Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Räumliche Faktoren der Jugendkriminalität in Südhessen

    Darmstadt (ots) - Darmstadt. Silke Schmidt vom Fachbereich 11, Material- und Geowissenschaften, Geographisches Institut, der TU Darmstadt, hat umfangreiche Untersuchungen in Südhessen durchgeführt. Sie beschreibt in ihrer Magisterarbeit die Strukturen des Untersuchungsgebiets Südhessen. Flächen und deren Nutzung stehen am Anfang, gefolgt von Bevölkerungsdaten, wie Einwohnerzahlen, demographische oder soziale Schichtung, Anteile Nichtdeutscher uvm. Besonders herausgestellt sind, dem Thema folgend, jene Daten, die Kinder (bis 14 Jahre) und Jugendliche (14-18) sowie Heranwachsende (18-21) und sogenannte Jungerwachsene (18-25) beschreiben, deren Delinquenz unter dem Begriff Jugendkriminalität zusammengefasst wird. Gegliedert nach der Wissenschaftsstadt Darmstadt, den Landkreisen und deren Kommunen wurde eine umfangreiche gerade für die Polizei sehr nützliche Datensammlung zusammengetragen. Hoch interessant sind die daraus abzuleitenden Erkenntnisse: Als jugendtypische Delikte wurden mit nachlassendem Aufkommen Diebstahl, Vermögens-, Rauschgift und Körperverletzungsdelikte festgestellt. Diese Reihung verändert sich altersbezogen und regional. Auch Delinquenz, also die Häufigkeit des Auffallens variiert, auch im Vergleich zu auffälligen Erwachsenen. Gemeinhin ist man geneigt, die Häufigkeit von Kriminalität, so auch von Jugenddelikten mit der Größe der Wohnortgemeinden in Verbindung zu bringen, was in Absolutheit nicht aufrecht erhalten werden kann. Steigende Zahlen delinquenter Kinder und Jugendlicher in etlichen kleineren Gemeinden belegen dies (Eine Hitliste besonders belastender Gemeinden wird nicht erstellt). Zur Verdeutlichung: Kinder sind in Darmstadt kaum auffälliger als im ländlichen Raum oder den Kommunen in der Übergangszone zwischen ländlichem Raum und Stadt, dem sogenannten Ordnungsraum. Diverse Untersuchungen ergaben, dass Kommunen mit hohem Ausländeranteil keine stärkere Belastung mit Kriminalität ausweisen, als Städte und Gemeinden mit niedrigen Anteilen Nichtdeutscher in der Bevölkerung. Auch in Südhessen konnten diese Resultate bestätigt werden. Im weiteren wurde noch der Zusammenhang zwischen Größe und Kriminalitätsaufkommen einer Kommune untersucht. Die Annahme, die Einwohnerzahl einer Stadt/Gemeinde sei ein kriminalitätsfördernder Faktor, anders formuliert Bewohner großer Städte sind per se krimineller als die Bevölkerung kleiner Einheiten, kann nicht aufrecht erhalten werden. Vielmehr sind die zunehmend anonymeren Sozialstrukturen von großen Städten und die vermehrten Gelegenheiten zur Begehung von Straftaten ein Faktor, der Straftäter in die Städte lockt. Ein Taschendiebstahl ist im Kaufhaus einfacher durchzuführen, als beim Landfrauennachmittag. Die Arbeit von Frau Schmidt bietet der Polizei viele Anknüpfungspunkte, gerade beim Verhindern von Straftaten und räumt (wieder Mal) mit alten Vorurteilen auf. Ein interessanter Beitrag für die Präventionsplanung.

ots-Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen - Darmstadt

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