Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Landespolizeipräsident Norbert Nedela: Polizeipräsidium Südhessen erhält Goldene Lupe Auszeichnung für hervorragende Spurensicherung geht in diesem Jahr nach Darmstadt

Goldene Lupe-2008

    Südhessen - Darmstadt (ots) - Für hervorragende Tatortarbeit bei der Suche und Sicherung daktyloskopischer Spuren wird das Polizeipräsidium Südhessen am 24. November in Darmstadt geehrt. Landespolizeipräsident Norbert Nedela und LKA-Präsident Peter Raisch verleihen den Beamtinnen und Beamten für Ihre Leistungen die "Goldene Lupe".

    "Die goldene Lupe ist ein Preis, der in Anerkennung der besonderen Leistungen auf dem Gebiet der erkennungsdienstlichen Arbeiten überreicht wird", sagte Landespolizeipräsident Norbert Nedela heute in Darmstadt.

    Die Vergabe der goldenen Lupe ist auf die Vergleiche mehrerer Themenfelder, die mit den erkennungsdienstlichen Arbeiten einer gesamten Dienststelle zusammen hängen gestützt. Dabei ist deutlich herauszustellen, dass nicht nur die Arbeit der Erkennungsdienstkommissariate des PP Südhessen gewürdigt wird, sondern auch und insbesondere die Tatortarbeit der Kolleginnen und Kollegen, die täglich bei der Aufnahme von Strafanzeigen am Tatort Spurensuche und -sicherung betreiben.

    Die Tatortarbeit steht im Mittelpunkt  der vom HLKA initiierten erkennungsdienstlichen Qualitätsoffensive. Sie fordert die Dienststellen dazu auf, erkennungsdienstliche Maßnahmen am Tatort zu intensivieren. Eine qualifizierte daktyloskopische Spurensuche und -sicherung ist die Ausgangsbasis für eine erfolgreiche Identifizierung eines Tatverdächtigen und damit zur Aufklärung einer Straftat.

    "Die professionelle Spurensuche und -sicherung ist die Voraussetzung für den forensischen Erfolg", so Norbert Nedela.

    "Doch geht es nicht nur darum, uns selbst zu bestätigen und mit guten Aufklärungs-ergebnissen aufzuwarten, es geht darum, Straftaten aufzuklären und Straftäter einer Verurteilung zuzuführen - Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger von Hessen zu gewährleisten", sagte der Landespolizeipräsident.

    Auch ist zu berücksichtigen, dass diese Spuren nicht nur im nationalen Bestand sondern bereits auch mit weiteren europäischen Staaten abgeglichen werden können.

    "Die Basis für die Auswertung wird am Tatort gelegt. Passieren Fehler bei der Spurensuche und -sicherung oder wird eine Spur im folgenden Auswerteprozess falsch priorisiert (chemische Behandlung einer daktyloskopischen Spur schließt eventuell die Sicherung und Auswertung einer DNA-Spur aus), ist sie nur noch bedingt auswertbar. Dann wird für die Gerichte nichts Verwertbares herauskommen. Mit der Investition von mehr als 24 Millionen EURO zur Errichtung eines Neubaus für die Kriminalwissenschaftliche und -technische Untersuchungsstelle im HLKA wurde ein weiterer Schritt zur Qualitätssteigerung im Bereich der Spurensuche und Auswertung getan. Mit der Einstellung weiterer Wissenschaftler und der Fertigstellung der DNA-Straße kann die hessische Polizei optimistisch in die kriminaltechnische Zukunft schauen. Nach Abschluss aller Arbeiten gehört die Kriminalwissenschaftliche und - technische Untersuchungsstelle im HLKA zu den modernsten Polizeilaboren Europas", sagte Norbert Nedela.

    Polizeipräsident Gosbert Dölger nahm den Preis stellvertretend für alle Kolleginnen und Kollegen seines Präsidiums entgegen.

    Die Daktyloskopie wurde vor über 100 Jahren im Jahr 1903 in Deutschland eingeführt. Dank dieser Methode war es fortan möglich, Straftäter anhand ihrer Hautleisten an Fingern und Handflächen zweifelsfrei zu unterscheiden und sie als Verursacher von Tatortspuren zu erkennen. In all den Jahren wurden unzählige Straftäter mit Hilfe der Daktyloskopie identifiziert. Dabei hat sich die Technik stetig weiter entwickelt. Waren die Handwerkszeuge der Daktyloskopen anfangs die Zählnadel und die Lupe, so gehören heute das Automatisierte Fingerabdruck-Identifizierungs-System (AFIS), Live-Scan und Fast-ID zur aktuellsten Technologie der modernen erkennungsdienstlichen Behandlung.

