logo der Kampagne in den Schulen

    - Werbung für die Kampagne auf dem Museumsuferfest in Kooperation mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten vom 13. August - 15. August 1999

    - Teilnahme bei der Vergabe des 2. Hess. Präventionspreises des Landespräventionsrates mit der Kampagne

    - Produktion von 400 Uhren mit dem Logo der Kampagne als Zeugenbelobigungsgeschenk in Kooperation mit dem Main-Taunus-Kreis

    - Produktion von 3.000 Luftballons und 7.500 Schiebespielen mit dem Logo der Kampagne als «give-aways» für Kinder und Jugendliche

    - Ein Kinospot auf der Grundlage des Plakates der Kampagne «Wenn wir...» wurde produziert und wird im August in Frankfurter Kinos gezeigt

    - Präsentation des Kinospots am 17. August bei einer Pressekonferenz

    - Veranstaltungen am 4. September 1999 des Regionalrates in Sindlingen mit dem Thema der Kampagne. Die Wanderausstellung der Zeitungsmarketinggesellschaft wird in der Sparkasse Sindlingen gezeigt

    - Großveranstaltung für Kids «cool sein - cool bleiben» an der Konstablerwache am 8. September 1999

- Zahlreiche Veranstaltungen der kath. Familienbildungsstätten

    - Vorstellung der Frankfurter Kampagne beim Landespräventionstag in Niedersachsen am 4. Oktober 1999

    - Veranstaltung zur Kampagne in Zusammenarbeit mit Migranten-Vereinen, dem Amt für Multikulturelle Angelegenheiten und der VHS für Migrantinnen und Migranten

    - 5 VHS-Kurse im Herbst für alle Bürgerinnen und Bürger zum Thema «Gewalt - Sehen - Helfen»

    - Kurse im Rahmen des Veranstaltungsprogramms der kath. Familienbildungsstätten in Frankfurt am Main

- Verleihung des Friedenspreises an eine Frankfurter Schule

    - Herausgabe einer Dokumentation über Gewaltpräventions-Modelle an Frankfurter Schulen

ots-Originaltext: Pressestelle Polizei Frankfurt

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