Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: Südhessen/ Offenburg: Verhaftetes Trio war auch in Südhessen aktiv. Bande bestahl insbesondere ältere Leute.

Südhessen/ Offenburg (ots) - Mit drei Haftbefehlen gegen zwei Männer und eine Frau haben monatelange Ermittlungen der Offenburger Kriminalpolizei einen vorläufigen Abschluss gefunden. Die Bande mit Wurzeln in Rumänien soll mit verschiedenen anderen Tätern in Nordbaden, Südhessen und der Pfalz seit Anfang 2005 vorwiegend älteren Männern und Frauen die Scheckkarten abgenommen und mit diesen in weit mehr als 100 Fällen über 40.000 Euro erbeutet haben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Offenburg sitzt das Trio jetzt in Untersuchungshaft. Reichlich aktiv waren die drei seit Januar auch im Kreis Bergstraße, so eine Auswertung der Heppenheimer Regionalen Kriminalinspektion, mit der die Offenburger Beamten bei ihren Recherchen eng zusammengearbeitet hatte . Zu Buche schlagen allein an der Bergstraße zwölf Fälle. Zugelangt hatte man ebenso in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau. Bei den Tätern handelt es sich um einen 31 Jahre alten Rumänen, der seit zehn Jahren legal in Deutschland lebt. Gemeldet ist er mit Frau und Kindern in Lahr. Tatsächlich hielt er sich aber bei seiner 28 Jahre alten Lebensgefährtin in Mannheim auf - einer ebenfalls gebürtige Rumänin, die aber zwischenzeitlich die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Dritter im Bund ist ein 35 Jahre alter Rumäne, der noch in Bukarest wohnen soll und extra zum Begehen von Straftaten mit gefälschten Papieren nach Deutschland kam. . . Nach rund sechs Monaten Recherche kann man dem Duo und seinem 35 Jahre alten Komplizen rund 70 Taten nachweisen. Um an die Scheckkarten speziell älterer Leute zu kommen, bedienten sich die Beschuldigten zweier Methoden. Zum einen stellten sie sich am Geldautomaten so nah an die Kunden, dass sie ihnen auf die Finger schauen und so die Geheimnummer ausspähen konnten. Einer ließ einen Geldschein auf den Boden fallen und lenkte den Kunden mit der Frage ab, ob ihm der Schein gehört. In diesem unbeobachteten Augenblick zog der zweite die Karte aus dem Schlitz und ersetzten sie in einigen Fällen durch eine andere, die sie bei früheren Diebeszügen erbeutet hatten. Mit der ergaunerten Karte hoben sie dann so lange Geld ab, bis das Tageslimit erreicht war. Da sie die Taten in den Zeiten begingen, in denen die Banken geschlossen hatten, wurden die Karten erst spät gesperrt. Zum anderen suchten sie sich gezielt Lebensmittelläden und Großmärkte aus. Dort warteten sie auf Frauen, die ihre Handtasche in Einkaufswagen liegen oder scheinbar unvorsichtig über ihre Schulter hängen ließen. Einer verwickelte die potentiellen Opfer in ein Gespräch, während der zweite unbemerkt den Geldbeutel aus der Tasche zog. Darin fand man oftmals nicht nur die Geldkarte, sondern auch gleich offen oder weniger offen versteckt die PIN-Nummer. Am nächsten Automaten konnten sie so problemlos Geld abheben. Die Serie endete abrupt am 20. März 2006. An diesem Tag schlug die Kriminalpolizei in der Ortenau und in Mannheim zu. Die drei Hauptverdächtigen wurden festgenommen. Von den 40.000 Euro, die sie bis dahin erbeutet hatten, war kaum etwas übrig. Sie hatten es für ihren Lebensunterhalt ausgegeben, aber auch für die 24 Fahrzeuge, die sie angemietet hatten. Zum Schluss war ihnen das wohl zu teuer geworden, denn sie legten sich kurz vor der Festnahme für ein paar tausend Euro einen Gebrauchtwagen zu. Nach Einschätzung der Kriminalpolizei hat das Trio sich von diesen Straftaten im wahrsten Sinne des Wortes ernährt. Unrechtsbewusstsein scheinen die Täter kaum zu haben, denn sie sprachen nicht von stehlen, sondern von "zur Arbeit gehen". Doch ansonsten zeigen sie sich wenig auskunftsfreudig. Einer macht überhaupt keine Aussagen, die anderen beiden sind nur zu Teilgeständnissen zu bewegen. Während das Trio in Untersuchungshaft sitzt, dürften die Mittäter, die sie in unterschiedlicher Besetzung unterstützt hatten, nach den jüngsten Ermittlungen vermutlich in Rumänien untergetaucht sein. Diese Serie zeigt wieder einmal deutlich auf, dass viele Bürger im Umgang mit Geldkarten viel zu sorglos sind. Am Geldautomaten sollte man Leute, die einem zu nah auf die Pelle rücken, weg schicken und, wenn das nicht gelingt, gegebenenfalls erst später Geld abheben. Dass Handtaschen nicht in den Einkaufswagen gehören, das dürfte auch klar sein. Und die Geheimnummer sollte man sie nie zusammen mit der Geldkarte verwahren. Interner Hinweis für die Medien: Obiger Bericht fußt auf einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft und der Polizeidirektion Offenburg. Falls Rückfragen bestehen, wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der Polizeidirektion Offenburg, Herrn Emil Roth, Tel.0781-211 200, Handy 0171-674 2940. Vielen Dank. 2940 ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen Digitale Pressemappe: http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=4969 Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Südhessen Klappacher Straße 145 64285 Darmstadt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Peter Rauwolf Telefon: 06151-969 2413 Fax: 06151-969 2405 E-Mail: peter.rauwolf@polizei.hessen.de Original-Content von: Polizeipräsidium Südhessen, übermittelt durch news aktuell

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