Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Über 200 Wohnungseinbrüche aufgeklärt | Staatsanwaltschaft und Polizei durchsuchen vier Häuser | Mutmaßliche Einbrecher-Bande identifiziert | Kinder zu Einbrüchen geschickt

    Südhessen / Darmstadt / Ludwigshafen / Wallerfangen (ots) - Gemeinsame Presseerklärung: Staatsanwaltschaft Darmstadt | Polizeipräsidium Südhessen

    Bei einer Razzia im Zusammenhang mit einem Verfahren wegen schweren Bandendiebstahls haben die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Polizeipräsidiums Südhessen am frühen Donnerstag in Ludwigshafen und im saarländischen Wallerfangen vier Häuser durchsucht und dabei zwei Frauen (31 und 33 Jahre alt)festgenommen, gegen die bereits Haftbefehle des Amtsgerichts Darmstadt bestanden. Sie werden heute dem Haftrichter vorgeführt. Bei den Durchsuchungen stellten die Behörden zahlreiche Beweismittel sicher, die noch der Auswertung bedürfen, darunter hauptsächlich handelsüblichen Schmuck, hochwertige Taschen, aber auch zwei Büsten. Gegen vier weitere Personen, deren aktueller Aufenthaltsort derzeit nicht bekannt ist, bestehen ebenfalls Haftbefehle.

    Seit Mai 2007 ermitteln die Behörden gegen rund 20 Personen, die im dringenden Verdacht stehen, in unterschiedlichen Zusammensetzungen rund 200 Wohnungseinbrüche in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und im Saarland begangen zu haben. Sie kommen auch für solche Straftaten in Schweden und Frankreich in Frage. Der Gesamtschaden geht dabei in die Millionen, wobei genaue Summenangaben derzeit nicht möglich sind.

    Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden setzt sich die mutmaßliche Bande aus teilweise miteinander verwandten Familienmitgliedern von Großfamilien zusammen. Sie sind serbischer, italienischer und französischer Abstammung. Die Kinder werden untereinander getauscht. Die erwachsenen Tatverdächtigen agieren auf verschiedenen Ebenen im Hintergrund und setzten die Kinder in den jeweils ausgesuchten Orten zum Wohnungseinbruch ein

    Zeitgleich durchsuchten am Donnerstag ab 06.00 Uhr Staatsanwaltschaft und Polizeikräfte aus Südhessen, unterstützt von Dienststellen aus Ludwigshafen, Heidelberg, Mannheim, Mainz und Saarbrücken die vier Häuser. Dabei wurden die mit Haftbefehlen gesuchten Frauen festgenommen. Außerdem trafen die Beamten drei Kinder an, deren Identitäten noch nicht feststehen. Sie wurden nach erkennungsdienstlichen Behandlungen in die Obhut des Jugendamtes der Stadt Ludwigshafen gegeben und in ein Jugendheim gebracht.

    Offenbar genießen die Kinder keine schulische oder erzieherische Ausbildung und werden für die Straftaten regelrecht trainiert. Es bestehen Erkenntnisse, das die Erwachsenen teils seit ihrem elften Lebensjahr in gleicher Weise herangezogen wurden.

    Im Zuge vermögensabschöpfender Maßnahmen wurde noch am Vormittag eine Sicherungshypothek auf das Haus eines der Beschuldigten eingetragen. Des Weiteren wurden die Konten der Beschuldigten gepfändet. Aktuelle Salden liegen zurzeit noch nicht vor. Es ist davon auszugehen, dass die kriminellen Gewinne in Immobilen und andere Wirtschaftsgüter investiert wurden.

    An dem Gesamtverfahren sind neben der Staatsanwaltschaft Darmstadt Polizeidienststellen aus Südhessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Schweden und Frankreich beteiligt. Die Ermittlungen dauern an.


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