Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Trickbetrügerbande das Handwerk gelegt

    Südhessen (ots) - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Regierungspräsidiums Karlsruhe

    Trickbetrügerbande das Handwerk gelegt/Opfer waren Senioren/Sieben Haftbefehle vollstreckt / Überragender Ermittlungserfolg im Rahmen der Sicherheitskooperation Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz

    Der Staatsanwaltschaft Heidelberg und einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe der Landespolizeidirektion Karlsruhe sowie der Polizeipräsidien Südhessen und Rheinpfalz gelang es jetzt nach mehrmonatigen Ermittlungen sieben Personen festzunehmen. Nach Eröffnung der Haftbefehle wurde bei allen Personen die Untersuchungshaft angeordnet.

    Den Beschuldigten wird vor allem Banden- und gewerbsmäßiger Betrug sowie Bandendiebstahl in mehr als 150 Fällen zur Last gelegt. Die Bande erbeutete bei ihren Taten Bargeld in Höhe von jeweils mehreren Hundert bis mehreren Tau-send Euro, insgesamt über 500.000,- Euro.

    Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um Mitglieder einer Großfamilie aus Südhessen im Alter zwischen 21 und 51 Jahren. Alle Personen sind deutscher Nationalität und südosteuropäischer Herkunft. Als Köpfe der Bande agierten das 51jährige Familienoberhaupt und dessen 47jährige Ehefrau.

    Die Festnahmen erfolgten bereits am 1. August 2007. Dabei wurden von der achtköpfigen Ermittlungsgruppe mit Beamten aus Karlsruhe, Heidelberg, Darm-stadt und Ludwigshafen in mehreren Bundesländern zahlreiche Wohnobjekte durchsucht und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

    Die Tatorte der bisher festgestellten Straftaten liegen vor allem in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Es sind jedoch auch Einzelfälle aus Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen und dem Saarland be-kannt, die ebenfalls der Gruppe zuzurechnen sind.

    Die Ermittlungen gegen diese Bande wurden durch Auswerteerkenntnisse der Landespolizeidirektion Karlsruhe im Frühjahr 2007 initiiert. Da Tatorte in den Ko-operationsländern Hessen und Rheinland-Pfalz ebenso in Betracht kamen wie in Nordbaden, bildete die Sicherheitskooperation zwischen den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz die ideale Plattform für die Täter orientierten Ermittlungen gegen die Bandenmitglieder.

    Bei ihren Straftaten gingen die Tatverdächtigen nach einem identischen Muster vor: Ein Bandenmitglied rief gezielt ältere Menschen - die Opfer waren überwiegend Seniorinnen über 70 Jahren - und gab sich als Angestellter einer örtlichen Bank aus. Durch geschickte, wahrheitswidrige Behauptungen wurden die Geschädigten veranlasst ihre Vermögensverhältnisse zu offenbaren und höhere Geldbeträge von ihren Konten abzuheben. Dabei standen sie unter ständiger Beobachtung der Tatverdächtigen. Sobald die Seniorinnen mit dem entsprechenden Bargeldbetrag von der Bank zurückgekehrt waren, wurde erneut telefonischer Kontakt aufgenommen. Unter einem weiteren täuschenden Vorwand, das Geld  müsse sofort wieder zur Bank zurück gebracht werden, wurde ein Komplize zur Opferwohnung geschickt, der sich als helfender Bankangestellter ausgab und die "Beute" in Empfang nahm.

    Das Vorgehen der Bande war besonders verwerflich. Zahlreiche Seniorinnen und Senioren wurden um ihre Ersparnisse gebracht. In den meisten Fällen sollten die Guthaben als "Notgroschen" in Fällen von Krankheit oder Heimunterbringung dienen. Der psychische Schaden, den die Opfer erlitten, ist nicht abzuschätzen! Die Polizei bittet deshalb, folgende Hinweise zu beachten:

    Geben Sie am Telefon nie ihre Bankdaten (PIN, Geheimnummer etc.) preis

    Übergeben Sie nie Geld an Ihnen unbekannte Personen

    Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung, händigen sie kein Geld aus

    Im Zweifel rufen sie bei Ihrer Bank zurück und fragen sie nach

    In keinem Fall sind Mitarbeiter von Geldinstituten unterwegs um     Geldscheine zu überprüfen bzw. Bargeld abzuholen

    Informieren Sie über verdächtige Sachverhalte umgehend über die Polizei

    P.S: Informationen zur Sicherheitskooperation

    Mit der Sicherheitskooperation vom 04.01.2005 soll die Länder übergreifende Zusammenarbeit zwischen den Polizeien der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz mit Schwerpunkt in den angrenzenden Regio-nen weiter ausgebaut werden.

    Ziel ist eine engere Länder übergreifende Abstimmung und die Bündelung poli-zeilicher Maßnahmen. Insbesondere

    die Bekämpfung der politisch motivierten Kriminalität, der Organisierten Kriminalität sowie sonstiger schwerer Straftaten zu   intensivieren,

    Länder übergreifend agierende Intensivtäter konsequenter zu verfolgen,

    die Effektivität der Fahndung nach Personen und Sachen zu steigern und unnötige Mehrfachkontrollen im Länder übergreifenden Verkehr zu vermeiden,

    die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen,

    die sichtbare Präsenz der Polizei zu erhöhen und

    den umfassenden Länder übergreifenden Informationsaustausch weiter zu verbessern.

    STAATSANWALTSCHAFT HEIDELBERG / REGIERUNGSPRÄSIDIUM KARLSRUHE Pressestelle 06221 / 592015 Landespolizeidirektion 0721/ 666-2100


ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen
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