Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: Erfolgreiche internationale Zusammenarbeit Bande rumänischer Straftäter festgenommen/ Geldautomaten aus der Verankerung gerissen/Mehr als 10 Millionen Euro Schaden

Tatbild 2

    Darmstadt (ots) - Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Darmstadt, des PP Südhessen und des Landeskriminalamtes Rheinland Pfalz

    Erfolgreiche internationale Zusammenarbeit Bande rumänischer Straftäter festgenommen Geldautomaten aus der Verankerung gerissen/Mehr als 10 Millionen Euro Schaden

    Das Polizeipräsidium Südhessen und die Staatsanwaltschaft Darmstadt konnten in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen in Frankreich, Luxemburg, der Schweiz und Rumänien eine  im Jahr 2002 beginnende Serie von über einhundert Straftaten aufklären. Seit Beginn der Taten ermittelten die Fahnder gegen neun mutmaßliche rumänische Bandenmitglieder im Alter zwischen 30 und 39 Jahren. Sieben Mitglieder der bisher neun identifizierten Männer befinden sich inzwischen in Haft.

    Die Bande entwendete in wechselnder Besetzung in Luxemburg, der Schweiz, Österreich, Frankreich und Deutschland eine Vielzahl von Geldausgabeautomaten (GAA) aus Banken und Kaufhäusern. Dabei rissen die Täter mit einem Stahlseil die Automaten aus der Verankerung, luden diese auf zuvor gestohlene Transportfahrzeuge und verließen innerhalb kürzester Zeit die Tatorte mit zur Flucht bereitgestellten gestohlenen hochwertigen Pkw.

    In Südhessen wurden in den letzten Jahren drei Taten verübt. So kam es im April und Mai 2003 jeweils zu dem Versuch, den Geldautomaten aus dem Media-Markt in Weiterstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg) zu stehlen. Beim ersten Versuch riss das am Geldautomaten angebrachte Stahlseil, beim zweiten Versuch mussten die Täter auf Grund eines untauglichen Transportfahrzeuges von der Tat Abstand nehmen. In Lampertheim (Landkreis Bergstraße) gelang es der Bande dagegen, einen Geldautomaten mit einem Stahlseil aus der Verankerung zu ziehen. Darüber hinaus werden der Tätergruppierung weitere 32 Logistikstraftaten, d.h. der Diebstahl amtlicher Kennzeichen und hochwertiger Fahrzeuge, im südhessischen Raum zur Last gelegt. Weitere Taten ziehen sich quer durch die Bundesrepublik, die Schweiz, Luxemburg, Österreich und Frankreich, mit Schwerpunkten in Südwestdeutschland und der Westschweiz.

    Am 20. Oktober 2004 hatten drei rumänische Staatsbürger eine Polizeisperre in Colmar (Frankreich) durchbrochen und waren nach kurzer Verfolgung festgenommen worden. Den Männern gelang jedoch wenige Wochen nach der Inhaftierung die Flucht aus einem französischen Gefängnis.

    Nachdem die Personen einige Zeit in ihrer Heimat untergetaucht waren, gab es seit August 2005 von den rumänischen Behörden Hinweise darauf, dass sich die gesuchte Tätergruppe wieder in Westeuropa aufhält. Durch die enge internationale Zusammenarbeit verschiedener Polizeidienststellen in Frankreich, der Schweiz, Luxemburg und Deutschland, gelang es zunächst Anfang Oktober 2005 im Kanton Neuchatel (Schweiz) einen 33-jährigen Rumänen nach dem Diebstahl eines Geldautomaten festzunehmen. Darüber hinaus suchte die Zielfahndung des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz seit November 2004  im Auftrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt nach sechs Mitgliedern der Tätergruppe. Im Rahmen der Zielfahndung konnten die Ermittler des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz Spuren dieser Gruppierung in mehreren europäischen Staaten verfolgen. Durch den internationalen Fahndungsdruck waren die Täter gezwungen, die Fahrzeuge öfters zu wechseln. Bei einem erneuten Versuch einen Pkw zu entwenden, konnten Ende Oktober auch zwei Mitglieder der Bande, die bereits im letzten Jahr aus einem französischen Gefängnis geflohen waren, in Mannheim festgenommen werden. Einem weiteren Mittäter gelang allerdings die Flucht.

    Die intensiven Ermittlungen der Zielfahnder führten in den letzten Tagen über die Schweiz nach Frankreich. Am letzten Freitag (04.11.05) konnten schließlich in der Nähe von Nancy in Zusammenarbeit mit der französischen Polizei vier mutmaßliche Bandenmitglieder lokalisiert werden. Dabei wurde neben dem in Mannheim geflohenen Mittäter u.a. der 37-jährige Kopf und Organisator der Bande festgenommen.

    Insgesamt befinden sich sieben Männer in Haft. Die am Freitag Festgenommenen warten in Frankreich auf ihre Auslieferung.

    Der hessische Innenminister Volker Bouffier und der   rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch lobten den erfolgreichen Fahndungsabschluss, den beide übereinstimmend auf die exzellente polizeiliche Zusammenarbeit mit den beteiligten Staaten und Bundesländern, des Bundeskriminalamtes sowie der Staatsanwaltschaft Darmstadt zurückführten.


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