Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Viernheim: Bestellt und nicht bezahlt
Wohnungsdurchsuchung brachte Wahrheit zu Tage

Viernheim (ots) - Auch für die Ermittler der Heppenheimer Kriminalpolizei war der folgende Fall nicht alltäglich. Die Beamten hatten sich über die Selbstverständlichkeit verwundert, mit der ein junges Pärchen vom T-Shirt über den Duschvorhang bis hin zum Laptop bestellte und bestellte, allerdings nichts von alldem bezahlte. Im November des vergangenen Jahres hatte es mit Einkäufen von Bekleidung und anderen Gebrauchsartikeln für den Alltag begonnen. Bestellt wurde über das Internet. Erst einmal kauften der 21 Jahre alte Viernheimer und seine 20-jährige Freundin auf eigenen Namen sowie Synonymen. Sie ignorierten einfach nur die Rechnungen.

Dann ging es weiter. Sie kauften auf Namen von Verwandten und Nachbarn. Das ging dann aber nicht lange gut. Ein Zeuge schaltete die Polizei ein, als ihm Rechnungen von verschiedenen Firmen ins Haus flatterten. Und das für Ware, die er nicht bestellt und schon gar nicht bekommen hatte. Die Kriminalbeamten nahmen die Ermittlungen auf und recherchierten. Die Verdächtigen gerieten schnell in das Visier der Polizei. Mittlerweile war das Paar in ein Appartementhaus umgezogen. Dort wechselten sie mehrmals die Wohneinheit. Auch hier häuften sich neue Schulden an, da sie weiter unaufhörlich bestellten.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt erwirkte beim Amtsgericht Darmstadt einen Durchsuchungsbeschluss für das Hotelzimmer. Mitte Januar 2012 rückten die Beamten an. In der Wohnung fanden sie einen Teil der bestellten Waren und umfangreiche Beweismittel. Auch eine kleinere Mengen Betäubungsmittel, vermutlich Amphetamine, wurden sichergestellt. Das Paar wohnte zusammen mit Mäusen und Ratten, einer Katze, einem Nerz, vier Schlangen und einem Kaiman - also insgesamt mit 33 Tieren auf etwa 25 Quadratmetern. Da sie sich um die Tiere nicht mehr ausreichend kümmern konnten, nachdem der Vermieter sie kurzfristig rausgeworfen hatte, wurden die Viecher ins Tierheim gebracht.

Die beiden Verdächtigen hatten bereits vollständig den Überblick verloren. Ihre Bestellungen liefen am tatsächlichen Bedarf weit vorbei. Sie hatten bei rund 25 Anbietern, bislang im Gesamtwert von knapp sechstausend Euro eingekauft. Mittlerweile legten die beiden, soweit sie sich erinnern konnten, ein umfassendes Geständnis ab. Neben dem Ursprungsverfahren ermitteln die Beamten jetzt wegen illegalen Drogenbesitzes, des Unterschlagens von kleineren Geldbeträgen sowie wegen nicht artgerechten und zu Teilen unerlaubten Haltens von Tieren.

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