Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: Drei Männer in Untersuchungshaft / Polizei klärte Autoaufbruchserien in Darmstadt und Reinheim auf / Ausmaß der Straftaten noch nicht absehbar

Darmstadt / Reinheim (ots) - Der Polizei ist dieser Woche ein Schlag gegen bandenmäßig organisierte Eigentumskriminalität gelungen. Drei Männer aus dem Baltikum, sie sind 20, 28 und 29 Jahre alt, sind in Untersuchungshaft, nachdem die Staatsanwaltschaft Haftbefehle beantragt hatte und der Haftrichter den Ersuchen folgte. Mitte Mai dieses Jahres hatten Unbekannte in Darmstadt-Wixhausen in einer einzigen Nacht zwanzig Autos aufgebrochen. Die Täter flüchteten mit einem gestohlenen Pkw, der einer jungen türkischen Familie gehörte und für das Ehepaar und die beiden kleinen Kinder einen besonderen schmerzlichen Verlust bedeutete. Nur eine Nacht später fiel der gestohlene Golf in Reinheim-Georgenhausen auf. Zeugen hatten die Polizei alarmiert. Anschließend lieferten sich die Unbekannten mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd quer durch Reinheim und seine Stadtteile. Letztendlich gelang es den Unbekannten, querfeldein und zu Fuß zu entkommen. Das gestohlene Fahrzeug ließen sie zurück. Bevor sie von Zeugen entdeckt worden waren, hatten die Täter in Spachbrücken eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Sechs Fahrzeuge waren aufgebrochen und ausgeplündert worden. Wenige Tage zuvor waren Unbekannte im Darmstädter Paulusviertel unterwegs und hatten dort zwölf Fahrzeuge aufgebrochen. Wertgegenstände aller Art und eingebaute Unterhaltungselektronik wurden herausgerissen und mitgenommen. Zum Transport ihrer Beute stahlen die Täter an der Lichtwiese einen weiteren Pkw. Dieses Fahrzeug wurde später ebenfalls in Reinheim aufgefunden. Die Täter gingen bei ihren Aufbrüchen rabiat vor und schlugen in allen Fällen die Scheiben ein. Der Schaden an den rund vierzig Fahrzeugen liegt nach vorsichtigen Schätzungen etwa bei 35.000 Euro. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass die Gesamtzahl der aufgebrochenen Autos weitaus höher sein dürfte, da nicht alle Geschädigten erfahrungsgemäß Anzeige erstattet haben. Zur Beute gehörten u. a. Navigationsgeräte, Radios, Radiorekorder und Radio-CD-Player, Laptops, Handys, Werkzeuge und alles, was sich zu Geld mach ließ. Der Gesamtwert des Diebesgutes, lässt sich nicht genau kalkulieren, da es sich um gebrauchte Gegenstände handelte, dürfte aber bei rund 30.000 Euro liegen. Im Sommer 2005 wurde nach einem Ladendiebstahl im Raum Offenbach ein 20 Jahre alter Tourist aus dem Baltikum erkennungsdienstlich behandelt. Die spätere Recherche seiner Fingerabdrücke führte zur Identifizierung der Fingerabdrücke, die bei den Autoaufbrüchen in Wixhausen hinterlassen worden waren. Der junge Mann wurde am vergangenen Sonntag nach einem räuberischen Diebstahl in Gravenbruch, zusammen mit dem 28- und 29-Jährigen festgenommen. Der älteste Beschuldigte hatte nach Entdeckung eines Autoaufbruchs in Dietzenbach einen Zeugen mit einem Messer bedroht. Das Belastungsmaterial vom Sommer in Darmstadt und Reinheim, zusammen mit den aktuellen Autoaufbrüchen reichte aus, alle drei Männer in Untersuchungshaft zu bringen. Auch die Polizeidienststellen von Karlsruhe entlang des Rheins bis nach Mainz registrierten seit Mitte 2004 anhaltende Serien von Diebstählen aus Fahrzeugen nach einem sehr vergleichbaren Muster: Scheiben einschlagen, Mitnahme aller brauchbaren Gegenstände aus den Fahrzeugen und Stehlen eines Autos zur Flucht. Das ganze Ausmaß der von den Beschuldigten verübten Straftaten lässt sich derzeit nicht absehen. Ob und inwieweit sie hierfür in Frage kommen, ist noch unklar. Hierzu sind weitere intensive Ermittlungen und Recherchen notwendig. Nach den bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler davon aus, dass die drei Männer zu Gruppen gehören, die sich zur Begehung von Straftaten zusammengeschlossen haben und deren Ziel es ist, Diebesgut ins Ausland zu bringen, wo es dann zu Geld gemacht werden kann. Nicht selten finden sich sogenannte Schnäppchenangebote im Internet, wo sie mit optimiertem Gewinn verkauft werden. Die Käufer sind dann die Betrogenen und müssen letztendlich bei Entdeckung die Sachen herausgeben. Unter Umständen müssen sie sogar mit einer Strafanzeige wegen Verdachts der Hehlerei rechnen. ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen Digitale Pressemappe: http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=4969 Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Südhessen Klappacher Straße 145 64285 Darmstadt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Karl Kärchner Telefon: 06151-969-2410 Fax: 06151-969-2405 E-Mail: karl.kaerchner@polizei.hessen.de Original-Content von: Polizeipräsidium Südhessen, übermittelt durch news aktuell

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