Polizeipräsidium Südhessen

POL-SHDD: Starker Anstieg der Dämmerungswohnungseinbrüche in Südhessen -– Festnahmen auf der Autobahn – Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen - Phantombild veröffentlicht

Unbekannter Wohnungseinbrecher

Darmstadt (ots) - Südhessen. Das Polizeipräsidium Südhessen registriert seit einigen Tagen in Darmstadt und den umliegenden Landkreisen eine starke Zunahme von Einbrüchen, insbesondere in Wohnhäuser und Wohnungen. Am Mittwoch (17.11.04) wurden acht Einbrüche in Wohnhäuser in Pfungstadt Im Johannesgarten und der Wilhelm-Leuschner-Straße, in Griesheim in der Karl- und Schülerstraße sowie in Roßdorf An der Fuchsenhütte und in der Taunusstraße bei der Polizei gemeldet. Dabei entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro.

In Pfungstadt und Griesheim waren bereits am 11. November sechs Wohnauseinbrüche verübt worden (wir haben berichtet). Hierzu gibt es inzwischen einen ersten konkreten Hinweis in Form eines Phantombildes. A

ber auch Darmstadt, mit einer Serie von Wohnungseinbrüchen in Mehrfamilienhäusern in Bessungen am vergangenen Samstag (13.11.04), und weitere Gemeinden im Landkreis Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau wurden seit Anfang November vermehrt von Wohnungseinbrechern heimgesucht. Als Schwerpunkt hat sich dabei der Tatzeitraum der „Dämmerung“ herauskristallisiert. Einbrecher bevorzugen die Dämmerungszeit, die gleichzeitig auch Schul-, Arbeitszeit und Einkaufszeit ist. Üblicherweise ist zu dieser Zeit niemand zu Hause ist. Die früh einsetzende Dämmerung und die langen Stunden der Dunkelheit bieten den Tätern dabei ein besonders gutes Umfeld.

Die Polizei hat ihre Kontrollmaßnahmen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs daher während der Dämmerungszeit weiter verstärkt. So haben am Mittwoch (17.11.04) starke Polizeikräfte der Verkehrsdirektion mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei auf den Bundesautobahnen 5 und 67 im gesamten südhessischen Bereich mobile und Stand-Kontrollen auf den bevorzugten Reiserouten potentieller überregionaler Täter durchgeführt. Hierbei kam es zu mehreren vorläufigen Festnahmen. Herausragend war dabei eine Festnahme an der Autobahn-Ausfahrt Rüsselsheim Ost. Ein 37-jähriger Jugoslawe wurde am Mittwochnachmittag in der Gemarkung Rüsselsheim nach einer kurzen Polizeiverfolgung festgenommen. Der Mann hatte kurz zuvor an einer Kontrollstelle in der Ausfahrt Rüsselsheim Ost Anhaltezeichen der Polizei missachtet. Er flüchtete mit einem silberfarbenen Opel Kadett auf die B 486. In Nähe der THW-Unterkunft ließ er sein Fahrzeug stehen und flüchtete zu Fuß in den Wald. Der Aufforderung zum Stehen bleiben, kam er nicht nach. Auf der Flucht drehte er sich um und griff in seine Jacke. Die Polizei gab drei Warnschüsse in die Luft ab. Unbeeindruckt setzte der Mann seine Flucht fort. Schließlich konnte er im Waldgebiet eingeholt und überwältigt werden. Der Polizei wurde bei der Durchsuchung seines Fahrzeuges recht schnell klar, warum der Mann sein Heil in der Flucht suchte. In seinem Fahrzeug wurden die für Wohnungseinbrecher typischen Werkzeuge – Schraubendreher und Zange - gefunden. Das Fahrzeug war vor einiger Zeit von einem nicht existenten Landsmann gekauft und bisher nicht umgemeldet worden. Diese Praxis kennt die Polizei von den Wohnungseinbrechern schon eine geraume Zeit. Der Festgenommene hielt sich illegal in Deutschland auf. Er stand leicht unter Alkoholeinfluss. Einfluss. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann auf dem Weg zu Wohnungseinbrüchen war. Bei ihm wurde eine Speichelprobe zur DNA Feststellung genommen. Die sichergestellten Werkzeuge werden mit den bereits gesicherten Spuren verglichen. Die Ermittlungen dauern an. Der Jugoslawe wird im Laufe des Tages beim zuständigen Haftrichter vorgeführt.

