Polizeipräsidium Südhessen

PPSH-ERB: Odenwaldkreis - Polizeiliche Kriminalstatistik 2008

PPSH-ERB: Odenwaldkreis - Polizeiliche Kriminalstatistik 2008
Straftatenaufkommen und Aufklärungsquote (AQ) im Bereich der PD Odenwald

    Odenwaldkreis (ots) - Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 für den Bereich der Polizeidirektion Odenwald - geringstes Straftatenaufkommen seit 12 Jahren - Aufklärungsquote über 60 % stabilisiert - weiterhin sicherste Region

    In keinem hessischen Landkreis wurden weniger Straftaten registriert als im Odenwaldkreis. Im Jahr 2008 wurden insgesamt 3045 Straftaten im Odenwald erfasst. Das ist das geringste Straftatenaufkommen seit 12 Jahren. 1997 wurden 3553 Straftaten registriert.

    Gegenüber dem Vorjahr (3198 Straftaten) verringerten sich die Straftaten um weitere 152 Fälle bei einer Aufklärungsquote von 61,8%. Damit stabilisierte die Polizeidirektion Odenwald im abgelaufenen Kalenderjahr ihre Aufklärungsquote (AQ) im dritten Jahr in Folge bei über 60 %. Dies ist eine der höchsten Aufklärungsquoten in Hessen.

    Der Odenwaldkreis ist auch weiterhin die sicherste Region Hessens. Diese Aussage lässt sich an der Häufigkeitszahl - diese Zahl gibt das Verhältnis von Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner an - ablesen. Die Häufigkeitszahl (HZ) sank im Odenwald auf 3077 (3586 vor 12 Jahren). Im Vergleich beträgt die Häufigkeitszahl in Hessen 6708 sowie 4829 im Bereich Südhessen.

    Diebstahl Die Aufklärungsquote bei allen Diebstahlsdelikten konnte weiter erhöht werden und liegt jetzt bei 37,2 % (30,1 % in 2006 und 35,8 % in 2007), was 390 geklärten Fällen entspricht. Dem gegenüber stehen 657 ungeklärte Fälle. Von den 364 ermittelten Tatverdächtigen waren 263 männlich und 101 weiblich. Der Anteil aller Diebstahlsdelikte an den Gesamtstraftatenaufkommen beträgt etwas über ein Drittel. (34,4 %)

    Ein besonderes Augenmerk richtet die Polizei bei Diebstahlsdelikten auf den Bereich des besonders schweren Diebstahls (BSD), da diese Delikte besonders geeignet sind, das Sicherheitsempfinden der Bürger nachhaltig zu beeinflussen. Die Fallzahlen beim BSD sind 2008 von 326 auf 428 Fälle gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung um 31,3 %.Drei Diebstahlsserien haben im vergangenen Jahr die Fallzahlen im Deliktbereich des besonders schweren Diebstahls auf das Niveau von 2006 ansteigen lassen. Vermehrte Kfz-Aufbrüche im Frühjahr und Herbst 2008 im Bereich Höchst, Breuberg, Bad König, Michelstadt und Erbach und eine Wohnungseinbruchserie im Dezember sind im Wesentlichen für die Steigerung der Fallzahlen mit 96 Fällen verantwortlich (Kfz-Aufbrüche 68 / WED 28). Erfreulich ist, dass durch operative Maßnahmen zwei der Täter und eine Mittäterin festgenommen werden konnte. Ein Täter und die Mittäterin wurden zwischenzeitlich wegen der Kfz-Aufbrüche verurteilt. Der Täter erhielt eine Haftstrafe von 3 Jahre u. 2 Monate und die Mittäterin eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. Über die 5 Jahresfrist betrachtet, konnte die Aufklärungsquote um 12,5 % gesteigert werden.

    Ein Großteil der Straftaten aus der Wohnungseinbruchserie konnte ebenfalls durch operative Maßnahmen geklärt werden. Der Haupttäter ist ermittelt jedoch flüchtig.

    Ca. ¼ der Wohnungseinbrüche sind im Versuchsstadium steckengeblieben. Ein Grund dafür ist die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und umfangreicher Information an Hauseigentümer durch die Polizei (Beraterbus, Info-Veranstaltung in Einkaufsmärkten, Flugblattaktionen) und Fachfirmen zum Thema "Sicheres Wohnen".

    Rohheitsdelikte Die Aufklärungsquote im Deliktsbereich Rohheitsdelikte liegt weiterhin über 90 % bei sinkenden Fallzahlen.

