FW-MG: Brand in Apotheke

Mönchengladbach-Stadtmitte, Humboldtstraße, 18.10.2017, 00:16 Uhr (ots) - Alarmiert waren die Kräfte der ...

Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: Landkreis Groß-Gerau-Kriminalstatistik 2005

    Darmstadt (ots) - Erheblicher Straftatenrückgang - Aufklärungsquote weiter auf Höchstwert

    1. Straftatenentwicklung

    Im Jahr 2005 wurden für die PD Groß-Gerau 12.811 Straftaten (Vorjahr 14.866) statistisch erfasst. Das bedeutet einen Rückgang der registrierten Kriminalität um 13,8 %. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote (AQ) um 0,9 Prozentpunkte auf 48,3 % gesteigert werden.

    Für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südhessen, zu dem die Stadt Darmstadt und die Landkreise Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße und der Odenwaldkreis gehören, wurden 2005 56.448 Straftaten (Vorjahr 64.376) registriert. Die Anzahl konnte somit um 12,3% gesenkt werden. Die AQ stieg von 50,3 % auf 54,4 %.

    Die PD Groß-Gerau konnte bisher die "50-%-Hürde" bei der Aufklärungsquote noch nicht überwinden. Dies liegt zum einen an der geografischen Nähe zum Rhein-Main-Gebiet - die gut ausgebaute Infrastruktur erlaubt es Tätern über Autobahnen oder S-Bahn-Anschlüsse schnell ins Zuständigkeitsgebiet ein- und auszureisen - zum anderen haben Delikte, die schwer aufklärbar sind (Einbrüche und Pkw-Aufbrüche) noch einen recht hohen Anteil an der Gesamtkriminalität (24,1 %; 2004 sogar 26,2 %).

    Dies soll die Bevölkerung jedoch nicht beunruhigen. Die Häufigkeitszahl (HZ = Straftaten pro 100.000 Einwohner) konnte im Direktionsbereich nicht nur deutlich gesenkt werden, sie liegt auch mit 5.091 (Vorjahr 5.908) im Südhessen-Vergleich hinter dem Odenwaldkreis auf Platz 2. Innerhalb Hessens findet sich der Landkreis Groß-Gerau in der ersten Hälfte der Landkreise wieder und liegt deutlich unter der durchschnittlichen HZ für ganz Hessen (7.246).

    Mit dem deutlichen Fallrückgang um 13,8 % liegt der Landkreis Groß-Gerau sogar hessenweit auf Platz 2 - wieder hinter dem Odenwald (-14,1 %). Im Durchschnitt konnte Hessen einen Rückgang der Fallzahlen von 4,4 % verzeichnen.

    2. Einzelne Deliktsbereiche

    Der größte Teil des Straftatenaufkommens fällt auf die Diebstahldelikte (45,4 %). Mit 0,1 % ist der Anteil der Straftaten gegen das Leben erfreulich gering. Wie bereits im letzten Jahr liegen die Vermögens- und Fälschungsdelikte auf Platz 2.

    2.1. Diebstahl

    Im Jahr 2005 wurden insgesamt 5.819 Diebstähle angezeigt. Das bedeutet einen Rückgang von 20,2 % im Vergleich zum Vorjahr (7.294).

    Erfreulich ist insbesondere der Rückgang des schweren Diebstahls von 3.899 2004 auf 3.090 Fälle in 2005.

    Auch im Bereich des einfachen Diebstahls sank die Zahl der erfassten Delikte von 3.395 (2004) auf 2.729 (2005).

    Die AQ liegt bei 23,7 % (Vorjahr 24,9 %).

    Ein besonderes Anliegen waren im vergangenen Jahr die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs und der Delikte rund ums Kraftfahrzeug. Durch erhöhte Polizeipräsenz und massiven Kontrolldruck, insbesondere durch den Einsatz operativer Einheiten, konnten Einbrecher auf frischer Tat festgenommen sowie potenzielle Täter verunsichert werden. Die gezielte Bekämpfung wurde durch eine zentrale Sachbearbeitung und vielfältige Präventionsmaßnahmen verstärkt.