Weiterhin wurden zwei Türken bei diesen Kontrollmaßnahmen an der Ausfahrt Rüsselsheim Ost ebenfalls wegen Verdacht des illegalen Aufenthalts festgenommen. Ein 27-jähriger war zur Abschiebung durch das PP Berlin ausgeschrieben. Er wird heute dem Haftrichter vorgeführt. Sein 33-jähriger Begleiter hielt sich illegal in Deutschland auf. Auch er wird heute dem zuständigen Haftrichter zum Erlass eines Untersuchungshaftbefehls vorgeführt.

Der Fahrer eines VW Passats versuchte sich ebenfalls der Kontrolle zu entziehen, konnte jedoch kurz darauf gestellt werden. Der 36- jährige Fahrer aus Mörfelden-Walldorf ist der Polizei schon wegen Verstößen gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz bekannt. Bei seiner Durchsuchung wurde in der Hosentasche ein geladener Schießkugelschreiber gefunden. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden noch drei Schreckschusswaffen, mehrere Schuss scharfe Munition, 1 Teleskopschlagstock und eine geringe Menge Haschisch gefunden. Alle Gegenstände wurden sichergestellt. Der Festgenommene wurde im Laufe des Tages wegen nicht vorhandener Haftgründe wieder auf freien Fuß gesetzt.

Insgesamt waren bei den Kontrollen, bei denen auch zahlreiche Verkehrsstraftaten, wie z.B. Fahren unter Drogeneinfluss, sowie Verkehrsordnungswidrigkeiten festgestellt und zur Anzeige gebracht wurden, 189 Fahrzeuge mit 248 Insassen überprüft worden. Die Kontrollen werden fortgesetzt.

Parallel dazu setzten die Beamten weiterhin aber auch auf die Mithilfe der Bevölkerung durch ein verstärktes Hinweisaufkommen. Die Polizei appelliert, verdächtige Beobachtungen, wie z.B. unbekannte Personen oder Fahrzeuge in einem Wohngebiet, sofort zu melden. Jede zunächst noch so unwichtig erscheinende Beobachtung, z.B. im Wege der Nachbarschaftshilfe, kann für die Ermittler wichtig sein und mithelfen, Einbrüche zu verhindern und Straftäter dingfest zu machen. Keinesfalls sollten Zeugen aber auf eigene Faust handeln, z.B. verdächtige Personen ansprechen, sondern sich immer umgehend mit ihrer Polizeidienststelle telefonisch in Verbindung setzen.

Eine solche wichtige Zeugenbeobachtung könnte nun zur Aufklärung der Serie von Einbrüchen in Pfungstadt und Griesheim führen. Am vergangenen Freitag (11.11.04) wurden drei Einbrüche An der Schmeihmühle, An der Pfeffermühle und in der Rheinstraße begangen. In der Rheinstraße war ein bislang unbekannter Mann nach einem Wohnungseinbruch überrascht worden und sofort über die Terrasse des Hause geflüchtet. Aufgrund der Zeugenbeobachtung konnte nun ein Phantombild des Täters erstellt werden (siehe Anlage zu diesem Pressetext). Zeugen, die Beobachtungen im Zusammenhang mit der abgebildeten unbekannten Person gemacht haben oder Hinweise zu dessen Identität geben können, werden gebeten sich mit der Arbeitsgruppe „Wolf“ des Polizeipräsidiums Südhessen unter der Telefonnummer 06151/ 969-3910 in Verbindung zu setzen. Hinweise nehmen aber auch alle anderen Polizeidienststellen entgegen.

Hinweis für die Medien: Das Phantombild können Sie in unserer digitalen Pressemappe downloaden. Auf Wunsch schicken wir es Ihnen auch gerne zu.


ots-Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen - Darmstadt-Dieburg

Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=4969

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