Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Erneut Trick- und Taschendiebe festgenommen – Polizeiaktion wird fortgesetzt

    Darmstadt (ots) - Darmstadt. Nach versuchtem Taschendiebstahl in der Straßenbahn Linie 9, am Dienstag, 17.August 2004, gegen. 16:00 Uhr, konnte der Tatverdächtige aufgrund der Täterbeschreibung einer Zeugin von Kräften der Bereitschaftspolizei, gegen 16:30 Uhr, auf dem Luisenplatz festgenommen werden. Der Zeugin war der Mann gemeinsam mit zwei weiteren Personen, einem Mann und einer Frau, in der Straßenbahn aufgefallen.

    Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 20-jährigen Ungarn mit Wohnsitz in Pforzheim. Er ist in Baden-Württemberg bereits mehrfach wegen Taschendiebstahls in Erscheinung getreten.

    Während der Mann noch beim 1. Polizeirevier im Schloss zur Personalienfeststellung festgehalten wurde, erschien eine 78jährige Frau aus Darmstadt, um den Diebstahl ihrer Geldbörse mit ca. 150 Euro anzuzeigen. Sie erkannte den Festgenommenen sofort als denjenigen wieder, der sie kurz vorher in der Straßenbahn angerempelt und bestohlen hatte. Bei dem Ungarn wurde neben dem gestohlenen Bargeld, ein Parkausweis und ein Autoschlüssel gefunden. Das Fahrzeug konnte in einer Tiefgarage am Luisenplatz festgestellt werden. Am Fahrzeug konnten zwei weitere Personen festgenommen werden, die gerade auf dem Weg zu dem betreffenden Auto waren. Es handelt sich um eine 16-jährige wegen Taschendiebstahl amtsbekannte polnische Frau aus Frankfurt am Main und ein 20-jähriger Pole aus Mannheim. Auch er ist wegen Taschendiebstahls in Erscheinung getreten.

    Das Trio steht in Verdacht, gemeinschaftlich Taschendiebstähle bandenmäßig begangen zu haben. Es ist zu vermuten, dass sie in Darmstadt noch weitere Trickdiebstähle begangen haben. Entsprechende Ermittlungen sind noch im Gange. Die Festgenommenen wurden nach Sicherstellung des Geldes, ED- Behandlung und Wohnungsdurchsuchungen nach Hause entlassen.

    Die Polizei bekämpft schwerpunktmäßig seit März diesen Jahres Trick- und Taschendiebstähle in Darmstadt und ist dabei nur erfolgreich, wenn die Opfer, wie in diesem Fall schnell zur Polizei gehen und wenn sich aufmerksame Zeugen melden.

    Zumeist gehen Taschendiebe in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig vor. Dabei nutzen sie Tricks oder schlagen nach einem selbst verursachten Gedränge zu. Auf Seiten der Opfer sind überwiegend Frauen betroffen. Die oft sehr jungen Täterinnen werden gesteuert, sind meist bandenmäßig organisiert und verhalten sich höchst konspirativ. Sie sind in Darmstadt meist in den Fußgängerzonen, in großen Kaufhäusern, Einkaufszentren aber auch beim Einsteigen in öffentliche Verkehrsmittel in Erscheinung getreten. Die eigentlichen Tathandlungen fallen den Geschädigten in der Regel nicht auf, sondern das Verschwinden der Geldbörse fällt erst später an der Kasse oder zu Hause auf. Das Repertoire der Taschendiebe ist äußert umfangreich, fast täglich werden neue Finessen bekannt. Hier noch mal die häufigsten Arbeitsweisen:

    Der Rempel-Trick: Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder "in die Zange" genommen; beim Einsteigen stolpert der Vordermann, er bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer aufläuft und abgelenkt ist, greift ein Komplize in die Tasche.

