Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: PP Südhessen Kriminalstatistik 2005 Straftatenrückgang um 12,3 % auf 56.448 Fälle bei nochmaliger Steigerung der Aufklärungsquote um 4,1 % auf den Höchststand von 54,4 %

    Darmstadt (ots) - Polizeipräsidium Südhessen

    Straftatenrückgang um 12,3 % auf 56.448 Fälle bei nochmaliger Steigerung der Aufklärungsquote um 4,1 % auf den Höchststand von 54,4 %

    - Operative Kriminalitätsbekämpfung verstärkt - bürgernahe Polizeiarbeit trägt Früchte

    1.  Straftatenentwicklung Die  Straftaten sind mit beeindruckenden 12,3 % ( Hessen 4,4 %) auf 55.448 Fälle zurückgegangen und die Aufklärungsquote erneut um 4,1 % ( Hessen 2,0 % ) gesteigert worden. Dies  ist das Ergebnis erfolgreicher Arbeit sowohl im repressiven als auch im präventiven Bereich. Positiv ist besonders hervorzuheben, dass diese Verbesserungen bei den Straftaten erzielt wurden, die das Sicherheitsgefühl der Bürger besonders beeinflussen.

    Zurückgedrängt wurde auch die so genannte Straßenkriminalität ( z. B. Raubüberfälle, Autoaufbrüche, Taschendiebstahl und Körperverletzungen) um 17,6 auf 15.016 Fälle ( Vorjahr 18.223 ).

    Das Polizeipräsidium Südhessen wird auch weiterhin versuchen, durch die engagierte und professionelle  Arbeit aller Bediensteten einen Sicherheitsgewinn für den Bürger in Südhessen zu erreichen.

    Durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit konnte darüber hinaus das Mitteilungs- und Anzeigeverhalten der Bevölkerung verbessert werden. Die bürgernahe Polizeiarbeit trägt Früchte.

    Die Häufigkeitszahl (HZ = Straftaten pro 100.000 Einwohner) hat erneut abgenommen und hat mit 5.375 (Vorjahr 6.143, Hessen 7.246) auch den niedrigsten Stand seit 2001 erreicht.

    2.  Schwerpunktsetzung durch Bekämpfung der Einbrüche und Diebstähle

    Die im Jahr 2004 begonnene Schwerpunktsetzung der gezielten Bekämpfung der Einbrüche und der Diebstähle wurde auch im vergangenen Jahr weiter intensiviert.

    Einhergehend mit einer verbesserten Lageauswertung bestimmter Kriminalitätsphänomene in diesen Bereichen wurden verstärkt Kontroll- und Streifentätigkeiten und Konzeptionseinsätze an Kriminalitätsbrennpunkten durchgeführt. Effiziente Polizeipräsenz, sowie engmaschige Fahndungstätigkeit mit operativen Kräften, führte zu deutlich mehr Festnahmen auf frischer Tat und Sicherstellungen von Diebesgut. Parallel dazu konnten auf Grund der erhöhten Anzahl des sichergestellten Diebesguts bei Folgeermittlungen durch die Arbeitsgruppen weitere Festnahmen durchgeführt und Straftaten geklärt werden. Bei der Einbruchs- und Aufbruchskriminalität, wie z.B. beim Kfz-Aufbruch zeigen sich deutliche Erfolge. Durch die Einführung des Digitalen Erkennungsdienstes und der noch stärkeren Nutzung der DNA-Analyse sollen Täter schneller überführt und mögliche Tatzusammenhänge früher erkannt werden.

    Der Diebstahl insgesamt ist erfreulicherweise um 21,2 % (Hessen 9,2 %) zurückgegangen. Er ist jedoch nach wie vor mit 43,1% (Vorjahr 48,0 %) aller angezeigten Delikte mit 24.344 Fällen (Vorjahr 30.887 ) der größte Posten in der polizeilichen Kriminalstatistik. Die Aufklärungsquote konnte von 28,3% auf 29,6 % gesteigert werden. Bemerkenswert ist der Rückgang beim schweren Diebstahl  von 23,9 % auf 11.528 Straftaten bei gleichzeitiger Verbesserung der AQ um 2,5 % auf  17,5 %.

