Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: Bekämpfung der Autoaufbrüche Südhessen Erfolgreiche Fahndung
Zehn Festnahmen, dreimal Untersuchungshaft Kontrolldruck in Südhessen hält an

    Südhessen/Darmstadt (ots) - Fahnder des Polizeipräsidiums Südhessen haben in dieser Woche in Südhessen zehn Männer festgenommen. Die Beschuldigten sind 24 bis 39 Jahre alt, wohnen im Rhein-Main-Gebiet und kommen aus Polen, Moldawien und dem ehemaligen Jugoslawien. Die Festnahmen erfolgten u. a. bei oder unmittelbar nach Autoaufbrüchen in Darmstadt, Weiterstadt, Groß-Gerau, Mörfelden- Walldorf. Drei der Festgenommenen sind in Untersuchungshaft, die anderen sieben sind wieder auf freiem Fuß, da keine Gründe für eine Untersuchungshaft vorlagen. Sie werden sich allerdings in Strafverfahren zu verantworten haben.

    Die Beamten stellten die Woche über bei ihren Aktionen u. a. Bolzenscheider, Schraubendreher, Eisenstangen, Gummihandschuhe, Strickmützen, Spezialwerkzeuge sicher, ebenso ein gestohlenes Fahrzeug.

    In der jüngsten Vergangenheit war eine Häufung von Autoaufbrüchen im Darmstädter und Groß-Gerauer Raum feststellbar. Sorgfältige Analysen ergaben den bisher nicht widerlegten Verdacht, dass für diese Delikte Osteuropäer verantwortlich sind, die bandenmäßig organisiert sind. Nicht auszuschließen war, dass auch örtliche Drogenabhängige nach dem schnellen Euro für ihren Rauschgiftkonsum suchten.

    Gestohlen wurden hauptsächlich Autoradios und Navigationsgeräte. Die Tatorte verfügten meist über eine sehr gute Verkehrsanbindung, die den Tätern die schnelle Flucht ermöglichte. Die Tatzeiten lagen oft in der zweiten Nachthälfte. In Sekunden öffneten sie die Fahrzeuge mit Spezialwerkzeugen, schlugen aber auch mit Brachialgewalt und hemmungslos die Scheiben ein.

    Bei ihrer flexiblen Fahndung in dieser Woche kontrollierte die Polizei rund 200 Personen und 168 Fahrzeugen. Heraus kamen die zehn Festnahmen, aber auch einige festgestellte Verkehrsverstöße einschließlich zwei Blutentnahmen.

    In Darmstadt-Wixhausen fiel den Fahndern am vergangenen Dienstag, kurz nach 04.00 Uhr, ein Opel Kombi auf. Bei dieser Kontrolle fanden die Polizisten typisches Aufbruchswerkszeug. Das Fahrzeug war in der selben Nacht in Pfungstadt gestohlen worden. Der Halter wusste davon noch nichts, hatte folglich noch keine Anzeige erstattet und erfuhr erst durch den Anruf der Polizei davon. Der Fahrer, der alleine im Auto war, wurde festgenommen. Es ist ein 29 Jahre alter Pole, der mehrfach in den vergangenen Jahren wegen Eigentumsdelikten auffällig war. Der Mann ist jetzt in Untersuchungshaft.

    Im Weiterstädter Industriegebiet nahmen die Beamten einen Tag später einen 29 Jahre alten Polen fest, in dessen Fahrzeug sie mutmaßlich gestohlene Trennscheiben und Bohrschrauber fanden.

    Zeitlich fast parallel nahmen Fahnder in Büttelborn einen 24 Jahre alten Moldawier auf frischer Tat bei einem Autoaufbruch fest. Zwar gelang es dem Beschuldigten zunächst zu fliehen, wurde aber nach kurzer Distanz eingeholt. Die Polizisten fanden in der Straße drei aufgebrochene Fahrzeuge, die sie dem Moldawier zuschreiben. Der Beschuldigte schwieg sich zu den Vorwürfen aus, hatte keine Ausweise dabei, dafür jedoch einen Rucksack mit einer Kombizange und einen zusammengebundenen Draht vor seinem Bauch. Der Mann, der schon vor drei Jahren in Ostdeutschland einschlägig aktiv war, ging jetzt in Untersuchungshaft.

    In Mörfelden fiel ein 32-jähriger Pole auf, der von der Staatsanwaltschaft Frankfurt gesucht worden war.

    Auf der B 42 nahmen die Beamten zwei Polen (26, 33) fest, die mit einem Passat und beladenem Pkw-Anhänger unterwegs waren. Darauf stand ein unfallbeschädigter Seat. Im VW fanden die Beamten hochwertiges Werkzeug, das zum Verfälschen von Identifikationsmerkmalen geeignet war. Kennzeichen, Fahrzeugschein, Kaufvertrag wiesen zahlreiche Ungereimtheiten auf. Die beiden Männer wurden festgenommen, die Fahrzeuge sichergestellt.

    Bereits in den vergangenen Tagen erfolgten Festnahmen eines 32- Jährigen in Gernsheim und – wie bereits berichtet – eines 24- Jährigen in Groß-Bieberau, der bislang alleine in fünfzig Fällen strafrechtlich auffällig war.

    Bereits am vergangen Wochenende nahm die Polizei im Walldorfer Neubaugebiet drei Polen (31, 39, 51) fest, in deren Fahrzeug umfangreiches Aufbruchswerkzeug deponiert war. Wo die Männer möglicherweise agierten, ist bis dato noch unklar.

    Polizeipräsident Gosbert Dölger wird mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Kontrolldruck auf den südhessischen Straßen optimieren, um die Kriminalität im Bereich des „Tatortes Straße“ deutlich wahrnehmbar zu reduzieren. Die Autoaufbrüche durch ganze Tätergruppen, wahrlich kein alleiniges südhessisches Problem, brauchen – wie es diese Woche zeigte – durch Analysen, Motivation, Einsatzbereitschaft und Flexibilität nicht hingenommen werden. Die Festnahmeerfolge zeigen den künftigen Weg.

    Dabei ist auch die Unterstützung der Bevölkerung hilfreich. Die Polizei bittet deshalb, insbesondere nach Mitternacht auf verdächtige Bewegungen zu achten und bei Beobachtungen, die im Zusammenhang mit Straftaten stehen könnten, sofort die Polizei zu alarmieren. Ebenso sind Hinweise erwünscht, die geeignet sind, Straftaten aufzuklären oder Tatverdächtige zu identifizieren. Es ist unbestritten, dass ein beachtlicher Teil der Straftaten durch Zeugen und Hinweise aufgeklärt werden können. Kontaktaufnahme mit dem Polizeipräsidium Südhessen, Telefon (06151) 969 3030.


ots-Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen

Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=4969

Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Südhessen

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klappacher Straße 145
64285 Darmstadt
Karl Kärchner
Telefon: 06151-969-2410
Fax: 06151-969-2405
Email: karl.kaerchner@polizei.hessen.de

Original-Content von: Polizeipräsidium Südhessen, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Polizeipräsidium Südhessen

Das könnte Sie auch interessieren: