Polizei Mettmann

POL-ME: Trickbetrüger arbeitet mit "Schockanrufen" - Velbert
Kreis Mettmann - 1401093

Symbolbild: Unbekannter Anrufer mit übler Masche

Mettmann (ots) - Am Donnerstagnachmittag des 16.01.2014, in der Zeit zwischen 15.00 Uhr und 18.00 Uhr, kam es in ganz Velbert offenbar zu einer Vielzahl betrügerischer Telefonate von wahrscheinlich einem bislang noch unbekannten Anrufer, der versuchte an die Ersparnisse älterer Bürgerinnen und Bürger zu kommen. Bislang wurden der Velberter Polizei schon fünf solcher Tatversuche angezeigt, bei denen 80- bis 90-jährige Seniorinnen in Velbert-Mitte, Tönisheide und Neviges so genannte "Schockanrufe" eines angeblichen Mediziners erhielten. Der wohl selbsternannte Oberarzt einer Düsseldorfer Unfallklinik teilte den Angerufenen mit, dass nach einem Unfall ein schwerverletzter Angehöriger der Rentnerinnen eingeliefert worden sei. Besorgte Rückfragen der Angerufenen nach einem bestimmten und dabei in der Regel auch namentlich genannten Angehörigen bestätigte der Betrüger selbstverständlich sofort, um dann zu schildern, dass man für eine sofortige Operation dringend die finanzielle Unterstützung der Angerufenen benötige. Geldforderungen zwischen 9.000,- und 14.000,- Euro wurden genannt. Glücklicher Weise kamen allen Anzeigenerstatterinnen noch während der Telefonate deutliche Zweifel. Bei gezielten Rückfragen verwickelte sich der angebliche Oberarzt dann auch sehr schnell in Widersprüche oder er verwechselte plötzlich die Namen seiner vermeintlichen Patienten. In allen Fällen wurden die Telefonate sofort beendet.

Auch bei einem 79-jährigen Velberter ging im gleichen Zeitraum der Anruf eines zu den anderen Taten übereinstimmend beschriebenen Anrufers ein. Hier gab sich der Anrufer allerdings als vermeintlicher Studienfreund des Pensionärs aus. Der Freund aus Karlsruhe war nach eigenen Angaben gerade in der Umgebung von Velbert und brauchte dringend 14.000,- Euro Bargeld für ein besonders günstiges Verkaufsangebot. Als der misstrauische 79-Jährige eine Rückrufnummer des Anrufers erfragte, legte dieser sehr schnell auf.

Alle Angerufenen beschreiben den Anrufer als sehr freundlich, höflich und wortgewandt. Der auf ca. 30 Jahre geschätzte Mann sprach zudem akzentfreies Deutsch ohne besondere Sprachauffälligkeiten.

Aus gegebenem Anlass, zur Verhinderung solcher Betrugstaten und weil vermutet werden kann, dass auch noch weitere, bislang unbekannte Senioren schon auf gleiche Art und Weise kontaktiert wurden, warnt die Polizei kreisweit vor der aktuell geschilderten Anrufermasche. Vorzugsweise ältere Mitbürger werden zuerst mit schockierenden Ereignissen konfrontiert, dann mit absurden Geldforderungen zur schnellen Hilfe aufgefordert. Die aktuelle Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Angerufenen auch durch wiederholte Telefonate gezielt unter Druck gesetzt. In geschickter Gesprächsführung bringen die Straftäter ihre Opfer im Telefonat zur Preisgabe persönlicher Informationen, die dann als vermeintlich eigenes Wissen wiedergegeben und im weiteren Gespräch gezielt eingesetzt werden. Sobald sich der Angerufene zur finanziellen Hilfe bereit erklärt, wird wie beim so genannten "Enkeltrick" ein Bote angekündigt, der sich dann oft nur mit einem zuvor vereinbarten Kennwort "ausweist" und das Geld oder andere Werte abholt.

Zur Prävention gibt die Kreispolizeibehörde Mettmann folgende Hinweise:

   -	Seien Sie misstrauisch, wenn sich unbekannte Personen am Telefon
melden und zu schneller finanzieller Hilfe auffordern. 
   -	Geben Sie keine Details zu ihren familiären oder finanziellen 
Verhältnissen preis. Stellen Sie stattdessen gezielte Fragen, die nur
ein "richtiger Anrufer" beantworten kann. Fragen Sie den Anrufer nach
einer Erreichbarkeit zum Rückruf. 
   -	Halten Sie nach finanziellen Forderungen unbedingt Rücksprache 
mit anderen Familienmitgliedern. 
   -	Übergeben Sie niemals Geld oder andere Werte ungeprüft und ohne 
Zeugen an unbekannte Personen. 
   -	Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Sie vermuten, dass es 
ein Telefonbetrüger auf Sie abgesehen hat - Notrufnummer 110. 
   -	Wenden Sie sich auch an die Polizei, wenn Sie bereits Opfer 
geworden sind: die Opferschutzbeauftragten vom Kommissariat 
Vorbeugung helfen Ihnen gerne. 

Angehörigen älterer Menschen und potentieller Opfer wird empfohlen:

   -	Um Ihre älteren Angehörigen zu schützen, sprechen Sie mit ihnen 
und weisen auf die Methoden und verschiedenen Varianten des 
telefonischen Trickbetruges hin. 
   -	Vereinbaren sie Verfahren und Handlungsweisen für tatsächliche 
Notfälle oder Notlagen. 

Rückfragen bitte an:

Kreispolizeibehörde Mettmann
- Polizeipressestelle -
Adalbert-Bach-Platz 1
40822 Mettmann

Telefon: 02104 / 982-1010
Fax: 02104 / 982-1028

E-Mail: pressestelle.mettmann@polizei.nrw.de
http://www.polizei.nrw.de/mettmann

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