Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Staatsanwaltschaft und Polizei in Darmstadt klären über 100 Straftaten in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz auf
Geldautomaten aus der Verankerung gerissen
8,5 Millionen Euro Schaden

Tatort Volksbank Heitersheim am 9.10.2003, 03.20 Uhr. Geldautomat wird mit Stahlseil und VW-Bus herausgerissen und verladen. Mindestens fünf Täter sind an der Tat beteiligt.

    Darmstadt (ots) - Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Darmstadt und des Polizeipräsidiums Südhessen

    Das Polizeipräsidium Südhessen und die Staatsanwaltschaft Darmstadt konnten in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen in Frankreich, Luxemburg, der Schweiz und Rumänien eine Serie von über einhundert Straftaten aufklären.

    Eine rumänische Tätergruppe steht dabei im Verdacht, mit gestohlenen Fahrzeugen und Stahlseilen Bankautomaten aus ihren Verankerungen gerissen und dabei einen Schaden von mindestens 8,5 Millionen Euro verursacht zu haben. Die Behörden konnten in internationaler Zusammenarbeit neun Rumänen im Alter von 30 bis 39 ermitteln, die offensichtlich an den Bandendiebstählen beteiligt waren. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat inzwischen internationale Haftbefehle erwirkt und die Täter international zur Fahndung ausgeschrieben. Bei weiteren fünfzehn ermittelten Personen steht die eindeutige Identifizierung noch aus.

    Die Handschrift der Täter wies immer das gleiche Muster aus. Sie stahlen meistens BMW, anschließend in Tatortnähe Kennzeichen und Kleintransporter, wobei sie VW-Busse und Fahrzeuge der Marke Ford- Transit bevorzugten. Mit Pkw und mit Klein-Laster fuhren sie zum Tatort, rissen dort die 500 bis 700 Kilo schweren Geldautomaten mit einem Stahlseil aus der Verankerung und transportierten diesen in ein entlegenes Waldstück, um ihn dort gewaltsam zu öffnen. Die ganze Aktion am Tatort dauerte oftmals nicht länger als zweieinhalb Minuten.

    Insgesamt wurden seit Mitte 2002 in Deutschland, Luxemburg und in der Schweiz mehr als einhundert Geldautomatendiebstähle von der Polizei registriert, wobei es sich jeweils zur Hälfte um vollendete und versuchte Diebstähle handelte.

    Seit Beginn ermittelten die Fahnder gegen die mutmaßlichen rumänischen Bandenmitglieder. Zahlreiche DNA Spuren bestätigen den dringenden Tatverdacht gegen die 24 Personen.

    Im April und Mai 2003 kam es jeweils zu dem Versuch, den Geldautomaten aus dem Media-Markt in Weiterstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg) zu stehlen. Während bei der ersten Tat das Stahlseil riss und die Täter deshalb von unmittelbaren Aktivitäten Abstand nahmen, mussten sie beim zweiten Versuch wegen Untauglichkeit des gestohlenen Tatfahrzeugs erneut aufgeben. Bei den umfangreichen Ermittlungen konnten die Beamten DNA-Material sichern und es einem der identifizierten rumänischen Staatsbürger zuzuordnen. In diesem Zeitraum gelang es aber den Tätern, in Lampertheim (Landkreis Bergstraße) einen Geldautomaten mit einem Stahlseil aus der Wand zu ziehen. Weitere Tatorte ziehen sich quer durch die Bundesrepublik, Schweiz und Luxemburg mit Schwerpunkten in Südwestdeutschland und der Westschweiz.

    In der Nacht zum vergangenen Mittwoch (20.10.2004) durchbrachen drei rumänische Staatsbürger eine Polizeisperre in Colmar (Frankreich), konnten allerdings nach kurzer Verfolgung festgenommen werden. Zwei versuchten, sich mit moldawischen Pässen auszuweisen. Bei näheren Recherchen und intensiven Kontakten zwischen den französischen Behörden und der Polizei in Darmstadt konnten die vermeintlich unbescholtenen Moldawier als die mit Haftbefehl gesuchten rumänischen Staatsbürger identifiziert werden. Das Trio gehörte zu den bereits neun festgestellten Tatverdächtigen, von denen bis dato allerdings niemand festgenommen werden konnte.

    Die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Kommissariat 21/22 des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt ermitteln seither zentral für alle durch die rumänische Tätergruppe in der Bundesrepublik begangenen Straftaten. Dies gilt auch für die Diebstähle von Geldautomaten in Ludwigshafen und Oberwies (Region Trier), die unmittelbar vor den Festnahmen in Frankreich verübt worden waren. Obwohl die restlichen mutmaßlichen rumänischen Bandenmitglieder europaweit abgetaucht scheinen, sind die Ermittlungsbehörden zuversichtlich, alle Tatverdächtigen festnehmen zu können.

ots-Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen - Darmstadt

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