    Ein Drittel weniger Straftaten ( Hessen 13,8 % ) in/aus Fahrzeugen nämlich 3312 Fälle ( 4993 im Vorjahr). Die Aufklärungsquote wurde auch hier um knapp 5 % auf 21,7 % gesteigert.

    Der Ladendiebstahl  ging um 22,3 % auf 3732 Fälle zurück.

    Der Anteil des schweren Diebstahls an der Gesamtkriminalität konnte weiter um 3,1 % gesenkt werden ( 2003 = 25,5 %, 2004= 23,5 % )und liegt nur noch bei 20,4 %; damit wurde die Zielvorgabe  -unter die 20 Prozentmarke zu kommen -  fast erreicht.

    Dies waren insbesondere die Deliktsbereiche Diebstahl aus Pkw, Wohnungseinbruchdiebstahl sowie Trick- und Taschendiebstahl. Diese Delikte beeinflussen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders stark.

    Der Diebstahl in/aus Wohnungen  konnte um 899 Fälle, dies entspricht einem Rückgang von 41,74 %,  auf 1255 Fälle gesenkt werden. Gleichzeitig konnte die AQ ebenfalls um 5,7 % auf 27,2 % gesteigert werden. Hier beträgt der landesweite Rückgang 17,6 % bei einer Steigerung der AQ auf 24,5 %. Beim Tageswohnungseinbruch ging die Zahl der registrierten Fälle um 277 auf 371 zurück. Hier gelang es die AQ um 10,4 % auf 21,8 % zu steigern.

    3312 Fälle des Diebstahls in/aus Pkw  bedeuten einen Rückgang um 33,67 % ( Hessen 13,8 % ) bei gleichzeitiger Steigerung der AQ um 5,9 % auf 21,7 %.

    Der Taschendiebstahl sank insgesamt um 253 Fälle auf 944 und die AQ konnte um 10,3 % auf 18,0 % verbessert werden.

    3. Ausgewählte Deliktsbereiche

    3.1  Straftaten gegen das Leben Im Jahr 2005 wurden in Südhessen 62  Straftaten gegen das Leben erfasst (Vorjahr: 56), davon waren 8 Fälle Mord ( Vorjahr 13 ), 26 Fälle des Totschlags (Vorjahr: 35) sowie 35 Fälle der fahrlässigen Tötung. Die Aufklärungsquote war beim Mord bei 100% beim Totschlag 92.3 % und 84% bei der fahrlässigen Tötung.

    3.2  Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung In diesem Deliktsbereich wurden insgesamt 556 Fälle angezeigt (Vorjahr: 591). Die Aufklärungsquote lag bei 79,9 % (Vorjahr: 78,2%). Besondere Schwerpunkte oder Serientaten waren nicht darunter. Beim sexuellen Missbrauch von Kindern wurde ein Rückgang auf 138 Fälle (Vorjahr: 164) registriert.  Hier wurde die Aufklärquote um  19,8 % auf 89,9 % gesteigert. Die registrierten exhibitionistischen Handlungen stiegen von 81 auf 116  Fälle an.

    3.3  Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit Positiv bewertet wird der Rückgang um 5,73 % auf 6218 Fälle (Vorjahr: 6.596 ). Die erneute Steigerung der hohen Aufklärungsquote von 87,1 % auf 88,1 % macht  deutlich, dass die Polizei auf diesem Feld, insbesondere auch bei häuslicher Gewalt, die Strafverfolgung intensiv betreibt. Bei allen Körperverletzungsdelikten gab es einen Straftatenrückgang um 1,49 % auf 4229 ( Hessen + 1,9 % ). Hier wurden 3857 Delikte aufgeklärt; dies entspricht einer Quote von 91,2 %. Erfreulich auch der Rückgang beim Raub und der räuberischen Erpressung um 22,3 % auf  445 Fälle (Vorjahr: 573). Die Aufklärungsquote konnte deutlich auf 56,4 % (Vorjahr: 49,5%) verbessert werden.

    3.5  Vermögens- und Fälschungsdelikte Einen erneuten Zuwachs gibt es bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten auf 12.211 Fälle (Vorjahr: 11.298 Fälle). Das entspricht dem bundesweiten Trend. Die jährliche Steigerung (2003 um 15,6%, 2004 um 10,9% und 2005 um 8,1 %) bei dieser Straftatengruppe reduziert sich allmählich. Die Aufklärungsquote betrug 80,8% (Vorjahr: 74,5%). Die Zuwächse sind wie im Vorjahr hauptsächlich beim Betrug (Ebay-Betrug, Lastschriftverfahren und Computerbetrug) zu beobachten.

