Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: Darmstadt: Polizei kontrollierte Radfahrer/55 Verkehrsverstöße festgestellt/Radfahrer waren überrascht, aber meist einsichtig/Eine Radfahrerin bekam Wutanfall

    Darmstadt (ots) - Die Polizei hat am Donnerstagmorgen (02.11.06) ab 06.30 Uhr eine gezielte Kontrolle von Radfahrern an mehreren Stellen in der Innenstadt durchgeführt. Dabei wurden bei insgesamt 78 kontrollierten Radfahrern 55 Verkehrsverstöße von den Beamten registriert. Die Notwendigkeit einer solchen Kontrolle zeigen die Unfallzahlen im Stadtgebiet Darmstadts. Im Jahr 2005 wurden 193 Unfälle mit Radfahrerbeteiligung registriert. Die Dunkelziffer dürfte nach Einschätzung der Polizei weit höher liegen. Rund neunzig Prozent der registrierten Unfälle waren mit  Personenschäden verbunden. 23 Radfahrer erlitten dabei schwere, eine Radfahrerin sogar tödliche Verletzungen. Im laufenden Kalenderjahr hat die Zahl der Unfälle in Darmstadt mit Radfahrerbeteiligung bis Ende August 2006 nochmals um 16 Prozent zugenommen. Häufig war dabei das Fehlverhalten der Radfahrer unfallursächlich. Einhergehend mit einer aus Sicht der Polizei sinkenden Verkehrsmoral waren Hauptunfallursachen Vorfahrtsmissachtungen, Fehler beim Abbiegen und Fahren unter Alkoholeinwirkung. Aber auch das Befahren von Gehwegen, das Fahren entgegen der Fahrtrichtung auf Radwegen oder die Nichtbenutzung von Fahrradwegen spielten eine Rolle. Für die Polizei  Anlass genug, verstärkt auf die Einhaltung der Verkehrsregeln von Radfahrern zu achten. Mit der Kontrolle trug die Polizei aber auch zahlreichen Klagen von anderen Verkehrsteilnehmern über unbeleuchtet fahrende Räder Rechnung. Ziel der Aktion, die mit Beginn der Radfahrsaison 2007 wiederholt wird, ist es neben der Senkung der Unfallzahlen, Radfahrern deutlich vor Augen führen, dass sie sich im Straßenverkehr ebenso an bestehende Regeln halten müssen wie andere Fahrzeugführer. Fahrradfahrer genießen dabei keine Vorrangstellung. Auch Verkehrsverstöße von Radfahrern sind verwarnungs- und   bußgeldbewehrt. Solche Verwarnungs- / Bußgelder können beispielsweise von 10EUR für Beleuchtungsmängel, über 15EUR für die Falsch- oder Nichtbenutzung eines Radwegs, bis zu 62,50EUR und einen Punkt in Flensburg für die Missachtung von Rotlicht betragen. Bei einer Behinderung oder Gefährdung anderer, im schlimmsten Fall bei einem Verkehrsunfall, erhöhen sich diese Beträge nochmals. Zusätzlich zu Buß- oder Verwarnungsgeldern kann die Polizei auch die Weiterfahrt des Radfahrers untersagen. Dies kann beispielsweise bei fehlenden Beleuchtungseinrichtungen der Fall sein. Im Einzelfall droht sogar   die Sicherstellung des Fahrrads.

    Bei den Kontrollen in der Alexanderstraße, Heidelberger Straße, Zeughausstraße und in der Fußgängerzone (Ludwigstraße und Ernst-Ludwig-Straße) wurden 55 Verstöße von den Beamten registriert. Meist blieb es zunächst einmal bei einer mündlichen Verwarnung, in gravierenden Fällen, wie dem Nichtbeachten des Rotlichts oder bei komplett fehlender Beleuchtung, wurden aber Bargeldverwarnungen ausgesprochen oder sogar Ordnungswidrigkeitsanzeigen gefertigt. Dies war in 13 Fällen erforderlich. Darüber hinaus wurden auch Mängelanzeigen gefertigt, mit der Auflage, lichttechnische Einrichtungen nachzurüsten und das Rad anschließend in ordnungsgemäßen Zustand bei der Polizei vorzuführen. In der Fußgängerzone wurden 26 Radfahrer angetroffen, die diese trotz eines Verbots befuhren. Sieben Radfahrer missachteten das Rotlicht an einer Ampel, fünf alleine an der Zeughausstraße in Höhe der Schleiermacher Straße (Cityring). Ohne Licht wurden 10 Radfahrer angetroffen, ebenso 12 Radfahrer, die entweder den Gehweg benutzten oder den Radweg nicht benutzten oder auf dem Radweg in die falsche Richtung fuhren. Insgesamt zeigten sich viele Radler von der Aktion der Polizei überrascht, meist waren die Betroffenen aber einsichtig. Nur eine 38-jährige Frau geriet allerdings vollends außer Fassung, nachdem sie in der Zeughausstraße nach einem Rotlichtverstoß angehalten wurde. Sie warf ihr Fahrrad gegen eine Wand, schlug ihren Kopf mehrfach gegen eine Straßenlaterne und trat auf ihr Fahrrad ein. Die Kontrolle hatte aber offenbar ihre Wirkung nicht verfehlt. An der nächsten roten Ampel blieb sie stehen, bis diese auf Grün umgeschaltet hatte.


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