Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Einbruch in Darmstädter Autohaus aufgeklärt
Polizei nimmt drei Polen fest
Untersuchungshaft
23 Airbags sichergestellt
Sofa als Versteck
Bundesweit agierende Tätergruppe?

    Darmstadt (ots) - Dank intensiver Ermittlungen der Kriminalpolizei Schweinfurt in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Südhessen konnte jetzt auch mit Unterstützung zweier Gutachten des Bayerischen und Hessischen Landeskriminalamtes die Herkunft von zahlreichen Airbags, Steuermodulen und Gurtstraffern geklärt werden, die im Oktober 2003 bei einer Kontrolle von angeblichen Sperrmüllsammlern entdeckt worden waren. Seit dieser Zeit sitzen drei Männer im Alter von 24 bis 28 Jahren in Untersuchungshaft, die sowohl bei der Polizei als auch bei der richterlichen Vernehmung zur Herkunft der Gegenstände völlig falsche Angaben machten. Jetzt steht fest, dass das Trio dingend verdächtig ist, die Fahrzeugteile bei Pkw-Aufbrüchen auf dem Gelände eines Ford-Autohauses in Darmstadt erbeutet zu haben.

    Einer Streifenbesatzung der Bereitschaftspolizei Würzburg war in der Nacht zum 24. Oktober bei Ebelsbach im Landkreis Haßberge ein Ford Transit mit polnischen Kennzeichen aufgefallen. Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs entdeckten die Beamten sechs neue Original Ford Lenkradairbags, versteckt in einem Sofa. Nachdem die drei Männer aus Polen, die sich als Sperrmüllsammler ausgaben, zur Herkunft der Gegenstände keine plausible Erklärung abgeben konnten, wurden sie vorläufig festgenommen und der Kriminalpolizei Schweinfurt überstellt. In dem sichergestellten Fahrzeug wurden im Laufe des Tages bei einer genaueren Inspektion weitere 17 Airbags, Montagehalterungen und Airbagsteuermodule sowie Gurtschlösser mit Straffer sichergestellt. Auch Spezialwerkzeug wurde von der Polizei beschlagnahmt.

    Den Angaben der Tatverdächtigen, die Gegenstände auf einem Autobahnrastplatz bei Essen gefunden zu haben, schenkte der Ermittlungsrichter genau so wenig Glauben, wie den bei ihm gemachten Angaben, die Männer hätten die Airbags sowie die anderen Teile von einem Unbekannten gekauft. Gegen das Trio wurden Haftbefehle erlassen.

    In der Folgezeit konzentrierten sich die Ermittlungen der Kriminalpolizei Schweinfurt darauf, die Herkunft der sichergestellten Teile zu ermitteln. In enger Zusammenarbeit mit Ford-Autohäusern stellte sich schließlich heraus, dass auf dem Gelände eines Autohauses in Darmstadt in der Nacht von 21. auf 22. Oktober 14 Pkw aufgebrochen und daraus die Teile entwendet wurden. Zwei Gutachten des Hessischen und des Bayerischen Landeskriminalamtes, deren Ergebnisse Ende Februar 2004 bekannt wurden, stellten zweifelsfrei fest, dass mit dem sichergestellten Werkzeug die Kabel der Airbags durchtrennt wurden.

    Ob ein weiterer Einbruch in ein Heppenheimer Autohaus desselben Fahrzeugherstellers ebenfalls auf das Konto der drei inhaftierten Beschuldigten geht, ist noch fraglich. Ein Tatzusammenhang ist allerdings mehr als wahrscheinlich. Wie berichtet, war in derselben Oktobernacht ein Diagnosegerät gestohlen worden. Mit dieser Fahrzeugelektronik war es möglich, Airbags umzucodieren.

    Die Tatausführung lässt den Schluss zu, dass die Festgenommenen mit dem Ausbau von Airbags bestens vertraut sind und sie auch wissen, wie eine Identifizierung und Zuordnung zu den jeweiligen Fahrzeugen nahezu unmöglich gemacht wird.

    Die Ermittlungen hatten außerdem ergeben, dass einer der Festgenommenen von der Staatsanwaltschaft Görlitz mit Haftbefehl gesucht worden war. Es stellte sich heraus, dass der 25-Jährige bereits wegen Unterschlagung von Airbags in Erscheinung getreten war. Anfang des Jahres 2003 waren bei einer Kontrolle eines Ford Transit sieben Fahrer- und sieben Beifahrerairbags mit zahlreichen Steuermodulen und Gurtstraffern aufgefunden worden.

    Die Gesamtumstände sprechen dafür, dass der 25-Jährige meist mit verschiedenen Personen und stets geliehenen Ford Transit Fahrzeugen häufig in das Bundesgebiet eingereist ist, um hier Airbagdiebstähle zu verüben. Als Versteck für das Diebesgut diente dabei unter anderem auch eine alte Couch, die den Anschein von Sperrmüllsammeln erwecken sollte.

Hintergrund für die ständig ansteigenden Airbagdiebstähle ist der Ankauf von Unfallfahrzeugen in Deutschland, die anschließend in Polen und darüber hinaus wieder preisgünstig aufgebaut und mit "neuen" Airbags veräußert werden. Im vergangenen Jahr wurden im Bundesgebiet etwa 2000 Airbags gestohlen

ots-Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen - Darmstadt

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