Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Polizei klärt Aufbruchserie in Pfungstadt | 32-jähriger Tatverdächtiger in Untersuchungshaft | Festnahme in Pfungstädter Wohnung | Verfahren gegen Hehler

    Pfungstadt (ots) - Das koordinierte Zusammenwirken verschiedener zivilen und uniformierten Polizeieinheiten, dem guten Spürsinn einer jungen Beamtin und einer bestens reagierenden Zeugin haben dieser Tage die Festnahme eines mutmaßlichen Serienstraftäters zur Folge gehabt, der für rund dreißig Autoaufbrüche über einen längeren Zeitraum in Pfungstadt verantwortlich war. Der Schaden konnte noch konkret beziffert werden, dürfte aber in die Zehntausende gehen.

    Der Beschuldigte, ein 32 Jahre alter Drogenabhängiger, ist inzwischen in Untersuchungshaft. Der Ermittlungsrichter schickte den Mann ins Gefängnis, nachdem die Staatsanwaltschaft Darmstadt Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts und Wiederholungsgefahr beantragt hatte.

    Bei seiner Vernehmung zeigte sich der Festgenommene zunächst wenig kooperativ, räumte aber nach anfänglichem Leugnen nach und nach rund dreißig Straftaten ein. Sein Motiv war es, an das schnelle Geld zu kommen, um damit seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Die Beute, die hauptsächlich aus Navigationsgeräten, aber auch Handys, Geldbörsen, Handtasche bestand, hatte er verkauft.

    Inzwischen konnten die Ermittler zwei weitere Männer - sie sind 34 und 29 Jahre alt - aus Pfungstadt und Darmstadt, identifizieren, die offensichtlich die Ware von dem Beschuldigten gekauft hatten. Das jedenfalls räumten sie bei ihren Vernehmungen ein und gaben die Geräte freiwillig heraus. Gegen sie wird wegen Verdachts der Hehlerei ermittelt.

    Seit Anfang Februar häuften sich in der Innenstadt von Pfungstadt Autoaufbrüche, bei denen sehr schnell klar wurde, dass es sich um denselben Täter handeln müsse. Immer wieder wurden Seitenscheiben eingeschlagen und insbesondere Navigationsgeräte gestohlen. Darüber hinaus nahm der Unbekannte mit, was er greifen konnte. Dabei ging der Autoaufbrecher immer dreister vor. Waren die Tatzeiten Anfangs in den Abendstunden, änderte der Täter seine Taktik, in dem er immer häufiger auch am helllichten Tag zuschlug.

    Von Anfang an ermittelte die örtliche Polizei, aber auch das Fachkommissariat im Polizeipräsidium gegen den Unbekannten. Die Fahndung, einschließlich den Observationen an den Tatortschwerpunkten, lief mit zivilen und uniformierten Kräften auf Hochtouren. Neben der intensiven Aufklärungsarbeit war auch die Vorbeugung in den öffentlichen Blickpunkt gerückt worden. Über die Medien wurde über Autoaufbrüche berichtet und Autofahrer darum gebeten, nichts in den Fahrzeugen liegen zu lassen. Parallel hierzu leistete die Polizei in Pfungstadt viele Bürgergespräche.

    Die Einschätzung, dass es sich um einen örtlichen Täter handeln könnte, der mit dieser Art von Beschaffungskriminalität seine Drogensucht befriedige, sollte sich mit der Festnahme des Zweiunddreißigjährigen bestätigen. Grundlage für dieses Profil war die Handschrift des Täters, der enge Aktionsradius und das hohe Entdeckungsrisiko.

    Offenbar wurde die Sensibilisierung der Öffentlichkeit dem Beschuldigten am vergangenen Montag kurz vor 11.00 Uhr zum Verhängnis. Zu diesem Zeitpunkt beobachtete eine Zeugin, wie der bis dahin Unbekannte in der Pfarrgasse ein Auto aufbrach, sich daraus eine Handtasche schnappte und mit einem Fahrrad flüchtete. Die Frau gab der herbeigerufenen Streife eine gute Personenbeschreibung ab. Während der Fahndung erinnerte sich eine  Polizistin an einen Mann, den sie zusammen mit ihrem Kollegen kurz vorher kontrolliert hatte. Die Beschreibung der Zeugin wies große Ähnlichkeiten mit dem Überprüften auf.

    Durch eine weitere Polizeistreife wurde der Mann in seiner Pfungstädter Wohnung aufgesucht. Er atmete sehr schwer und antwortete auf Nachfrage, dass dies für ihn normal sei. Weit wies er von sich, dass er etwas mit dem Aufbruch zu tun haben könnte. Er sei seit längerer Zeit in seiner Wohnung gewesen. Kleidung, zumindest so ähnlich wie sie beschrieben war, hing an einem Ständer und war durch das Zimmer verteilt. Mit Einverständnis wurde die Wohnung durchsucht, ohne dass dabei Diebesgut gefunden wurde. Dennoch ließen die Gesamtumstände einen sehr konkreten Tatverdacht zu, so dass der 32-Jährige von den Beamten festgenommen wurde. Danach nahmen die Ermittlungen ihren Lauf.

    Der Beschuldigte war in der Vergangenheit schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten und dabei in über sechzig Fällen auffällig gewesen. Dabei ging es um zahlreiche Autoaufbrüche, Drogen- und Raubdelikte sowie gefährliche Körperverletzung. Erst vor einem knappen Jahr war er aus einem Gefängnis entlassen worden. Er hatte dort eine Freiheitsstrafe wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verbüßt.


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