Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: Landkreis Darmstadt-Dieburg und Stadt Darmstadt Kriminalstatistik 2005

    Darmstadt (ots) - Erfolgreiche Arbeit der Polizei in der Stadt Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurde auch im Jahr 2005 fortgesetzt

    Nochmalige Steigerung der Aufklärungsquote

    Straftatenentwicklung

    Nach dem bereits im Jahr 2004 die Aufklärungsquote für den Bereich der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg auf 50,6% gesteigert werden konnte, wurde dieses Ergebnis im Jahr 2005 nochmals übertroffen.

    Im Bereich der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg konnte die Aufklärungsquote im Jahr 2005 um 6,4 % auf 57,0 % erhöht werden und liegt somit noch über der Aufklärungsquote des Landes Hessen, die mit 54,5% einen neuen historischen Höchststand erreicht hat.

    Die Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg ist für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg zuständig.

    Obwohl die Grundtendenz sowohl im Stadtgebiet Darmstadt als auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg gleich ist, sind dennoch einige regionale Abweichungen feststellbar.

    Im Stadtgebiet Darmstadt wurde die Aufklärungsquote um 6 % von 52,4 % im Jahr 2004 auf 58,4 % im Jahr 2005 gesteigert. Für den Landkreis Darmstadt-Dieburg konnte im gleichen Zeitraum die Aufklärungsquote von 48,6 % auf 55,3 % erhöht werden. Dies entspricht einer Steigerung von 6,7%.

    Neben dieser erfreulichen Entwicklung bei der Aufklärungsquote, konnte auch bei der Anzahl der statistisch erfassten Straftaten ein deutlicher Rückgang verzeichnet werden.

    Im Jahr 2005 wurden im gesamten Bereich der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg insgesamt 26448 Straftaten (Vorjahr 30362) statistisch erfasst. Damit ist die Anzahl der erfassten Straftaten um 12,9 % gesunken.

    Im Stadtgebiet Darmstadt konnte ein Rückgang von 16.471 registrierten Straftaten im Jahr 2004 auf 14.328 Straftaten im Jahr 2005 (Rückgang um 13,0 %) verzeichnet werden.

    Für den Bereich des Landkreises Darmstadt-Dieburg ergab sich ein Rückgang um 1.771 registrierte Straftaten (2004: 13891 Straftaten - 2005: 12120 Straftaten). Dies entspricht einer Verringerung um 12,7%.

    Die Häufigkeitszahl (Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner) liegt im Bereich der Stadt Darmstadt bei 10.229. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg liegt die Häufigkeitszahl bei 4.166.

    Ausgewählte Deliktsbereiche

    Bei der Betrachtung einzelner Deliktsbereiche ist auffällig, dass bei  Delikten, die das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger in besonderem Maße beeinflussen, starke Rückgänge verzeichnet werden konnten.

    Wohnungseinbruchsdiebstahl/ Diebstahl aus Kraftfahrzeugen

    Die bereits im Jahr 2004 begonnene Schwerpunktsetzung bei der Bekämpfung der schweren Diebstahlskriminalität wurde auch 2005 fortgesetzt.

    In der Stadt Darmstadt wurde beim Wohnungseinbruchsdiebstahl ein Rückgang von 394 Delikten im Jahr 2004 auf 187 Delikte im Jahr 2005 festgestellt. Dies entspricht einem Rückgang von 52,5 %. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg ging die Anzahl der registrierten Straftaten im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls im gleichen Zeitraum von 520 Straftaten im Jahr 2005 auf 242 Straftaten im Jahr 2005 zurück. Dies entspricht einem Rückgang von 53,5 %.

    Die Anzahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle hat sich somit mehr als halbiert.

    Gleichzeitig wurde die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich in der Stadt Darmstadt von 12,2 % im Jahr 2004 auf 24,1 % im Jahr 2005 erhöht. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg war die Aufklärungsquote dagegen von 17,5 % auf 14,5 % rückläufig.

    In der Stadt Darmstadt kamen beim Wohnungseinbruchsdiebstahl 35,3 % der Fälle nicht über das Versuchsstadium hinaus. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg waren es 34,3 %. Hier zeigen sowohl die unterschiedlichen Präventionsangebote, z. B. Ringmaster in Weiterstadt oder "Wachsamer Nachbar" als auch die verbesserte Sicherung der Wohnhäuser durch die Eigentümer Wirkung.

