Polizeidirektion Ratzeburg

POL-RZ: Gemeinsame Pressekonferenz Polizeidirektion Ratzeburg und Staatsanwaltschaft Lübeck zur Brandserie im Raum Ahrensburg

Ratzeburg (ots) - Im Jahre 2013 wurden im Zuständigkeitsbereich der Kriminalpolizei Ahrensburg (Ahrensburg, Großhansdorf, Trittau, Bargteheide, Ammersbek, Bargfeld-Stegen, Steinburg) insgesamt 81 Brände registriert. Es handelte es sich um 34 Delikte der vorsätzlichen Brandstiftung, 15 fahrlässige Brandstiftungen, 18 Sachbeschädigungen durch Feuer und 14 Feuer, die auf einen technischen Defekt zurückzuführen waren. Im Vergleich zu diesen Zahlen kam es im Jahr 2014 zu einer deutlichen Steigerung auf bislang 140 Brände. Darunter waren 49 Delikte der vorsätzlichen Brandstiftung, 4 fahrlässige Brandstiftungen, 57 Sachbeschädigungen durch Feuer und 30 Feuer, die auf einen technischen Defekt zurückzuführen waren. Eine Häufung der Brände ist seit Sommer 2013 insbesondere im Raum Ahrensburg und Bargteheide feststellbar. Bis heute kam es seit diesem Zeitpunkt zu insgesamt 153 Bränden, die allerdings nicht alle vorsätzlich gelegt wurden. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von 117 Fällen aus, bei denen der Verdacht einer vorsätzlichen Brandlegung besteht. Gebrannt haben unterschiedlichste Objekte, so Schuppen, Unterstände, Carports und Gartenlauben, Kraftfahrzeuge und ein Wohnwagen, Strohmieten, Altpapier- und Altkleidercontainer sowie Mülltonnen. Bei den Bränden wurden Personen nicht verletzt. Vereinzelt hätten aber bei ungünstigem Brandverlauf Personen durchaus verletzt werden können. Der Gesamtschaden der 117 Feuer beläuft sich nach polizeilicher Einschätzung auf ca. 3,5 Millionen Euro. Jedoch dürften zwei Brände mit einem Gesamtschaden von 2,5 Millionen Euro aus hiesiger Sicht nicht in die Serie gehören.

Bisher wurden folgende Taten aufgeklärt:

   -14 Brandstiftungen im Bereich der PD Ratzeburg: Im September 2014
wurden zwei Männer im Rahmen der Fahndung nach Brandlegungen im Kreis
Herzogtum Lauenburg festgenommen. Diese räumten Brände von drei 
Strohballen in Geesthacht, sowie einer Kleingartenlaube und einem 
Papiercontainer in Schwarzenbek, jeweils einem Wohnwagen in 
Großhansdorf, in Reinbek und bei Zarrentin (MV) sowie sieben weiteren
Bränden im Kreis Herzogtum Lauenburg ein (siehe Presseerklärung der 
PD Ratzeburg vom 23.09.14). 

-Sechs einzelne Taten, außerhalb jeder Brandserie, die u.a. Kindern und Jugendlichen zuzurechnen sind. Darunter war auch das Feuer an einer Strohmiete am 23.02.2014 in Hammoor, welches durch drei spielende Kinder verursacht wurde (siehe Pressemitteilung der PD Ratzeburg vom 24.02.14).

Zur Klärung der Brände wurde im September 2014 eine Ermittlungsgruppe bei der KPSt Ahrensburg eingerichtet. Diese umfasst derzeit sechs Beamte. Die Mitarbeiter der Ermittlungsgruppe bearbeiten ausschließlich das Brandgeschehen. Die Ermittlungsgruppe wurde temporär durch weitere Mitarbeiter der KPSt Ahrensburg und anderer Dienststellen unterstützt.

Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat drei Haftbefehle gegen insgesamt sechs Beschuldigte erwirkt.

Am 11.12.2014 wurden drei Heranwachsende und ein Erwachsener im Alter von 19 bis 21 Jahren aus dem Raum Ahrensburg in Ahrensburg festgenommen. Alle sind Mitglieder der Ortswehr Ahrensfelde.