    Der Erfolg zeigt sich in einem starken Rückgang des Straftatenaufkommens im Bereich der Wohnungseinbrüche (WED) und auch im besonderen Fall der Tageswohnungseinbrüche (TWE).

    Zudem konnte die Aufklärungsquote durch die o.g. Maßnahmen und konsequente Ermittlungen deutlich angehoben, im Bereich des TWE sogar nahezu verdreifacht werden.

    Auch im Bereich des Diebstahls aus Kfz. konnte eine deutliche Senkung der Fallzahlen erreicht werden. Die AQ blieb mit 12,5 % nahezu gleich.

    2.2. Straftaten gegen das Leben

    Für das Jahr 2005 wurden 11 Straftaten gegen das Leben verzeichnet (Vorjahr 10). Darunter sind 4 Fälle des Totschlags (incl. Versuche) und 6 fahrlässige Tötungen. Die AQ liegt bei 100 %. Bei den Straftaten gegen das Leben handelt es sich überwiegend um Beziehungstaten. Zu den 4 Fällen des Totschlags gehört das Tötungsdelikt am 4. April in Rüsselsheim, bei dem ein 53-jähriger Bauunternehmer aus Bischofsheim einen 33 Jahre alten Türken aus Aschaffenburg erschoss. Hintergrund waren Geldforderungen und Drohungen des Opfers. Gegen den Beschuldigten erging Haftbefehl wegen Totschlags. Am frühen Morgen des 14. Augusts kam es auf dem Campingplatz am Niederwaldsee zu einer folgenschweren Auseinandersetzung, in deren Verlauf eine  38-jährige Frau aus Wiesbaden mit einem Messer auf einen 28-jährigen Darmstädter einstach. Der Mann wurde nach der Attacke ins Krankenhaus verbracht und war kurze Zeit später außer Lebensgefahr. Täterin und Opfer waren einander bekannt und standen zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss. Am Abend des 31. Augusts wurde die Leiche eines 57-jährigen Mannes in der Gemarkung Allmendfeld gefunden. Der Mann wies schwere Kopfverletzungen auf. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern noch an. Der oben erwähnte 4. Fall ist ein Überhang aus 2004. Ähnlich verhält es sich mit dem Mord an der einer 39-jährigen Frau, die am 18. Juli 2005 von ihrem Ehemann in der gemeinsamen Wohnung in Rüsselsheim erschossen wurde. Da die Ermittlungen sich bis ins Jahr 2006 zogen, wird der Mord erst in der Statistik von 2006 erscheinen.

    2.3. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

    In diesem Deliktsbereich wurden insgesamt 140 Fälle angezeigt (Vorjahr 143). Die Aufklärungsquote liegt bei 70 %. Besondere Auffälligkeiten sind nicht zu verzeichnen.

    2.4. Rohheitsdelikte

    Auch im Bereich der Rohheitsdelikte sank die Zahl der Fälle von 1.563 auf 1.284 (AQ 88,3 %). Den größten Anteil hierbei haben die Körperverletzungen mit 822 Fällen (Vorjahr 964) und einer AQ von 93,8 % (Vorjahr 91,5 %).

    Herauszuheben ist der erfreulich starke Rückgang bei der Häuslichen Gewalt. Wurden 2004 noch 273 Fälle gemeldet, sind es 2005 nur noch 142. Hierbei ist anzumerken, dass weiterhin alle gemeldeten Fälle durch die Polizei zur Anzeige gebracht werden - auch wenn die Opfer den Strafantrag später zurücknehmen. Der Grund des Fallrückgangs ist hier auch in einem veränderten Verhalten der Täter, die in den meisten Fällen (138) männlich sind, zu suchen. Die Männer, auch ausländischer Herkunft, haben offensichtlich begriffen, dass die Polizei auf jeden Fall eine Strafanzeige fertigt und der Fall auch bei der Staatsanwaltschaft oder sogar dem Gericht landet. Zudem wird vermehrt auf Hilfseinrichtungen für Opfer und auch Täter hingewiesen.

