Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Mossautal: Motorradfahrer im Visier der Polizei
Polizei zeigt sich nach Bikekontrollen am Marbach-Stausee zufrieden

POL-DA: Mossautal: Motorradfahrer im Visier der Polizei / Polizei zeigt sich nach Bikekontrollen am Marbach-Stausee zufrieden
Bike-Kontrolle am Marbach-Stausee

Mossautal (ots) - Motorradfahrer standen am Samstag (22.06.2013) im Mittelpunkt einer Verkehrskontrolle rund um den Marbach-Stausee. Im Jahr 2012 ereigneten sich allein im Odenwaldkreis 74 Unfälle an denen Motorradfahrer beteiligt waren. Bei 68 dieser Unfälle sind Motorradfahrer verunglückt. Zwei Tote, 38 Schwerverletzte sowie 28 Leichtverletzte waren aus polizeilicher Sicht die traurige Bilanz der Motorradsaison 2012. Gerade aufgrund der vielen kurvenreichen Strecken zählte überhöhte Geschwindigkeit zu den Hauptunfallursachen. Im Rahmen von immer wieder stattfindenden Verkehrskontrollen beabsichtigt die Polizei nicht nur, die Motorräder und ihre Fahrer auf ihre Verkehrstauglichkeit zu überprüfen sondern auch die Fahrer auf die drohenden Gefahren hinzuweisen.

Gerade der Marbach-Stausee zählt zu einem der beliebtesten Treffpunkte der Bikerszene in Südhessen. So kamen auch an diesem Samstag zahlreiche Motorradfahrer an den zwei Kontrollstellen auf der Bundesstraße 460 vorbei. Während der Schwerpunkt der Kontrollstelle in Hüttenthal hauptsächlich der Geschwindigkeitsüberwachung galt, konzentrierten sich die Beamten auf dem Parkplatz im Bereich der Staumauer auf die technische und verkehrstaugliche Ausstattung der Krafträder.

Insgesamt nahmen die Experten des Verkehrsdienstes des Polizeipräsidiums Südhessen 94 Fahrzeuge genauer unter die Lupe, über 100 Personen wurden überprüft. Unterstützt wurden die Beamten dabei von einem Kraftfahrzeugsachverständigen.

Besonders erfreulich, dass fast alle Biker die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 km/h in Hüttenthal eingehalten haben. Hier mussten die Ordnungshüter nur vier Fahrer stoppen, die zu schnell unterwegs waren. Anders sah es bei den Autofahrern aus, die natürlich auch durch die Kontrollstelle fuhren. Von ihnen wurden Zwölf gestoppt. Der negative Spitzenreiter war mit 81 km/h innerorts unterwegs. Ihn erwarten neben einem Bußgeld von 160,- Euro und drei Punkten in Flensburg auch ein einmonatiges Fahrverbot.

Bei sechs Motorrädern genügte meist nur ein kurzer geschulter Blick der Beamten und schnell war klar, dass an dem Fahrzeug eine technische Veränderung vorgenommen wurde.

Ein 31-jähriger Biker aus Heidelberg hatte eine Auspuffanlage an seinem Motorrad montiert, welche der Inschrift nach, nur für Rennzwecke genutzt werden durfte. Weiterhin trug der offene Kupplungsdeckel zur Lärmentwicklung bei. Die Folge war die Sicherstellung des Kennzeichens und der Zulassungsbescheinigung, welche an die zuständige Zulassungsstelle geschickt werden. Der Fahrer, gleichzeitig auch Halter des Motorrades, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 135,- Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Er sah seinen Verstoß ein und ließ sich samt seinem Bike abholen.

Fehlende dB-Killer waren auch der Grund der Fahrtunterbrechungen bei einem 44-jährigen Seligenstädter, einem 59-jährigen Bensheimer sowie einem 43-jährigen Heidelberger. Auch hier werden Bußgelder zwischen 90,- Euro und 135,- Euro mit den entsprechenden Punkten in Flensburg verhängt.

Etwas schwieriger gestaltete sich der Fall bei einem 51-jährigen Haßfurter, welcher sich die Harley eines Freundes ausgeliehen hatte. Neben dem nicht vorhandenen rechten Rückspiegel und dem fehlenden Rückstrahler hinten, fiel die Fishtail-Auspuffanlage der Harley ins Auge. Trotz intensiver Nachschau konnte dort keine Genehmigungsnummer festgestellt werden. Eine Überprüfung mit dem Schallpegelmessgerät ergab nach Abzug der Toleranz zudem ein Standgeräusch von über 105 Dezibell. Ein Wert der viel zu hoch ist und zu einer massiven Lärmbelästigung führt. Somit war auch für diesen Biker die Fahrt beendet und das Kennzeichen wurde an die zuständige Zulassungsstelle gesandt. Hier hat der Fahrer mit einem Bußgeld von 90,- Euro und einem Punkt zu rechnen. Der Fahrzeughalter wird mit einem Bußgeld von 135,- Euro und einem Punkt in der Verkehrssünderdatei bedacht.

Wegen des Verdachtes des Kennzeichenmißbrauchs wird gegen einen 63-jährigen Motorradfahrer aus Schmallenberg ermittelt. Dieser hatte das Kennzeichen an seinem Motorrad mit einer Neigung von knapp 60° angebracht, wodurch die Ablesbarkeit erschwert beziehungsweise verhindert wird. Erlaubt ist eine Kennzeichenneigung von 30° aus der Senkrechten. Weiterhin waren noch eine unzulässige Auspuffanlage und weitere kleinere Mängel an dem Motorrad zu beklagen.

Erfreulich war, dass alle Fahrer mit ausreichenden Schutzhelm kontrolliert wurden.

Leider war ein Motorradfahrer nicht gewillt, sich kontrollieren zu lassen. Aus diesem Grund beschleunigte der Fahrer und fuhr mit einer Geschwindigkeit "jenseits von Gut und Böse" an dem Anhalteposten vorbei. Dieser konnte sich gerade noch mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Fahrer nicht irgendwann jemand anderen ins Unglück stürzt. Die Ermittlungen zu dem Verkerhsrowdy dauern an.

Neben all den Motorrädern rückte auch das Auto eines 32 Jahre alten Bensheimers in das Visier der Beamten. Der Fahrer hatte nach der Montage eines Sportfahrwerkes die Vorführung bei einem Sachverständigen vergessen. Dies führte zum Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs nach der Montage. Den Fahrer erwarten ein Bußgeld von mindestens 50,- Euro und Punkte in Flensburg.

Anzumerken ist, dass die Mehrheit der Motorradfahrer die Kontrolle begrüßte. Nicht selten verweilten die Fahrer noch länger an den Kontrollstellen und es kam zu angeregten Gesprächen mit dem Kraftfahrzeugsachverständigen sowie den Polizisten, darunter natürlich auch Polizeimotorradfahrer.

Am Ende des Kontrolltages zieht der Leiter der Kontrollstellen, Polizeioberkommissar Torsten Petricig, eine durchaus positive Bilanz und appelliert weiterhin an die Vernunft der Biker.

Die Kontrollen werden auch in Zukunft fortgesetzt werden.

Hinweis an die Medienvertreter: Lichtbilder zur Kontrolle finden Sie zum Download in unserer digitalen Pressemappe (http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/4969/polizeipraesidium_suedhessen)

ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen
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