Sie stehen im dringenden Verdacht, insgesamt zehn Brandlegungen begangen bzw. in Auftrag gegeben zu haben. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand entschlossen sich die vier Beschuldigten spätestens im Oktober 2013 Brände zu legen, um sodann als Feuerwehrleute am Ort des Brandes früh erscheinen zu können und die dadurch erwartete Achtung der Feuerwehrleute zu erlangen. So sollen die Beschuldigten für vier Brandstiftungen von Strohmieten im Oktober 2013 im Raum Ahrensfelde und Siek verantwortlich sein, bei denen insgesamt 1100 Strohballen niederbrannten. Den Schaden schätzt die Polizei auf ca. 71000,- EUR. Die Beschuldigten gerieten aufgrund nicht wahrheitsgemäßer Angaben und deren Auftreten vor Ort in den Verdacht, an den Brandstiftungen beteiligt zu sein. Aufgrund dieser Ermittlungen entschlossen sich die Beschuldigten die Brände nicht mehr selbst zu legen, sondern andere mit den Brandlegungen zu beauftragen, um den Verdacht von sich abzulenken. Zu diesem Zweck trafen sich die Beschuldigten mit zwei weiteren Personen und veranlassten diese gegen Zahlung geringer Geldbeträge weitere Brände zu legen. Zunächst blieb es bei zwei versuchten Anstiftungen zu Brandlegungen, da die Tatausführung den Beauftragten aus zeitlichen Gründen nicht möglich war. Später kam es dann jedoch zu vier Brandstiftungen in Ahrensfelde durch die Beauftragen. Diese haben folgende Taten begangen:

   -Brandstiftung an ca. 380 Strohballen im Juli 2014 -Brandstiftung 
an einer Strohmiete mit 180 Strohballen im September  2014 
-Brandstiftung an einer Strohmiete mit 500 Strohballen im Oktober 
2014 -Brandstiftung einer Dunglagerstätte  im Oktober 2014. 

Nach polizeilicher Schätzung entstand hierbei ein Schaden von insgesamt 69000,- EUR

Bereits am 01.12.2014 kam es zur Festnahme einer der o.g. Auftragsbrandstifter, einem 20-jährigen Mann aus Hamburg. Die Festnahme erfolgte durch das SEK Schleswig-Holstein in der Wohnung des Mannes. Der Festgenommene gestand den Großteil der ihm zur Last gelegten Taten und räumte zusätzlich seine Beteiligung an einem Pkw-Diebstahl in Trittau ein. Der Mann befindet sich aktuell in Untersuchungshaft. Am 09.12.2014 wurde der zweite Auftragsbrandstifter, ein 17-jährigen Ahrensburger, an dessen Wohnanschrift festgenommen. Dieser handelte gemeinsam mit dem am 01.12.2014 festgenommen Auftragsbrandstifter und war auch am Kfz-Diebstahl in Trittau beteiligt. Auch dieser Mann befindet sich in Untersuchungshaft. Bei allen vorgenannten Tatverdächtigen wurden die Wohnungen durchsucht. Es wurden unterschiedliche Beweismittel gefunden, so Brandbeschleuniger, ein Funkgerät, Funkscanner, Böller und Zeitungsberichte über die Brände. Drei Beschuldigte haben sich zur Sache eingelassen und Teile der bestehenden Tatvorwürfe bestätigt. Ein Beschuldigter bestätigte die ihm zur Last gelegten Taten einschließlich einer Brandstiftung von Strohballen im Oktober 2013, bei den insgesamt ca. 500 Ballen verbrannten. Hier wurde durch das Feuer ein Schaden in Höhe von ca. 32000,- EUR verursacht. Ein Beschuldigter wurde am 11.12.2014 dem Haftrichter vorgeführt. Es wurde Untersuchungshaft verhängt. Die weiteren Beschuldigten werden am 12.12.2014 beim Haftrichter vorgeführt. Zur Durchführung der Festnahmen und Durchsuchungen waren am 11.12.2014 19 Beamte der Polizei Ahrensburg eingesetzt. Die Ermittlungen werden fortgeführt.

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Sonja Kurz Pressestelle

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