    Neben dem Wohnungseinbruchsdiebstahl ist der stärkste Rückgang im Bereich des Diebstahls in/aus Kraftfahrzeugen zu verzeichnen.

    In Darmstadt wurde hier ein Rückgang von 1206 registrierten Straftaten im Jahr 2004 auf 704 Fälle im Jahr 2005 festgestellt. Dies entspricht einem Rückgang von 41,6 %. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gab es im gleichen Zeitraum sogar einen Rückgang von 44,9 % (2004: 1298 Straftaten - 2005: 715 Straftaten).

    Rohheitsdelikte/ Körperverletzung

    Im gesamten Deliktsbereich wurde in der Stadt Darmstadt ein Rückgang von 6,5 % festgestellt (2004: 1454 Delikte - 2005: 1359 Delikte) Hierbei gingen der Handtaschenraub um 19,0 % (2004: 21 - 2005: 17) und sonstige Raubüberfälle auf Straßen um 34,2 % (2004: 79 - 2005: 52) zurück. Bei den Körperverletzungsdelikten wurde nur ein leichter Rückgang von 3,1 % (2004: 958 - 2005: 928) festgestellt.

    Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gingen die Rohheitsdelikte um 1,4 % (2004: 1421: 2005: 1401) zurück. Beim Handtaschenraub wurde 2005 ein Rückgang von 18,2% (2004: 11- 2005:9) verzeichnet. Raubüberfälle auf Straßen gingen sogar um 48,8 %( 2004: 41 - 2005: 21) zurück. Im Bereich der Körperverletzungsdelikte wurde ein Anstieg um 4,8 % verzeichnet, von 925 Fällen im Jahr 2004 auf 969 Fälle im Jahr 2005.

    Die Gründe für den nur leichten Rückgang bei Körperverletzungsdelikten in der Stadt Darmstadt und dem leichten Anstieg im Landkreis Darmstadt-Dieburg liegen zum einen im geänderten Anzeigeverhalten der Bürgerinnen und Bürger, aber auch an der guten Arbeit der bei der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg eingerichteten Schulbeauftragten. Durch den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses durch die Schulbeauftragten sowohl mit den jeweiligen Leitern, aber auch als Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler, werden mehr Straftaten zur Anzeige gebracht, die vorher nicht statistisch erfasst wurden. Hier wird das vorhandene Dunkelfeld mehr und mehr aufgehellt. Zudem führt die konsequente Anzeigenerstattung bei Fällen häuslicher Gewalt zu einer Erhöhung der statistisch erfassten Delikte.

    Weiterhin musste für den Bereich der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg im Jahr 2005 festgestellt werden, dass durch Türsteher im Umfeld von Diskotheken vermehrt Körperverletzungsdelikte begangen wurden. Durch gesonderte Maßnahmen und Konzeptionseinsätze wird dieses Phänomen jedoch weiterhin konsequent verfolgt.

    Im Stadtbereich Darmstadt gingen diese Delikte um 6,7 % von 150 Delikten im Jahr 2004 auf 140 Delikte im Jahr 2005 zurück.

    Im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurde sogar ein Rückgang um 11,2 % von 107 auf 95 Delikte festgestellt.

    Vermögens- und Fälschungsdelikte

    Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte wurde in der Stadt Darmstadt beim Erschleichen von Leistungen ein Anstieg von 1323 Fällen im Jahr 2004 auf 1751 Fälle im Jahr 2005 festgestellt (Steigerung um 32,4 %). Im Landkreis Darmstadt-Dieburg ergab sich eine Steigerung von 74,4 % (von 168 Delikten im Jahr 2004 auf 287 Delikte im Jahr 2005).

    Da es sich bei der Leistungserschleichung um ein reines Kontrolldelikt handelt, entsteht zwangsläufig durch verstärkte Kontrolltätigkeiten auch ein Anstieg der Fallzahlen. Weiterhin hat sich das Abgabeverhalten der Verkehrsunternehmen bezüglich der Strafanzeigen geändert, was sich ebenfalls auf die statistische Erfassung in diesem Deliktsbereich ausgewirkt hat.

    Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten wurde in der Stadt Darmstadt im Bereich Warenbetrug eine Steigerung von 92,2 % festgestellt. Gegenüber dem Jahr 2004 mit 115 Taten, wurden im Jahr 2005 221 Straftaten registriert.

    Im Landkreis Darmstadt-Dieburg konnte eine gegenteilige Entwicklung festgestellt werden. Hier gingen die Fallzahlen von 626 Fällen im Jahr 2004 auf 216 Fälle im Jahr 2005 zurück. Dies entspricht einem Rückgang von 65,5%.

    Ermittelte Tatverdächtige, Jugendkriminalität und nichtdeutsche TV

    Insgesamt wurden für den Bereich der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg 11544  Tatverdächtige ermittelt. Hiervon entfallen 5380 Tatverdächtige auf den Bereich der Stadt Darmstadt und 6164 auf den Landkreis Darmstadt-Dieburg.

    Von den ermittelten Tatverdächtigen waren im Landkreis Darmstadt-Dieburg 1214 (22,6%) unter 21 Jahre alt. In der Stadt Darmstadt waren dies 1765 (28,6%).

    Bei der Nationalität kann festgestellt werden, dass in der Stadt Darmstadt 2038 Tatverdächtige Nichtdeutsche waren. Dies entspricht einem Anteil von 33,1 %. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg waren es 1580 Tatverdächtige (Anteil von 29,4 %).

    Opfer

    Insbesondere vor dem Hintergrund der bestehenden Ängste älterer Menschen, Opfer von Straftaten zu werden, ist ein Blick auf die Opferstatistik interessant.

    In der Stadt Darmstadt wurden insgesamt 1664 Menschen Opfer einer Straftat. (1009 männliche Opfer - 655 weibliche Opfer). Von den 1664 Opfern waren insgesamt 79 Opfer älter als 60 Jahre (33 männliche Opfer - 46 weibliche Opfer).

    Im Altersbereich der Jugendlichen und Heranwachsenden (Alter 14- unter 21 Jahre) wurden insgesamt 343 Personen (207 männlich - 136 weiblich) Opfer einer Straftat. Die Wahrscheinlichkeit Opfer einer Straftat zu werden, ist in diesem Altersbereich somit viermal größer als für Menschen, die älter als 60 Jahre sind.

    Im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurden im Jahr 2005 insgesamt 1703 Menschen Opfer einer Straftat. Hiervon waren 933 männlich und 770 weiblich. 89 Opfer waren älter als 60 Jahre (57 männlich - 32 weiblich). Bei den Jugendlichen und Heranwachsenden waren es 353 Opfer (199 männlich - 154 weiblich).

    Ziele und Ausblick

    Auch für das Jahr 2006 steht die Bekämpfung der Kriminalitätsschwerpunkte, die das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger im Besonderen beeinträchtigen, im Mittelpunkt der polizeilichen Arbeit.

    Gerade die örtliche Lage der Stadt Darmstadt an den Verkehrsadern BAB A 5 und BAB A 67 macht Darmstadt zu einem Ziel überörtlich agierender reisender Tätergruppierungen. Durch eine permanente tagesaktuelle Auswertung der Lagebilder werden örtliche Brennpunkte erkannt und in ein flexibles Handlungskonzept der Polizei einbezogen.

    Ziel ist es, den Anteil der Diebstahlskriminalität an der Gesamtkriminalität weiter zu senken.

    Durch die Einführung des Digitalen Erkennungsdienstes und der noch stärkeren Nutzung der DNA-Analyse sollen Täter schneller überführt und mögliche Tatzusammenhänge früher erkannt werden.

    Darüber hinaus soll der hohe Fahndungs- und Kontrolldruck weiterhin aufrechterhalten werden.

    Neben der Erhöhung der Aufklärungsquote hat auch die weitere Senkung der Fallzahlen höchste Priorität.

    Durch eine ständige öffentliche Präsenz sollen das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger gestärkt und die Täter verunsichert werden.

    Das Großereignis des Jahres 2006, die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, wird auch an Darmstadt nicht spurlos vorüber gehen.

    In der Stadt und im Landkreis werden Gäste aus aller Welt übernachten, um sich die Spiele in Frankfurt am Main, oder bei einer der öffentlichen Übertragungen auf Großleinwänden (Public Viewing) anzusehen.

    Neben der ausgelassenen Stimmung beim Feiern dieses Fußballfestes ist ein solches Großereignis aber auch immer wieder ein magischer Anziehungspunkt für Kriminelle. Insbesondere im Bereich des Taschen- und Trickdiebstahls muss mit einem erhöhten Fallaufkommen gerechnet werden. Die Bürgerinnen und Bürger können hier jedoch durch ihr umsichtiges Verhalten einen wichtigen Beitrag leisten, damit die Täter keinen Erfolg haben.


ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen
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