    Rohheitsdelikte umfassen: Raub, Körperverletzungen und Straftaten gegen die persönliche Freiheit Im Berichtszeitraum ist im Zuständigkeitsbereich der PD Odenwald ein Rückgang der Rohheitsdelikte um 10,5 % festzustellen. In Zahlen heißt das, eine Abnahme um 52 Straftaten. Die erklärt sich wie folgt: Raub minus 8 Fälle; Körperverletzungen minus 27 Fälle; Straftaten gegen die persönliche Freiheit minus 17 Fälle. Zu dieser Fallgruppe der Straftaten gegen die persönliche Freiheit gehören auch Nötigung mit minus 2 Fällen, Bedrohung mit minus 23 Fällen.

    Den Hauptanteil an der Gesamtzahl der Rohheitsdelikte bilden die Körperverletzungen mit insgesamt 339 Fällen (366 Fällen in 2007). Die Zahl der hier ermittelten Tatverdächtigen beläuft sich auf 373 Personen. (Rohheitsdelikte gesamt: 465 TV) Über 10 % der Tatverdächtigen standen zum Zeitpunkt der Tat unter Alkoholeinfluss.

    Die Altersverteilung zeigt, dass Rohheitsdelikte vorwiegend ein männliches - 79% der Tatverdächtigen sind männlich - und altersspezifisches Problem darstellen. So zeigt die Täterstruktur eindeutige Deliktsspitzen bei den männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden. 30,54 % der Tatverdächtigen sind zwischen 14 und 21 Jahren.

    Auffällig ist, dass der Anteil junger Menschen in diesem Deliktsbereich sehr hoch ist. Derzeit sind 51,2 % aller TV im Bereich der Rohheitsdelikte jünger als 30 Jahre. Die Odenwälder Polizei setzt auf Prävention, die auch Wirkung zeigt. So werden mit den Schülern in der Grundschule in dem Programm "Sicher ohne Gewalt" und der Sekundarstufe 1 in dem Programm "Kids gegen Gewalt - wir üben dafür" in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt und der Jugendgerichtshilfe Gewaltpräventionsprogramme durchgeführt. Insgesamt wurden 2008 in den entsprechenden Jahrgangsstufen 2080 Schüler beschult. Bei Festveranstaltungen, Jugendevents und bekannten Treffpunkten von Jugendlichen werden Präventivstreifen eingesetzt. Allein im Dezember wurden an allen Adventssamstagen Jugendschutzstreifen mit dem Ergebnis durchgeführt, dass viele Jugendliche ihren Heimweg früher antreten durften als von ihnen geplant und etliche Liter Alkohol sichergestellt wurden. In einer Aktion "Blauer Brief" wurden die Eltern über die Kontrollmaßnahmen ihrer Sprösslinge informiert. In Zahlen heißt das, dass allein im Bereich der gefährlichen / schweren Körperverletzung die Fallzahlen gegenüber 2007  (108 Fälle) um 24,1 % auf jetzt 82 bekannte Fälle gesenkt werden konnten.

    Häusliche Gewalt ist kein Tabuthema 46 Fälle der 444 Rohheitsdelikte im Berichtsjahr haben ihren Ursprung im häuslichen Bereich, wobei von den 45 ermittelten Tatverdächtigen 41 männlich waren. Hierbei liegt der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtigen bei einem Drittel. Im Bereich der gefährlichen Körperverletzung im Rahmen der häuslichen Gewalt liegt der Anteil   nichtdeutscher Tatverdächtigen bei 50%. (Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung im Odenwaldkreis an der Gesamtbevölkerung 11,26% / Stand 30.06.2008) 66 % der Tatverdächtigen waren zwischen 30 und 60 Jahren.

    Brandstiftung Insgesamt wurden im Berichtsjahr 49 Fälle von Brandstiftung registriert. Das sind 26 Fälle mehr als im Vorjahr. Wobei die Polizei in 39 Fällen von vorsätzlicher Brandstiftung ausgeht (2007 waren es 11 Fälle). Von den registrierten Fällen konnten 20 Brandstiftungen geklärt werden. Zumindest in den Fällen von Bränden in Mehrfamilienhäusern, Scheunen, Gartenhäusern und Holzstößen geht die Polizei von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Zur Klärung dieser Fälle ist die Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.

    Bilanz/Ausblick Diese Bilanz ist das Ergebnis einer professionellen Polizeiarbeit und der hohen Motivation der Beamtinnen und Beamten.  Auch die von der Odenwälder Polizei - zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Behörden - angebotenen Präventionsprogramme und die höhere Polizeipräsenz auf der Straße zeigten ihre Wirkung.

    Auch in diesem Jahr wollen wir unser ehrgeiziges Bemühen, durch noch mehr präventive und repressive Aktionen, besonders im Deliktsbereich "Besonders schwerer Diebstahl", fortsetzen - den Odenwaldkreis noch sicherer zu machen - weiterhin die sicherste Region Hessens zu bleiben - den einen oder anderen Prozentpunkt in der Aufklärungsquote zuzulegen.

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