    2.5. Vermögens- und Fälschungsdelikte

    In diesem Deliktsbereich wurden 2005 2.434 Straftaten registriert. Auch hier ist ein geringer Rückgang der Fallzahlen (Vorjahr 2.489) zu verzeichnen. Gleichzeitig konnte die AQ auf 73,8 % (Vorjahr 68,5 %) gesteigert werden.

    Die Zahl der Betrugsdelikte, insbesondere der Warenbetrug, ist weiter - wenn auch nur leicht - ansteigend. Ursächlich hierfür sind in erster Linie Internetauktionshäuser und -verkaufsbörsen, bei denen viele schwarze Schafe ihre (angeblichen) Waren anbieten. Die AQ liegt in diesem Deliktsfeld erfreulicherweise bei 94,5 %. Dies ist auch auf die Kooperationsbereitschaft der Internetanbieter, allen voran eBay, bei der Ermittlung von Straftätern zurückzuführen.

    Rückläufig ist dafür die Zahlen beim Warenkreditbetrug (2005: 495; 2004: 552). Hierunter wird der Tankbetrug erfasst, der mit für die relativ niedrige AQ  in diesem Deliktsbereich verantwortlich ist (2005: 56,8 %; 2004: 45,8 %). Grund hierfür sind die geringen Ermittlungsansätze.

    Im Jahr 2005 wurden 3 Enkeltrickbetrügereien begangen. Die Zahl der gemeldeten Versuche beläuft sich auf 22. Die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher. Opfer dieses Kriminalitätsphänomens sind fast ausschließlich ältere Menschen. Die Beute liegt meist im fünfstelligen Bereich.

    2.6. Rauschgiftdelikte

    Die Rauschgiftkriminalität ist von 681 auf 582 bekannt gewordenen Fällen gesunken. Die AQ liegt bei 94,3 %. Bei Kontrollen konnten 227 kg Khat, 12 kg Haschisch, 11 kg Marihuana, ein knappes Kilo Kokain sowie Amphetamin (181 g) und Heroin (12 g) sichergestellt werden. Außerdem fanden die Ermittler 1.105 Ecstasy-Tabletten, 13 LSD-Trips sowie etliche Hanfsamen, Joints und Cannabispflanzen. Im Rahmen der Vermögensabschöpfung konnte Bargeld in Höhe von 94.275 EUR beschlagnahmt werden.

    Im Landkreis Groß-Gerau wurden 2005 5 Rauschgifttote registriert.

    3. Ermittelte Tatverdächtige (TV)

    Im Jahr 2005 wurden insgesamt 5.055 Tatverdächtige ermittelt (Vorjahr 5.747). Davon waren 80,2 % männlich. Die Zahl der jugendlichen TV ging von 629 (2004) auf 606 zurück und die Zahl der tatverdächtigen Kinder sank von 228 auf 165. Unter den ermittelten TV waren 1.793 (35,5%) Nichtdeutsche (Vorjahr 2128; 37,0%). Die Tatverdächtigenstruktur weist somit in keinem Bereich auffällige Veränderungen vor.

    Der Anteil jugendlicher TV bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau (12 % der TV). Der Anteil der Kinder hat sich erfreulicherweise wieder deutlich reduziert.

    Im Jahr 2005 wurde die Jugendsachbearbeitung im Bereich des PP Südhessen neu strukturiert. Durch gezielte Maßnahmen sowohl im präventiven Bereich als auch in der Strafverfolgung sollen insbesondere Jugendliche, die drohen, auf die schiefe Bahn zu geraten, unter die Lupe genommen werden. Im Blickpunkt der Ermittler stehen aber auch weiterhin die jugendlichen Intensivtäter. Die positiven Auswirkungen dieser Schwerpunktsetzung werden sich in den Zahlen für dieses Jahr widerspiegeln.


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