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Südhessen: Erster bundesweiter 24-Stunden-Blitz-Marathon - Hessische Polizei zieht Bilanz

Südhessen (ots) - Am heutigen Freitagmorgen (11.10.2013) um 06.00 Uhr ging der erste bundesweite 24-Stunden-Blitz-Marathon zu Ende. Die hessische Polizei ist mit dem Ergebnis äußerst zufrieden, da sich mehr Verkehrsteilnehmer als sonst an die vorgegebene Geschwindigkeit gehalten haben und die Aktion alle Bürgerinnen und Bürger für das Thema Geschwindigkeit sensibilisiert hat.

Innenminister Boris Rhein: "Der 24-Stunden-Blitz-Marathon war ein voller Erfolg für Hessen. Fast alle Autofahrerinnen und Autofahrer zeigten viel Verständnis und bezeichneten die Aktion als sinnvoll. Viel Lob gab es auch von Experten beispielsweise der Verkehrsclubs. Der Blitz-Marathon hat die Menschen für die Gefahren des Rasens sensibilisiert. So sieht moderne Präventionsarbeit aus - es ist völlig unangemessen und springt zu kurz, diese Aktion als Volkserziehung abzuqualifizieren, denn das verharmlost die tödlichen Gefahren der Raserei."

838 Polizistinnen und Polizisten sowie Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung teilnehmender Kommunen waren am 24-stündigen Blitzmarathon auf hessischen Straßen im Einsatz und überwachten an 387 zuvor über die Medien bekannt gegebenen Blitzstellen mit mobilen und stationären Messgeräten die gefahrenen Geschwindigkeiten.

In Hessen passierten in diesen 24 Stunden nahezu 330.000 Fahrzeuge die Messstellen - trotz der breiten Vorankündigung der Blitzstellen waren mehr als 10.000 zu schnell unterwegs.

Von den mehr als 10.000 festgestellten Geschwindigkeitsverstößen sind 1.729 so gravierend, dass sie neben einem Bußgeld, einen Eintrag in das Verkehrszentralregister beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg zur Folge haben. Mit einem Fahrverbot müssen zusätzlich 138 Verkehrsteilnehmer rechnen.

Auch einige Raser fielen an den Messstellen auf. So fuhr ein Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn bei Darmstadt mit 188 km/h statt den erlaubten 100 km/h durch die Kontrolle. In der Frankfurter Innenstadt war ein Fahrzeugführer mit 109 km/h anstelle der innerorts erlaubten 50 km/h unterwegs.

"Der Großteil der Verkehrsteilnehmer hat sich jedoch an die Geschwindigkeitsbeschränkungen gehalten, lediglich 3,2 Prozent der gemessenen Verkehrsteilnehmer missachteten die Tempolimits." resümiert Polizeidirektor Manfred Kaletsch, Einsatzleiter des 24-Stunden-Blitz-Marathon in Hessen, und erklärt weiter: "Uns ging es nicht um die Anzahl der Verstöße und Anzeigen, wir wollten das Geschwindigkeitsniveau senken - und das ist uns gelungen. Darüber hinaus bewegten sich die Beanstandungen mehr als sonst im Verwarnungsgeldbereich, wobei zu betonen ist, dass auch geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen gefährlich sind und bei einem Unfall über Leben und Tod entscheiden können."

An den Messpunkten war festzustellen, dass deutlich weniger Fahrzeuge zu schnell unterwegs waren. Zum Beispiel werden an der Blitzstelle im Eifelring in Darmstadt im morgendlichen Berufsverkehr normalerweise in zwei Stunden bis zu 600 Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit gemessen. Gestern Morgen (10.10.2013) stellten die Ordnungshüter dort im gleichen Zeitraum lediglich 82 Schnellfahrer fest. In Wettenberg (Landkreis Gießen) fuhren 909 Fahrzeuge durch die Messstelle, lediglich sechs davon zu schnell. Bei zurückliegenden Kontrollen waren dies 70 bis 90 Verkehrsteilnehmer.

"Der erste bundesweite 24-Stunden-Blitzmarathon wurde u. a. an den Messstellen und mit Einträgen in den Sozialen Netzwerken oder via Twitter stark diskutiert", berichtet Manfred Kaletsch. "Es ist gelungen, dass eine intensive öffentliche Diskussion zum Thema Geschwindigkeitsunfälle und Verkehrsüberwachung angestoßen wurde. Unser Ziel, die Autofahrer zu sensibilisieren und auf die Gefahren des Schnellfahrens aufmerksam zu machen, haben wir erreicht und hoffen, dass wir das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer dafür geschärft haben, welche schweren Folgen Unfälle mit nicht angepasster oder zu hoher Geschwindigkeit haben können."

"Es wäre wünschenswert, dass dieses Verhalten anhält und sich damit einhergehend das Geschwindigkeitsniveau nachhaltig reduziert. Wenn durch die Maßnahmen der Polizei nur ein Menschenleben gerettet wird, hat sich der Aufwand schon gelohnt", erklärt Polizeidirektor Kaletsch.

Die hessische Polizei und viele Kommunen führen natürlich auch weiterhin täglich Geschwindigkeitsmessungen durch, dann allerdings auch wieder ohne breite mediale Ankündigung der Messstellen.

Text: Guido Rehr, Pressesprecher Polizeipräsidium Mittelhessen

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