    Der Drängel-Trick: In vollen Bussen oder Bahnen rückt ein Dieb unangenehm dicht an das Opfer heran, das ihm den Rücken zuwendet und so die Tasche "griffbereit" anbietet.

    Der Stadtplan-Trick: Fremde fragen das Opfer nach dem Weg und halten ihm einen Stadtplan vor oder bitten es - etwa auf Bahnhöfen - an einen ausgehängten Plan. Während sich das Opfer orientiert und abgelenkt ist, plündern andere Täter die Hand- oder Umhängetasche.

    Der Geldwechsel-Trick: Fremde bitten das Opfer, eine Münze zu wechseln. Wenn das Opfer die Geldbörse zieht und das Münzfach öffnet, wird es vom Täter abgelenkt. Während er beispielsweise seine Münze in die Börse wirft, nimmt er Banknoten heraus.

    Der Beschmutzer-Trick: Insbesondere nach einem Bankbesuch wird das Opfer "versehentlich" mit Ketchup, Eis oder einer Flüssigkeit bekleckert. Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das gerade abgehobene Geld aus der Bekleidungstasche.

    Der Supermarkt-Trick: Im Supermarkt fragen Fremde das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt.

    Der Bettel-Trick: Kinder halten dem Opfer im Lokal ein Blatt Papier vor mit der Bitte um eine Spende. Oder sie tollen auf der Straße um das Opfer herum und betteln es an. Dabei nutzt einer die Ablenkung für den raschen Griff nach der Geldbörse oder in die Handtasche.

    Der Blumen-Trick: Ein Fremder begrüßt das Opfer freundschaftlich, umarmt es oder steckt ihm eine Blume an. Während das Opfer verdutzt ist, verschwindet die Brieftasche.

    Der Taschenträger-Trick: "Taschenträger" oder -trägerinnen" spähen ihre Opfer beim Einkaufen oder nach Bankbesuchen aus und bieten ihnen scheinbar hilfsbereit an, den Einkauf nach Hause zu tragen. Dort eilen sie mit der Tasche die Treppe hinauf, während der ältere Mensch nicht so schnell hinterherkommt. Unterwegs nehmen sie die Geldbörse heraus, stellen die Tasche vor die Tür und kommen dem Opfer grüßend entgegen. Der Verlust wird erst später bemerkt.

    Fünf Tipps, wie Sie sich vor Taschendieben schützen können:

    · Taschendiebe lassen sich am typischen suchenden Blick erkennen: Sie meiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und schauen eher nach der Beute. · Tragen Sie Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper. · Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder klemmen Sie sie sich unter den Arm. · Benutzen Sie einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse. · Legen Sie Geldbörsen nicht oben in Einkaufstasche, Einkaufskorb oder Einkaufswagen, sondern tragen Sie sie möglichst körpernah. Hängen Sie Handtaschen im Restaurant, im Kaufhaus oder im Laden (selbst bei der Anprobe von Schuhen oder Kleidung) nicht an Stuhllehnen und stellen Sie sie nicht unbeaufsichtigt ab.

    Wenn Sie in der Innenstadt von Darmstadt Opfer eines Diebstahls werden, einen Diebstahl feststellen oder verdächtiges Verhalten beobachten, wie es bei den zuvor aufgenannten Tricks geschildert wurde, bitte verständigen Sie sofort über Notruf 110 die Polizei. Gleiches gilt, wenn sie oder auch Geschäftsleute ausgeräumte Geldbörsen finden, die durch die Diebe weggeworfen wurden. Hier sollte ebenfalls schnell die Polizei verständigt werden, um ihr die Fundgegenstände spurenschonend zu übergeben. Die zeitnahe Information an die eingesetzten Kräfte, kann weitere Taten verhindern und bei Festnahme und Überführung der Täter helfen.

    Die umfangreichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Trick- und Taschendiebstahl in Darmstadt - auch weiterhin mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei - werden fortgesetzt.

ots-Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen - Darmstadt

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