Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: Verkehrsunfallstatistik 2006 des Polizeipräsidiums Südhessen

    Darmstadt (ots) - Die Verkehrsunfallstatistik 2006 hat sich gegenüber dem Vorjahr in den Direktionen des Polizeipräsidiums Süd¬hessen uneinheitlich entwickelt. Die Einzeldaten werden in Kürze für die Landkreise bzw. die Stadt Darmstadt vorgestellt.

    Gesamtzahl Verkehrsunfälle
Die Anzahl der Verkehrsunfälle ist behördenweit um 473 Unfälle
angestiegen. Diese Entwicklung ergibt sich aus folgenden
Einzelzahlen:
Landkreis Bergstraße: -      56 Unfälle
Landkreis Groß-Gerau: + 126 Unfälle
Stadt Darmstadt: + 305 Unfälle
Landkreis Darmstadt-Dieburg + 194 Unfälle
Odenwaldkreis: -      17 Unfälle
Bundesautobahnen: -      79 Unfälle

    Gesamtzahl Verkehrsunfälle mit Verletzten
Auch bei den Personenschäden verlief die Entwicklung uneinheitlich.
An dieser Stelle wird auf eine getrennte Darstellung nach Leicht-,
Schwerverletzten und Getöteten verzichtet, denn es sind nur
Bruchteile von Sekunden, die darüber entscheiden ob es  überhaupt zu
einem Verkehrsunfall kommt und welche Folgen entstehen.
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten ist im PP Südhessen
insgesamt um 194 Unfälle angestiegen:
Landkreis Bergstraße: -      15 Unfälle
Landkreis Groß-Gerau: + 114 Unfälle
Stadt Darmstadt: +    53 Unfälle
Landkreis Darmstadt-Dieburg +    40 Unfälle
Odenwaldkreis: -      20 Unfälle
Bundesautobahnen: -      23 Unfälle
Während der Stand der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von
Fußgängern (-2) etwa gleich geblieben ist, haben die Verkehrsunfälle
mit Radfahrern (+55) und mit motorisierten Zweirädern (+136) im
Bereich des PP Südhessen insgesamt um etwa 15 % zugenommen.

    Gesamtzahl Verkehrsunfälle mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit "Unfallflucht" ist um 425 Unfälle
angestiegen. Diese Entwicklung ergibt sich aus folgenden
Einzelzahlen:
Landkreis Bergstraße: -      19 Unfälle
Landkreis Groß-Gerau: + 107 Unfälle
Stadt Darmstadt: + 160 Unfälle
Landkreis Darmstadt-Dieburg + 190 Unfälle
Odenwaldkreis: +    44 Unfälle
Bundesautobahnen: -      57 Unfälle
Nahezu jede zweite Unfallflucht konnte aufgeklärt werden.
Eine erste Analyse der Unfalltypen auf der Ebene des PP Südhessen hat
ergeben, dass der stärkste Anstieg bei den Unfällen im ruhenden
Verkehr mit einem Plus von 20 % (= 394 Unfälle) zu verzeichnen ist.
Dieser Unfalltyp entzieht sich polizeilichen Überwachungsmaßnahmen
weitge¬hend: Es sind Unfälle zwischen einem Fahrzeug des fließenden
Verkehrs und einem Fahrzeug, das parkt, hält oder ein Fahrmanöver im
Zusammenhang mit dem Anhalte-/ Parkvorgang durchführt.
Unter diesem Unfalltyp sind ausdrücklich nicht die Fälle erfasst, bei
denen sich der Verursacher unerlaubt entfernt ("Unfallflucht").
Kurz: Unaufmerksame Kraftfahrzeugführer/-innen entziehen sich ebenso
der polizeilichen Prävention, wie unverantwortliche, die sich nach
einem Unfall unerlaubt entfernen.
Anders verhält es sich bei der Bekämpfung der Unfallursachen
"Geschwindigkeit" und "Fahren unter Einfluss berauschender Mittel".
- Aufgrund vielfältiger Maßnahmen der Geschwindigkeitsüberwachung
konnte der Unfalltyp "Fahrunfall" (Unfälle dieses Typs werden durch
den Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug, z. B. wegen nicht
angepasster Geschwindigkeit, verur¬sacht, ohne dass andere
Verkehrsteilnehmer dazu beigetragen haben) im Bereich des PP
Südhessen um ca. 11 % (-328) zurückgedrängt werden.
- Die Zahl der festgestellten Unfälle unter Alkoholeinfluss blieb
fast unver¬ändert (leichter Anstieg um 20 Fälle = 2,58 %), gleiches
gilt für Mischkonsum (Alkohol und Drogen, Anstieg um 3 Fälle = 12 %).
- Die Zahl der Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Drogen stieg um
13 Fälle = 43 %; dies dürfte das Ergeb¬nis verstärkter
Schulungsmaßnahmen zur Drogen¬erkennung sein, mit der das bestehende
Dunkelfeld aufgehellt wurde.
- Im Rahmen verstärkter Kontrollen auf dem Sektor Alkohol und Drogen
konnten insgesamt 2.763 Fälle von Fahrten unter dem Einfluss
berauschender Mittel (+26 % oder +571 Delkite), unterbunden werden,
davon:
o 1.725 Feststellungen von folgenlosen Alkoholfahrten (+15 % oder
+220 Delikte)
o 936 Feststellungen von folgenlosen Drogenfahrten  (+ 36 %(!) oder
+249 Delikte)
o 102 Feststellungen von Fahrten unter Alkohol und Drogen (diese Form
des "Mischkonsums" ist erstmals statistisch erfasst worden.

    Fazit: Trotz gesteigerter Zahlen in der Verkehrsüberwachung ist die Anzahl der Verkehrsunfälle im Bereich des PP Südhessen leicht angestiegen. Polizeiliche Maßnahmen haben insbesondere bei den geschwindigkeitsaffinen Unfallursachen* Wirkung ge¬zeigt. Um die Unfallzahlen dauerhaft auf niedrigem Niveau zu halten, ist es aber erforderlich, dass auch der einzelne Kraftfahrer durch verantwortungsvolles, rücksichtsvolles und partnerschaftliches Verhalten seinen Beitrag leistet. Verkehrssicherheit und Unfallvermeidung sind gemeinsame Aufgabe aller.

    * zu den geschwindigkeitsaffinen Ursachen gehören alle Unfallursachen, die im Zusammenhang mit Geschwindigkeit stehen (so z.B. u.a. auch die Ursachen "Überholen" und "Vorfahrtsverletzung")

    Rückfragen richten sie bitte an den Leiter Einsatz, Herrn Leitenden Polizeidirektor Mai, Telefon 06151 - 969 4000.

    Für die einzelnen Direktionen in den Landkreisen wird eine gesonderte Pressemeldung gefertigt.


ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen
Digitale Pressemappe:
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