    Präzision und Schnelligkeit der Identifizierung oder Ausscheidung eines Tatverdächtigen ist entscheidend für die Einführung modernster Technik.

    Schon Ende 2004 wurden die Erkennungsdienststellen der Hessischen Polizei mit modernster "Livescan-Technik" ausgestattet.

    Jedes hessische Polizeipräsidium ist in der Lage, mit den Livescan-Geräten digitale Finger- und Handflächen im Zuge einer ED-Behandlung anzufertigen und unmittelbar in die Landesdatenbank Daktyloskopie zu speichern.

    Danach erfolgt die Anlieferung der Daten an das Automatisierte Fingerabdruck-Identifizierungs-System des BKA.

    Im März dieses Jahres wurde mit "FAST ID" ein weiterer technischer Schritt zur schnelleren Identifikation von unbekannten oder ausweislosen Personen in Hessen verwirklicht. Innerhalb von Sekunden können digitale Fingerabdrücke online mit dem Datenbestand des BKA (mehr als 3 Millionen Fingerabdruckblätter) abgeglichen werden. Hessenweit sind bereits über 330 digitale Fingerabdruckscanner im Einsatz, mit Hilfe derer die Polizeibeamten digitale Fingerabdrücke nehmen und überprüfen können. In AFIS sind bundesweit etwa 230.000 Tatortspuren gespeichert. Davon wurden 12.000 dieser Spuren in Hessen eingegeben.

    Die hessischen Experten recherchierten im Jahr 2007 in AFIS mehr als 11.800 Fingerspuren. In 635 Fällen konnten dank AFIS Tatortspuren einem Tatverdächtigen zugeordnet werden.

    Zusätzlich konnten 544 Personen durch direkten Vergleich ihrer Fingerabdrücke mit den Spuren am Tatort als mögliche Täter identifiziert werden.

    Schnelle Identifizierung - Übertragung der Fingerabdrücke via Satellit

    Beim Fachkommissariat für Eigentumskriminalität (K 21/22) in Darmstadt wurde seit Mai 2007 ein Verfahren gegen eine ca. 30-köpfige Bande geführt, die in zwei Gruppen agierte. In unterschiedlicher Zusammensetzung verübten die Mitglieder dieser Bande seit 2005 Wohnungseinbruchdiebstähle in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Einzelne Straftaten konnten auch aus Schweden zugeordnet werden.

    Bei den Tatverdächtigen handelte es sich um 22 erwachsene Männer und Frauen sowie acht Kinder oder Jugendliche. Die jüngsten Kinder waren 13 Jahre alt. Als Kopf einer der beiden Gruppen wurde ein 48 Jahre alter Mann aus Ex-Jugoslawien erkannt.

    Durch eine Vielzahl von makromolekularen (DNA-) und daktyloskopischen Spuren an Tatorten und in Tatfahrzeugen, sowie Aufklärungs- und Operativen Maßnahmen, insbesondere aber durch immer wieder vollzogene erkennungsdienstliche Behandlungen konnten mit der Zeit die Tatverdächtigen eindeutig identifiziert und mit bestimmten Taten in Verbindung gebracht werden.

    Bei Durchsuchungsaktionen am 23. und 24. Januar 2008 setzten hessische Polizeibeamte im Saarland mobile digitale Geräte zur Durchführung von erkennungsdienstlichen Behandlungen ein. Es handelte sich um die mobile Livescan-Station LITE-UE mit einem Intranetlaptop und das Personenidentifizierungsmodul FAST-ID.

    Die Daten wurden unmittelbar via Satellit nach Hessen übermittelt.

    Mit dem "V-Sat-Fahrzeug" konnten die Fingerabdrücke im Minutenbereich mit den einliegenden Spuren und Fingerabdruckblättern beim BKA überprüft werden.

    Nach intensiver Fahndung nahmen französische Polizeibeamte im Mai 2008 den flüchtigen Haupttäter in Frankreich fest. Auch hier unterstützten die Beamten von K21/22 aus Darmstadt die Kollegen in Frankreich. Mittlerweile wurden in Belgien zwei weitere "Mütter" aus dieser Großfamilie zu jeweils 30 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Zwei "Mütter" sind vor dem Landgericht Darmstadt zu Freiheitsstrafen von viereinhalb bzw. zwei Jahren und vier Monaten verurteilt worden, ein "Vater" wurde am 19.11.2008 zu einer Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren verurteilt.

    Modernste Technik unterstützte die Kolleginnen und Kollegen vom PP Südhessen bei der Klärung einer Serie von Einbruchsdiebstählen. Spuren, die schon seit über 100 Jahren zur Identifizierung von Straftätern genutzt werden, wurden den Tatverdächtigen zum Verhängnis.

    Udo Bühler
Hessisches Landeskriminalamt
Pressestelle
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