Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Tödliche Unfallflucht aus dem Jahr 2002 jetzt aufgeklärt | Vierzigjähriger festgenommen

Südhessen | Lindenfels (ots) - Gemeinsame Presseerklärung: Staatsanwaltschaft Darmstadt | Polizeipräsidium Südhessen Fünf Jahre nach einem tödlichen Verkehrsunfall in Lindenfels-Winterkasten (Landkreis Bergstraße), bei dem der Unfallverursacher geflüchtet war, haben jetzt Staatsanwaltschaft und Polizei den Fall aufklären können. Am Montag (29.10.2007) wurde ein 40-jähriger, in Reichelsheim wohnender polnischer Staatsangehöriger festgenommen. Bei dem Verkehrsunfall am 23. Juni 2002 war gegen 04.10 Uhr ein damals 27 Jahre alter Fußgänger, der alkoholisiert auf der Fahrbahn lag, am Ortsausgang von einem Auto überrollt worden. Der Familienvater war zu Fuß auf der Landesstraße 3399 von Winterkasten nach Neunkirchen unterwegs gewesen. Er verstarb noch an der Unfallstelle. Nach langjährigen Ermittlungen und letztendlich Hinweisen einer Zeugin, die sich an eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft gewandt hatte, konnte der Vierzigjährige als mutmaßlicher Unfallfahrer identifiziert werden. Bei seiner Vernehmung räumte der Beschuldigte die Tat ein. Nach den bisherigen Feststellungen von Staatsanwaltschaft und Polizei war der Vierzigjährige nach dem Besuch eines Feuerwehrfestes in Winterkasten mit seinem Passat in Richtung Neunkirchen gefahren. Alkohol und viel zu hohe Geschwindigkeit waren offensichtlich die Ursache dafür, dass der Fahrer am Ortsausgang den auf dem Boden liegenden Mann zu spät erkannte und mit seinem Auto überrollte. Ohne sich weiter um das Unfallopfer zu kümmern, gab der Vierzigjährige Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit davon. Wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes hatte noch am Montag die Staatsanwaltschaft Darmstadt Haftbefehl gegen den Vierzigjährigen beantragt. Der Ermittlungsrichter setzte den Mann am Dienstagnachmittag gegen die Zahlung einer Kaution von viertausend Euro wieder auf freien Fuß. Der Beschuldigte, der in geordneten Verhältnissen lebt und einer regelmäßigen Arbeit nachgeht, wird sich allerdings strafrechtlich zu verantworten haben. Die Staatsanwaltschaft wertet das Verhalten des Beschuldigten als versuchtes Tötungsdelikt, weil er in Unkenntnis des Umstands, dass das Opfer nicht mehr zu retten war, einfach weiterfuhr, ohne sich um dieses zu kümmern. Aufgrund an der Unfallstelle vorgefundener Fahrzeugteile konnte schon in einem frühen Ermittlungsstadium festgestellt werden, dass es sich bei dem Tatfahrzeug um einen VW Passat der Baureihe 1988 bis 1993 handeln müsse. Heute ist klar, warum trotz intensiver Nachforschungen das Fahrzeug nicht gefunden worden war. Das Fahrzeug war wenige Tagen nach der Todesfahrt nach Polen und von dort vermutlich in die Ukraine gebracht worden. Der Fall verursachte damals großes Aufsehen in der Region. Mit zahlreichen Medienveröffentlichungen, Flugblätter und einer speziell eingerichtete Arbeitsgruppe der Polizeistation Bensheim wurde der Unfallverursacher unter Einbeziehung der Öffentlichkeit gesucht. Die Polizei verfolgte hunderte von Spuren, auch die kleinsten Hinweise, ohne dass sich ein konkreter Tatverdacht einstellte. Bei allen Beteiligten, die mit viel Herzblut jahrelang ermittelt hatten, setzte jetzt Erleichterung ein. Mit der Identifizierung des Unfallfahrers konnte der Fall erfolgreich abgeschlossen werden. ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen Digitale Pressemappe: http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=4969 Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Südhessen Klappacher Straße 145 64285 Darmstadt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Karl Kärchner Telefon: 06151-969-2410 o. 0172-631 8337 Fax: 06151-969-2405 E-Mail: karl.kaerchner@polizei.hessen.de Original-Content von: Polizeipräsidium Südhessen, übermittelt durch news aktuell

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