Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: Darmstadt: Aufmerksamen Zeugen gelingt Festnahme von zwei Einbrecher- Kindern nach Woh-nungseinbruch – Polizei bittet um Mithilfe der Bevölkerung bei der Bekämpfung des Tageswohnungseinbruchs

Darmstadt (ots). Besonders aufmerksamen Nachbarn ist es am Dienstag- nachmittag (22.02.05) gelungen, zwei Kinder im Alter von 10 und 13 Jahren nach einem Einbruch in eine Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses in der Kurt-Schumacher-Straße in Eberstadt festzunehmen. Mehrere Bewohnern hatten gegen 15.00 Uhr beobachtet, wie vier Kinder zunächst mit Schneebällen gegen Fenster des Wohnblocks warfen. Die Anwohner behielten die Kinder weiter im Auge. Dies war gut so. Nur kurze Zeit später wurden zwei der Kinder auf dem Balkon einer Erdgeschosswohnung beobachtet, als sie sich offensichtlich an der Balkontür zu schaffen machten und in die Wohnung eindrangen. Mehrere Nachbarn taten sich zusammen und formierten sich nun vor der Haustür, auch die Polizei wurde verständigt. Noch vor dem Eintreffen der Beamten hatten die Kinder die für sie drohende Gefahr bemerkt und sprangen aus dem Küchenfenster der Wohnung auf die Straße. Sie konnten jedoch von den Zeugen festgehalten und der Polizei übergeben werden. Diebesgut konnte bei dem Pärchen nicht sichergestellt werden. Die beiden anderen Kinder waren schon zum Zeitpunkt des Wohnungseinbruchs nicht mehr vor Ort und konnten auch im Rahmen der polizeilichen Fahndung nicht mehr angetroffen werden. Die beiden Festgenommenen, ein 13-jähriges Mädchen und ein 10- jähriger Junge, beide Angehörige einer ethnischen Minderheit und offensichtlich zur Zeit in Frankfurt aufenthältlich, gaben den Einbruch zu. Weitere Angaben wollten sie jedoch nicht machen, insbesondere nicht zu möglichen erwachsenen „Hintermännern“. Die strafrechtlich Unmündigen wurden nach erkennungsdienstlicher Behandlung in Obhut eines Heimes gegeben. Dort sind sie nach kurzem Aufenthalt aber wieder geflohen.

Tageswohnungseinbrüche und andere Delikte durch insbesondere minderjährige Angehörige ethnischer Minderheiten, wie zum Beispiel Trick- und Taschendiebstähle, sind keine Seltenheit. Seit Weih- nachten des vergangenen Jahres registriert die Polizei in Südhessen vermehrt Einbrüche, insbesondere in Mehrfamilienhäuser während der Tageszeit, wenn manche Wohnblöcke geradezu „leergefegt“ sind. Um möglichst ungestört „arbeiten“ zu können, wird im Vorfeld an der Haustür bei Wohnungen der oberen Stockwerke geklingelt. Obere Stockwerke deshalb, da hier die Gefahr, überrascht zu werden, am geringsten erscheint. Bei entsprechender Gelegenheit erfolgt dann der Zutritt ins Haus. Dabei kommt den Tätern oftmals zugute, dass Haustüren nicht richtig geschlossen wurden, aber auch ein unbemerkter Zutritt unmittelbar hinter einem Berechtigten wird ausgenutzt. Im Haus werden meist Wohnungstüren in den oberen Stockwerken aufgehebelt, und zum Beispiel zielgerichtet Schlafzimmer aufgesucht, um Schmuck aus Nachttischen oder Schränken zu stehlen. Der Einbruch dauert nur wenige Minuten. Dies ist jedoch nur ein Bespiel, auch andere Arbeitsweisen, wie das Ansprechen älterer Menschen, wenn diese vom Einkaufen zurückkehren, um sich mit Ablenkungsmanövern (wir haben mehrfach berichtet) Zutritt zu den Wohnungen zu verschaffen oder auch andere ungewöhnliche Ausspähversu-che, wie im aktuellen Fall geschildert, sind möglich. 39 Festnahmen des genannten Täterkreises hat die Polizei in Südhessen alleine in den vergangenen Monaten durch gezielte Maßnahmen festgenommen. Dabei handelte es sich überwiegend um Mädchen in strafunmündigem Alter (unter 14 Jahre). Diese werden in kleinen Gruppen durch erwachsene Personen, zu denen keine verwandtschaftlichen Beziehungen bestehen, abgesetzt und verfügen meist über keine amtlichen Dokumente. Oft bestehen bei den Ermittlern nach der Festnahme berechtigte Zweifel an der Altersangabe der Personen, wie Altersgutachten der Gerichtsmedizin belegen.

Die Polizei ist im Zusammenhang mit diesem Kriminalitätsphänomen auf die Mithilfe der Bevölkerung, insbesondere im Rahmen der Nachbarschaftshilfe, angewiesen.

Die Polizei rät: Achten Sie in Ihrem Wohnumfeld, wie beispielhaft im geschilderten Fall, auf verdächtige Personen und dabei insbesondere auch auf augenscheinlich minderjährige Personen, die sich während des Tages – eigentlich also während der üblichen Schulzeit – in Wohngebieten aufhalten. Achten Sie auch auf verdächtige Fahrzeuge, die diese Kinder im Umfeld von Wohngebieten absetzen und teilen Sie ihre Beobachtungen umgehend ihrer Polizeidienststelle mit.

ots-Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen - Darmstadt-Dieburg

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