    3.6  Rauschgiftdelikte und Fahren unter Drogeneinfluss

    Die Zahl der registrierten Rauschgiftdelikte ( hier handelt es sich um so genannte Kontrolldelikte ) ist von 2.441 auf 2.072 Fälle um 15,1 Prozent zurückgegangen. Die Aufklärungsquote ist leicht um 1,1 % auf 96,1 % gestiegen. Der Schwerpunkt liegt mit  590 (Vorjahr: 738) Fällen wieder in der Stadt Darmstadt. Der Rückgang um 20,1 % ist jedoch das positive Ergebnis bei den polizeilichen Maßnahmen zur Bekämpfung der offenen Rauschgiftszene mit Razzien und Kontrollen an den szenetypischen Treffpunkten - mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei -. Sowie durch gezielte Kontrollen  wurde der Zustrom der Händler und Lieferanten bereits auf den Autobahnen verhindert.  Bei der so genannten Schleierfahndung wurden in 512 Fällen Betäubungsmittel sichergestellt. Gegen 555 Personen wurden Ermittlungsverfahren wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.

    Dabei wurden insgesamt  687 (Vorjahr: 835 ) Fahrzeugführer beim Führen von Fahrzeugen unter Drogeneinfluss gestellt. In Ermittlungsverfahren und Kontrollen wurden sichergestellt:

    20,9 kg Marihuana, 1,5 kg Heroin, 35,2 kg, 26,22 kg Kokain, 277 kg Khat, 2440 Ecstasy Tabletten, 1,4 kg Amphetamine.

    In Südhessen wurden 21 (Vorjahr 18) Rauschgifttote registriert, in Hessen waren es insgesamt 126 (Vorjahr 109).

    3.7 Organisierte Kriminalität und Vermögensabschöpfung

    98 Delikte wurden im Jahr 2005 im Bereich der organisierten Kriminalität bearbeitet ( z.B. Gewerbsmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln, Geldfälschung, Menschenhandel und Freiheitsberaubung). In 48 Fällen wurde das Vermögen der Tatverdächtigen abgeschöpft. Hierbei wurde eine Gesamtsumme ( Geld- und Vermögenswerte ) von 468.619 EUR beschlagnahmt.

    4.      Ermittelte Tatverdächtige (TV)

    4.1 Tatverdächtige, Jugendkriminalität und nichtdeutsche TV Im Jahr 2005 wurden insgesamt 22.908 (Vorjahr: 24.592) Tatverdächtige ermittelt. Das sind 1684 Tatverdächtige weniger als im Vorjahr. Dies wird bedingt durch den hohen Straftatenrückgang. Überörtlich agierende Banden- und Serienstraftäter aus dem osteuropäischen Ausland sind hier überproportional vertreten. Von allen ermittelten Tatverdächtigen waren 76,5% männlich.

    - 5886 ermittelte Tatverdächtige waren  unter 21 Jahre alt  = 25,7%  aller Tatverdächtigen (Vorjahr: 25,6%) - 2163 ermittelte Tatverdächtige waren Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren - 2.832 ermittelte Tatverdächtige waren Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahre - 891 ermittelte Tatverdächtige waren Kinder unter 14 Jahre Von  den ermittelten Tatverdächtigen waren 7.648 oder 31,1% (31,9%) nichtdeutsche Personen. Damit hat sich der Anteil der nichtdeutschen ermittelten Straftäter kaum verändert.

    4.2 Schwerpunktsetzung Mehrfach- / und Intensivtäter Es wurden 92 Ermittlungsverfahren gegen Mehrfachintensivtäter geführt. Ihnen werden ca. 960 Straftaten in den  letzten beiden Jahren angelastet. In 30 Fällen wurden Untersuchungshaftbefehle erlassen. In 88 Verfahren waren Männer die Beschuldigten. 10 Ermittlungsverfahren richteten sich gegen Jugendliche, 18 Verfahren gegen Heranwachsende im Alter von 18 - 21 Jahren.


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