Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Gefahrgutkontrolle in Südhessen: Polizei zieht drei Lastzüge binnen kürzester Zeit aus dem Verkehr / Schwere Mängel / Erheblicher personeller und zeitlicher Aufwand / Kontrollen werden fortgesetzt

Südhessen / Weiterstadt (ots) - Wieder bestätigt worden ist die Direktion Verkehrssicherheit des Polizeipräsidiums Südhessen über die wichtige Bedeutung von Gefahrgut- und Schwerlastkontrollen. Von zwölf kontrollierten Lastzügen auf der Autobahn A 5 an der Tank- und Rastanlage Gräfenhausen-Ost (Landkreis Darmstadt-Dieburg) waren es am Dienstag alleine drei, die sofort aus dem Verkehr gezogen werden mussten. Sie waren so extrem unsicher, dass sie als "tickende Zeitbomben" unterwegs waren. Vielleicht waren es die glücklichen Umstände, die einen Unfall größeren Ausmaßes bis zum Stopp durch die Polizei verhindert hatten. Nicht so sehr die Kontrolle, als vielmehr die anschließenden Maßnahmen haben die Polizei stark personell und zeitlich gebunden. Allein vier Beamte waren über den ganzen Tag hinaus damit beschäftigt, sich um die stillgelegten Lkw zu kümmern ein Engagement, das sich allerdings allemal als Verpflichtung zur Verkehrssicherheit, lohnt - eine Verkehrssicherheit, die sich für alle lohnt. Fall 1: Kontrollzeit 8:00 Uhr: Unterwegs ist ein Siebenundvierzigjähriger mit Schlepperfahrzeug und Tankauflieger für seine Firma aus Lippstadt. Der Transport ist als Abfall- und Gefahrgut gekennzeichnet. In dem Saug-Drucktank ist der Abfallstoff "UN 1832", Abfall, der gebrauchte Schwefelsäure enthält. Gesamtgewicht vierzig Tonnen. Der Laster ist sehr ungepflegt. Mängel an Achsbefestigung, bei der der Federbock durchgerostet ist, werden festgestellt. Die Quertraverse über der ersten Achse ist durchgerostet. Reifenmangel, zum Teil erhebliche Rostschäden am ganzen Fahrzeug ergänzen die Mängelliste. Daher ist weitergehende Überprüfung durch die "Staatliche Technische Überwachung Hessen" erforderlich. Dort wird ausgeschlagenes Lager am Längslenker und an den Achsbefestigungen festgestellt. Der Sachverständige erlaubt nur noch eine Weiterfahrt mit mäßiger Geschwindigkeit bis zur nächsten Werkstatt. Der Betrieb benötigt eine besondere Schweißgenehmigung. Die erforderlichen Reparaturen können allerdings erst nach Entladung und Reinigung des Tankes vorgenommen werden. Lkw wird zu Polizeiautobahnstation gebracht. Ersatzfahrzeug kommt dorthin. Abfall wird umgepumpt. Der Tank wird bei einem Fachbetrieb gereinigt. Erst danach folgt Instandsetzung und Weiterfahrt. Der Fahrer erhält Anzeige. Fall 2: Kontrollzeit 08.30 Uhr: Kontrolliert wird eine Lkw mit Planen-Spiegelaufbau, 26 Tonnen aus Bad Vilbel. Fahrer ist 32 Jahre alt. Das Fahrzeug ist mit 150 Kisten Gasfeuerzeugen beladen. Gewicht 2.160 Kilo. Paletten, die gestapelt waren, sind verrutscht. Keine Sicherung. Ein Klemmbrett soll schützen. Außer zwei Spanngurte keine Ladesicherungsmittel. Ein Feuerlöscher mit Ablaufdatum 2002. Weiterfahrt wird unterbunden. Nachsicherung der Ladung erfolg am Mittag, Feuerlöscher und Sicherungsmittel werden beigebracht, Reifenwechsel. Gefahrgutanzeigen gegen Fahrer, Halter, Beförderer, Verlader. Bußgeld geht voraussichtlich in die Tausende. Gefahrgutverstöße Kategorie 1. Fall 3: Kontrollzeit 10.30 Uhr. Polnischer Lkw aus Nowy Tonsil. Zulässige Höhe ist mit 4,17 Meter überschritten. Mängel an Bremsen. Begleitung des Fahrzeugs zur "Staatlichen Technischen Überwachung Hessen" erforderlich. Gutachter stellen erhebliche Mängel an der Bremsanlage fest. Ein Verfallsverfahren nach § 29a Ordnungswirdrigkeitsgesetz (OWiG) wird eingeleitet. Aufgrund der Verkehrsunsicherheit hätte Lkw für die gewerblichen Zwecke der Halterfirma nicht eingesetzt werden dürfen. Der somit rechtswidrig erwirtschaftete Gewinn von 1.600,- Euro soll eingezogen werden. Die Anordnung hierüber erfolgt durch das Regierungspräsidium Kassel. Die Kontrollen werden kontinuierlich fortgesetzt. ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen Digitale Pressemappe: http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=4969 Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Südhessen Klappacher Straße 145 64285 Darmstadt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Karl Kärchner Telefon: 06151-969-2410 o. 0172-631 8337 Fax: 06151-969-2405 E-Mail: karl.kaerchner@polizei.hessen.de Original-Content von: Polizeipräsidium Südhessen, übermittelt durch news aktuell

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